DAUERSTRESS UND MITARBEITERÜBERWACHUNG

Niedrige Löhne und Diktatur der guten Laune: Betriebsratsgründungen in allen deutschen Apple Stores?

12.11.12 | 14:57 Uhr - von
(Bild: Apple)

In der aktuellen Print-Ausgabe des Magazins „Der Spiegel“ steht Apples Umgang mit den Mitarbeitern in den derzeit zehn Apple Stores Deutschland im Rampenlicht. Anlass ist die bevorstehende Betriebsratwahl im Apple Store Frankfurt - ein Versuch der Mitarbeiter, sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu wehren. Die Probleme sind vielschichtig: Schlechte Bezahlung, Lärm, Dauerstress und ständige Mitarbeiterüberwachung, heißt es. Viele Punkte erinnern laut Meedia.de an andere Unternehmensskandale, wie man sie hierzulande von Lidl, Schlecker und Aldi kannte.

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Normalerweise dringt aus dem System Apple nicht viel nach aussen - vor allem nichts, was die Arbeitsbedingungen der Angestellten in den Apple Retail Stores betrifft. Als im Januar diesen Jahres die Belegschaft in München einen Betriebsrat gründete, schaute man sensibilisiert durch Mitarbeiterberichte und -skandale bei Lidl, Schlecker und Aldi auch auf Apple in einem ganz anderen Licht.

Apple Genius im Dauerstress

Nicht alles ist bei Apple so, wie es auf den ersten Blick scheint. Von Anfang an gab es Probleme mit dem „amerikanischen Friede-Freude-Eierkuchen-System“, mit dem Apple in den Stores seine Mitarbeiter auf gute Laune trimmt, strenge Vorschriften für die Kommunikation durchsetzt und somit seine Angestellten in Dauerstress versetzt.

Wenig Lohn, viel Lärm

„Der Spiegel“ hat sich aus aktuellem Anlass der Problematik angenommen. Im kommenden Monat wird in Frankfurt der zweite Betriebsrat für die in den derzeit zehn Apple Stores Deutschland gewählt. Apple soll, so die Vorwürfe, in den derzeit zehn Stores nichts gegen schlechte Arbeitsbedingungen machen und nicht nach Tarif bezahlen. Ehemalige Mitarbeiter berichten von zugestellten Pausenräumen, Aufenthaltsräumen ohne Belüftung, ungenügende Umkleide- und Toilettenbereiche. Stattdessen setzt Apple scheinbar auf Überwachung per Kamera und Vorgesetzte, die laut Bericht auch schon einmal lange Pinkelpausen mit Verweis auf die gestoppte Zeit rügen. Dazu kommt der hohe Erwartungsdruck was die Verkaufszahlen betrifft und der besonders bei Stoßzeiten extrem hohe Lärmpegel in den Stores.

  • Der Apple Store in München soll bereits bei städtischen Kontrollen aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen aufgefallen sein.

 

Der Stundenlohn liegt laut der Recherche zwischen 10 bis 12 Euro. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gäbe es nicht, dafür sehr wohl regelmäßig angeordnete Überstunden und eine „Diktatur der guten Laune“. Der Spiegel versuchte Apple mit einer langen Liste ähnlicher Vorwürfe zu konfrontieren, doch Apple gab bisher dazu kein Statement ab.

Gesamtbetriebsrat für Apple Retail Germany?

Laut Arbeitnehmervertretung verdi befinden sich die Angestellten mit der Gründung der zweiten Arbeitnehmervertretung auf einem guten Weg in Richtung eines Gesamtbetriebsrats für Apple Retail Germany.

Weltweit gibt es in dem über zehn Jahre alten System der Apple Stores noch relativ wenig negatives Feedback und kaum Aufbegehren der Belegschaft. Erst seit 2011 haben sich Angstellte in den USA als Apple Retail Workers Union für bessere Arbeitsbedingungen zusammen getan.

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Bild von emgee82

Habe ich schon bei deren Recruitingevents erfahren können...

