Wie sähen Werbespots wohl aus, wenn es Windows nie gegeben hätte? Vermutlich würde sich Commodore mit dem Amiga über den Marktführer Macintosh lustig machen. Tandy Trower, ein früher Microsoft-Angestellter, war Produktmanager des ersten Windows und blickt zurück auf die Anfänge [1] .
Seine Erinnerungen, die er auf Technologizer beschreibt, stammen aus der Zeit, als die Programmiersprache Basic immer noch zu den erfolgreichsten Produkten Microsofts gehörte. Damals fanden sich Varianten von Microsoft Basic auf fast jedem Computer, daneben bot die Firma eine ganze Reihe weiterer Programmiersprachen an. Trower war für die Sparte verantwortlich, aber Gates war besorgt über die Firma Borland, die mit Turbo Pascal den Markt eroberte. Die Angst vor Turbo Pascal erwies sich als berechtigt: Es wurde später zu dem dominierenden Pascal-Dialekt und Borland zum wichtigsten Anbieter von Programmiersprachen.
Als er schließlich als Produktmanager zum Windows-Team versetzt wurde, hatte das Projekt intern bereits einen schlechten Ruf und vier Produktmanager verschlissen. Trower befürchtete, man wollte ihn auf diese Weise abservieren, was Gates und Ballmer jedoch bestritten. Windows sollte endlich erscheinen und nach mehreren Neustarts blieb wenig Zeit für den Feinschliff.
Weder die Anwendungsgruppe (die sich auf den Mac konzentrierte), noch die Basic-Gruppe konnte er anfangs von Windows überzeugen. Dafür überzeugte er Ballmer und Gates, einige kleine Anwendungen beizulegen, wie dies auch Apple tat, damit Anwender gleich mit dem Computer arbeiten können. Anders als Apple beim Mac musste Microsoft mit Windows zu DOS-Anwendungen kompatibel bleiben, die aber grundsätzlich davon ausgingen, den Speicher für sich allein zu haben. Als weitere Schwierigkeit kam die im Vergleich zum Mac leistungsschwächere Standard-PC-Hardware hinzu.
Das später in Zusammenarbeit mit IBM angestossene OS/2 scheiterte letztlich an Unterschieden in der Firmenkultur von Microsoft und IBM. Auch mit Apple gab es Probleme, die Firma verklagte Microsoft wegen der Ähnlichkeiten zwischen Windows und dem Mac-Betriebssystem. Sowohl Apple als auch Microsoft bedienten sich allerdings bei Xerox, deren Xerox Star [2] Gates als so revolutionär betrachtete, dass er einen Rechner kaufte und ihn bei Microsoft aufstellte, lange bevor die Firma etwas vergleichbares von Apple sah.
Trowers Bericht ist sehr lesenswert und liefert einen Einblick in die Frühgeschichte von Windows. Er arbeitete von 1981 bis 2009 für Microsoft.












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Der Artikel errinnert mich an
Der Artikel errinnert mich an den Film "Pirates of Silicon Vally"
da geht's auch über Apples und Microsofts Entwicklung in den Anfängen.