Juli bis September 2010 – ein Quartal, das Apple vor allem dank des iPhone 4 einen Umsatz von 20,34 Milliarden US-Dollar bescherte und damit zum besten Nicht-Weihnachtsquartal der Unternehmensgeschichte macht. Dies teilte das Unternehmen heute Abend in einer Stellungnahme an die Börsenaufsicht in den USA mit. Und verriet zwischen den Zeilen, wie wichtig die Mobilsparte mittlerweile für Apple geworden ist …
ANZEIGE
Die eigenen Prognosen zu übertreffen, ist bei Apple schon lange zur Tradition geworden: So konnte das Unternehmen auch im vierten Geschäftsquartal 2010 den vom Finanzchef Peter Oppenheimer vorausgesagten Umsatz von rund 18 Milliarden US-Dollar deutlich übertreffen und setzte stattdessen im Dreimonatszeitraum 20,34 Milliarden US-Dollar um. Mehr als doppelt so viel wie noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres (9,87 Milliarden US-Dollar), der freilich noch ohne iPad-Verkäufe und mit einem damals nur mäßig erneuerten iPhone 3GS auskommen musste. Auch der Gewinn lag mit 4,31 Milliarden US-Dollar (oder 4,64 US-Dollar pro Aktie) höher als Im Vorjahresquartal.
Ein direkter Vergleich darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass für Geschäftsquartale 2010 andere Berechnungsmethoden gelten als dies noch im Vorjahr der Fall war. Nunmehr wird zum Beispiel der durch Mobiltelefone generierte Umsatz auf mehrere Jahre Vertragslaufzeit aufgeteilt und beschert Apple daher auch ohne Neuverträge einen ständigen Umsatz-Bonus, auch für das kommende erste Wirtschaftsquartal 2011. Das dürfte dank anstehender Weihnachtsverkäufe ohnehin für Apple erfolgreich werden, weswegen Oppenheimer einen Umsatz von 23 Milliarden US-Dollar erwartet.
Mobile Handgeräte
Erwartungsgemäß prägten vor allem Verkäufe im Mobilsegment das Bild dieses Geschäftsquartals für Apple. Zwar lag die ersten drei Tage des Verkaufsstarts des iPhone 4 noch im Juni, doch gelangte das Gros der Apple-Mobiltelefone erst in den Monaten Juli bis September 2010 in die Hände der Kunden: 14,1 Millionen iPhones wurden verkauft, erwartet worden waren im Vorfeld von Analysten zwischen 11 und 13,5 Millionen Geräte. Von einigen befürchtete wahrnehmbare Einbrüche in den Verkaufszahlen aufgrund der Antennenprobleme und mangelnden Verfügbarkeit der weißen Version des Gerätes blieben damit aus.
Auch das iPad erfreute sich bei den Kunden wachsender Beliebtheit: Konnten im dritten Quartal 3,27 Millionen Tablet-Macs abgesetzt werden, waren es im vierten Quartal nunmehr 4,19 Millionen. Eine Zahl, die allerdings deutlich unter den Erwartungen der Analysten lag, die mit 4,7 bis 6 Millionen verkaufter iPads gerechnet hatten. Dennoch könnten auch 4,19 Millionen iPads einen Umbruch in Apples Ausrichtung bedeuten – setzte der kalifornische Hersteller doch damit erstmals mehr iPads als konventionelle Macintosh-Rechner ab. Denkbar ist auch, dass viele Kunden vor dem Kauf ein neues Modell mit Kamera abwarten.
Auch etwas weniger Erfolg als erwartet war der iPod-Sparte beschieden: Trotz der kürzlich erneuerten Geräte sank der Absatz leicht im Vergleich zum Vorjahresquartal: Er lag bei 9,05 Millionen iPods gegenüber 9,41 Millionen Geräten im Vergleichszeitraum 2009.