Bild von Solerimus

gut so!

Bild von John Doe

So ist das Amerikanische Retail System.....war bei Footlocker & eBay nicht anders.

Die Arbeitsbedingungen, Bezahlung und das ewige ..."We are a great Big Family" ist da nun mal so. Leider erfährt das der Käufer nur zu selten.

Bild von emgee82

Das stimmt ohne Frage. Ich "musste" in meinem Leben noch nie so viel applaudieren, wie auf deren Veranstaltungen.

Bild von rudolf07

Verlorene Liebesmüh.
Auch mit dem richtigem Link. Wetten, dass...? LMFAO
http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-abc-scheinbar-anscheinend-a-315125.html

"Stattdessen setzt Apple scheinbar auf Überwachung per Kamera und Vorgesetzte, die laut Bericht auch schon einmal lange Pinkelpausen mit Verweis auf die gestoppte Zeit rügen."
Scheinbar. Also in Wirklichkeit nicht. Dann wäre ja alles in Butter, oder Frau Stankovic?
Warum verwenden sie nicht einfach das Adjektiv "angeblich", wenn sie die scheinbar/anscheinend-Regel nicht beherrschen?
Falls dieses Wort in ihrem Satzbaukasten nicht vorhanden ist, kopieren sie es einfach von hier.
Nichts zu danken. >:D

Bild von Faina

Wie blind darf man als Fanboy sein? Immer alles hübsch wegbügeln, was nicht ins Weltbild passt und statt dessen sich an Wörtern hochziehen? Klasse Einstellung. Setz mal Deine Applebrille ab und schau Dich um im wirklichen Leben.

Bild von dvdv

Was soll denn die Verkäuferin beim Bäcker, die Frisöse, oder der Angestellte bei McD oder Burger King sagen? Da wird bei echten Knochenjobs oft >7€ Brutto pro Stunde gezahlt. Es funktioniert halt nicht, dass man immer ruft "Mehr für alle!" und dann so billig wie möglich einkaufen geht. Bei Apple (oder Saturn, Media Markt & Co.) alles anschauen und erklären lassen um es dann im Internet billiger bestellen ist die Devise.

Ja, ich gebe zu, dass ich für nicht für 12€ arbeiten möchte, aber wenn, dann sicher eher bei Apple, als bei einem wirklich anstrengenden Job (s.o.). Ich finde das Gehalt passt zur Qualifikation und der Leistung.

Ein Angestellter, der kostümiert bei Wind und Wetter im Heide Park Soltau herum läuft muss die ganze Zeit so tun, als wäre das der tollste Job der Welt und bekommt. Das interessiert den Spiegel aber nicht, da es ja kein imperialistischer amerikanischer Arbeitgeber ist.

Niemand wird in Deutschland gezwungen bei Apple zu arbeiten. Apple kann seine Stundenlöhne nur durchsetzen, weil die Mitbewerber auch nicht mehr bezahlen. Wenn einem dies nicht gefällt, kann man dies nur mit Gesetzen verändern, die Branchenübergreifend für alle gelten. Alles andere ist nur Effekthascherei.

Bild von emgee82

Das ist genau das, was ich immer über Foxconn-Mitarbeiter sage...

Bild von MacPaul

"Niemand wird in Deutschland gezwungen bei Apple zu arbeiten."

Na, sag das mal nicht. In unserem schönen Land geht das ratz fatz.

Bild von macumlife

Das Recht auf Arbeitnehmervertretung sollte unumgängliches Grundrecht sein.
Vermutlich ist Apple einer der besseren Arbeitgeber
aber kann auch dabei zu einem unumstösslichen Vorbild werden.

Bild von Gast

Als Betroffener kann ich sagen das man es als Mitarbeiter dort sicher nicht leicht hat die Erwartungen die sowohl die Kunden als auch die Vorgesetzten an die Mitarbeiter haben zu erfüllen, insbesondere weil diese Erwartungen sich meistens wiedersprechen. Fußabtreter werden meistens besser behandelt.

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