Alleskönner

Coda von Panic

Der Hersteller des FTP-Klienten Transmit hat eine neue Allround-Software für Web-Entwickler vorgestellt. Das Programm hat jedoch nichts mit grafischen Web-Editoren wie RapidWeaver, iWeb oder Sandvox gemein.

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Coda besitzt nur ein Fenster. Links befindet sich eine Listendarstellung, in der die Dateien angezeigt werden, die sich auf dem Rechner oder dem Server befinden. Den größten Teil nimmt der Arbeitsbereich in Anspruch. Hier können mittels Tabs die Site-Verwaltung, die Editoren, eine Vorschau und elektronische Bücher angezeigt werden. Zudem ist ein Terminal vorhanden, mit dem eine SSH-Verbindung zu einem entfernten Server aufgebaut werden kann. So lassen sich mit Coda auch MySQL-Arbeiten durchführen oder Apache neu starten.

Beim ersten Start werden die Site-Daten aus Transmit importiert, wenn man mit dem FTP-Client von Panic gearbeitet hat. Ärgerlich ist, dass Coda beim ersten Aufrufen still und heimlich Dateizuordnungen ändert.

Die in Coda enthaltenen vier elektronischen Nachschlagewerke (die Auswahl lässt sich nicht erweitern) bieten auf Englisch alles Wissenswerte über die Sprachen HTML, CSS, PHP und Java. Die Startseite ist eine alphabetisch geordnete Funktionsübersicht, die mit den Erläuterungen zu den einzelnen Begriffen verknüpft ist.

Jede Site besitzt ein eigenes Symbol, welches dem Aussehen der tatsächlichen Internetseite entspricht.

WWW-Projekte können mit einem Ordner auf dem Computer verknüpft werden, dadurch wird später das Abgleichen der Daten vereinfacht. Durch Klicken auf das Site-Icon wird Coda mit dem Server verbunden und öffnet den verknüpften Ordner auf dem Rechner. Das Hochladen von Dateien ist ähnlich einfach wie in Transmit.

Coda versteht sich auf die Protokolle FTP, SFTP, FTP+SSL und WebDAV. Über die Seitenleiste lassen sich Daten hoch- und runterladen, das Erzeugen, Kopieren oder Umbenennen von Dateien und Ordnern kann vollständig hier erledigt werden.

Panic hat für Coda die SubEthaEdit-Engine lizensiert, so dass der Editor mit allen gebräuchlichen Syntaxformen (u. a. CSS, HTML, Java, Perl, PHP, Python, SQL, XML) umgehen kann. Das automatische Vervollständigen klappt prima und sinnvollerweise in Abhängigkeit des Syntaxmodus. Arbeiten mehrere Coda- oder SubEthaEdit-Anwender an einem Projekt, so werden die mit einem Farbcode markierten Änderungen sofort dargestellt. Farbige Markierungen finden sich in der Scroll-Leiste des Dokumentes, so dass sich die geänderten Zeilen einfach auffinden lassen. Häufiger verwendeter Code lässt sich als Clip abspeichern und später per Drag & Drop wieder einsetzen. Gelungen sind die Platzhalter, die nach dem Einsetzen durch individuellen Text ersetzt werden können. Sehr gut ist auch die Suchen-/Ersetzen-Funktion mit Wildcards.

Da Coda auf das Web-Toolkit baut, bietet das Programm nur eine Safari-Vorschau. Per Pop-Up-Menü kann die Seite auch in anderen Browsern getestet werden. Die Vorschau kann auch ein Javascript-Log einblenden, das Bugs inklusive Zeilennummer anzeigt. Der DOM-Inspector lässt sich durch Anklicken des Lupensymbols aktivieren. Fährt man mit der Maus über die Vorschauseite, so werden die einzelnen Segmente angezeigt und die Struktur verdeutlicht – das sich unter dem Mauszeiger befindliche Segment erhält einen blauen Rahmen.

Die CSS-Stile werden mit einem eigenen Editor bearbeitet, der stark an CSSEdit erinnert. Dazu gibt es eine grafische Oberfläche, die in die verschiedenen Sektoren (wie Text, Hintergrund usw.) eingeteilt ist. Die Stile werden links in einer Tabelle so angezeigt, wie sie im Browser später aussehen. Wird ein Stil bearbeitet, so ist die Änderung manchmal erst nach einem erneuten Stilwechsel zu sehen. Wer sich die Stile nicht zusammenklicken will, kann in den Textmodus umschalten und jeden einzelnen Parameter eingeben.

Fazit

Coda ist ideal für Anwender, die nicht mit einem grafischen Editor arbeiten möchten. Grundkenntnisse in CSS und HTML sind zwingende Voraussetzung. Uns gefiel, dass das Anklicken der Tabs den Wechsel zu anderen Programmen überflüssig macht. Wer aber schon skEdit, CSSEdit und Transmit besitzt, kann sich die Anschaffung von Coda sparen, zumal diese Spezialisten besser ausgestattet sind. Dennoch können viele Aufgaben mit Coda elegant gelöst werden. Knapp 100 US-Dollar sind zwar kein Schnäppchen, aber durchaus gerechtfertigt, wenn man die Preise der Editoren addiert, die Coda ersetzt.

Testergebnis
ProduktnameCoda 1.0.1
HerstellerPanic Inc.
Preis99 USD (Einführungspreis: 79 USD); 10 USD Rabatt für Transmit-Anwender
Webseitewww.panic.com
Pro
  • gut gestalteter Workflow
Contra
  • bislang keine Lokalisierung
SystemvoraussetzungenMac OS X, Universal Binary
Bewertung
1,9gut

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