Mac-Verkäufe
Im Bereich der Macintosh-Rechner konnte das Unternehmen gute Zahlen vorlegen: Gegenüber dem Vorjahresquartal steigerte sich der Absatz von 3,47 auf 3,89 Millionen verkaufter Macs. Insgesamt setzte das Unternehmen 2,64 Millionen MacBooks, MacBooks Pros und MacBook Airs ab (Vorjahresquartal: 2,47 Millionen), im Desktop-Bereich lagen die Verkaufszahlen bei 1,24 Millionen (Vorjahresquartal: 1 Million). Erwartet worden waren im Vorfeld von den Analysten nahezu einmütig 3,7 Millionen verkaufter Macs.
Insgesamt dürften die Zahlen damit vor allem von den jüngst erfolgten Neuvorstellungen im iMac- und Mac-Pro-Bereich profitiert haben; mobile Macs hingegen – allen voran das vernachlässigte MacBook Air – hätten bei der Verfügbarkeit neuer Modelle die Zahlen möglicherweise noch einmal nach oben korrigieren können. Diese Korrektur dürfte nun ins Weihnachtsquartal fallen, erwartet man von der Vorstellung am 20.10.2010 doch auch die Einführung eines Air-Nachfolgemodells.
Fazit
Nachbörslich zeigte sich das Apple-Papier im leichten Minus von zeitweilig sechs bis sieben Prozent. Insgesamt ein Quartalsergebnis, das stark von der Markteinführung des iPhone 4 profitiert hat und vor allem eine Trendwende weg von konventionellen Rechnern hin zu kleinen, tragbaren Geräten gezeigt hat. Überraschungen gab es im Wesentlichen nur im iPad-Bereich - hier waren deutlich höhere Verkaufszahlen erwartet worden. Im klassischen Mac-Segment dürfte Apple mit der aktuellen Produktpalette und den für übermorgen erwarteten Neuerungen hingegen gut aufgestellt sein, um auch in den kommenden Monaten erfolgreich auf dem Börsenparkett aufzutreten.



Artikel kommentieren
warum nehmt ihr nicht die angepassten( auf die neue brechnungsmethode) quartalsergebnisse des letzten jahres, wie sie auch apple benutzt?
2,53 milliarden gewinn, bei 12,21 milliarden umsatz im vergleichszeitraumes des vorjahres. so berechnet es die börse, und so ist es auch am besten nachzuvollziehen.
Diese Zahlen sind ein Orgasmus. Uuuggggaaaahhhhh.
Welche Variante stimmt den jetzt? Den Ihr schreib es genau anders herum als Onkel Heise das macht. Und der hat auch korrigierte Zahlen veröffentlicht
In der Meldung steht: "Nunmehr wird zum Beispiel der durch Mobiltelefone generierte Umsatz auf mehrere Jahre Vertragslaufzeit aufgeteilt..." - bei Heise.de steht es genau andersrum, d.h. diese Art der Bilanzierung hat für das letzte Geschäftsjahr gegolten, jetzt werden zB die iPhone-Erlose sofort bei Verkauf vollständig bilanziert.
Was stimmt jetzt?
So wie es aissieht ist die Rendite nicht mehr die, die sie mal war.
So langsam passiert das, was ich immer befürchtet habe. Apple ist im Massenmarkt angekommen. Und dort wird nicht mit Zahnstochern sondern Säbeln gefochten. Apple entfernt sich immer mehr von diesem kleinen innovativen, feinen Unternehmen das funktionierende Spitzentechnik zu einem, wie ich zugeben muss, nicht gerade günstigen Preis angeboten hat.
Apple wird gezwungen sein seine Kosten für iPhone und Co. weiter zu drücken. Das wird sich mit Sicherheit auf die Qualität auswirken. Schon jetzt das iPhone 4 defektanfälliger als das 3GS sein.
Ich würde so etwas sehr bedauern. Für gute, schlank programmierte SW und qualitativ hochwertige HW gebe ich gerne mehr Geld aus, als für einen preiswerten Quark, bei dem es nur um die Erzielung von Margen geht. Im Moment wird vieles noch vom Ehrgeiz und Willen eines Steve Jobs abgefangen. Aber ich sage jetzt was ganz provokantes :
" Gott bewahre Apple vor dem Tag, an dem Steven aufhört." Da kriege ich ein ganz ungutes Gefühl.
Kommentar hinzufügen