Interval Research war während des ersten Internet-Booms eine echte Firma mit 110 Mitarbeitern, die von Microsoft-Mitgründer Paul Allen mit 100 Millionen US-Dollar unterstützt wurde. Doch die Firma scheiterte, übrig blieb eine Rumpffirma, die nur noch die Patente verwaltet - und sie jetzt gegen elf Firmen zu versilbern versucht.
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Allen besitzt die Restfirma und die Patente, Microsoft hat mit der Firma nichts zu tun. Die Liste der verklagten Firmen liest sich wie ein Who’s Who der Internet-Branche: Google, Googles Tochterfirma YouTube, Facebook, eBay, Apple, Yahoo, AOL, Netflix, Office Depot, Office Max und Staples. Microsoft fehlt in der Liste, aber es könnte sein, dass die Firma entweder die Patente schon lizenziert hat - angeblich soll Interval mit mehreren Firmen entsprechende Abkommen getroffen haben - oder in der zweiten Runde dran ist, denn falls Interval erfolgreich ist, kann es die eigenen Ansprüche gegen andere Firmen leichter durchsetzen.
Insgesamt besitzt Interval laut dem Wall Street Journal etwa 300 Patente, Gegenstand der Klagen sind drei. Es geht um die Anzeige von verwandten Newsthemen (auch) mit audiovisuellen Hilfsmitteln, personalisierte Benachrichtigungsdienste in Echtzeit und ein System zur Anzeige von Themen, die den Benutzer interessieren könnten.
Die Patente sind so vage, dass sie Interval noch gegen einige Firmen einsetzen könnte, falls die erste Runde erfolgreich ausgeht. Einen News-Aggregator oder personalisierte Empfehlungen bieten viele Websites. Angeblich habe Interval so lange mit der Klage gewartet, weil das Patent-Portfolio erst ausgewertet und geprüft werden musste.
Der Fall hat einige Zutaten eines echten Patent-Trolls: Die klagende Firma verwaltet nur noch Rechte und hat nur zu befürchten, dass ihre Patente für ungültig erklärt werden. In einem weniger ungleichen Duell, beispielsweise Apple gegen Nokia, bringen zwei Firmen ihre Patente in Stellung, was häufig auf eine gegenseitige Lizenzierung hinausläuft. Was diesen Fall zu etwas besonderem macht, ist zum einen Paul Allen selbst, als auch, dass Interval tatsächlich einst selbst etwas entwickelt hatte. Allen hat unabhängig von seiner Arbeit für Microsoft in viele Firmen investiert, er besitzt mit den Seattle Seahawks ein bekanntes American-Football-Team. Von Microsoft hatte er sich schon während des DotCom-Booms langsam zurückgezogen.
Wie üblich haben einige der betroffenen Firmen angekündigt, sich gegen die Klage zur Wehr zu setzen.



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