Test: TC-Helicon VoiceLive Touch

Beat 9.2011 - von Henning Schonvogel

VoiceLive Touch

Bewertung:
sehr gut (6.0)
Preis: 499 Euro
Hersteller: TC-Helicon
Alternative: Vocalist 4 Live 647 Euro, VP-7 Vocalist 599 Euro
stabiler Aufbau
transportabel
gute Effektauswahl
hochwertiger Klang
leichte Bedienung
integrierter Looper
Eckdaten:
• Vocal-Harmonizer
• mit µ-Mod, Delay, Reverb
• FX, Double und Harmony
• Looper auf Basis der VLOOP-Technologie
• über 200 Werks-Presets
• 25 Favoriten
• 24 Folientaster sowie zwei Lautstärkeregler
• 24-Bit-Verarbeitung
• 128-faches Oversampling
• Rauschabstand 107 / 115dB
• XLR- und Klinkenbuchsen
• USB-Anbindung

 

Die dänische Effektschmiede TC-Helicon hat mit VoiceLive2 und den Geräten der VoiceTone-Serie bereits eine ganze Palette an Prozessoren zur Stimmbearbeitung im Programm. Diese sind dank solider Verarbeitung und großer Flexibilität bei Musikern und Produzenten sehr beliebt. Seien es Rock, Pop oder Elektro – überall finden sich die markanten Klänge der als Bodentreter ausgelegten Maschinen. Mit VoiceLive Touch präsentiert TC-Helicon nun einen neuen Ansatz, der sowohl bei Auftritten als auch im Studio überzeugen soll. Dieser verbindet bewährte Effekt- und Looper-Technologie mit einer neuen Benutzeroberfläche, um auch in hektischen Live-Situationen immer den richtigen Ton zu treffen. Ob sich das Konzept auch in der Praxis behaupten kann, wird dieser Test zeigen.

 

Klein und leicht

Äußerlich zeigt sich VoiceLive Touch eher zurückhaltend. Mit kompakten Maßen und geringem Gewicht lässt sich das Gerät leicht transportieren, ohne dabei instabil zu wirken. Das Metallgehäuse ist fest mit sämtlichen Buchsen sowie den seitlich angebrachten Lautstärkereglern verbunden. Alle weiteren Bedienelemente sind als Folientaster ausgelegt, bruchgefährliche Komponenten gibt es nicht. Für Übersicht sorgt ein Multi-LED-Display, das Preset- und Effektparameter in roter Schrift anzeigt. Zusätzlich besitzt jeder Folientaster eine eigene LED, die im Betrieb leuchtet oder blinkt. Neben dem Einsatz als Desktopgerät lässt sich VoiceLive Touch auch an einem Mikrofonständer befestigen. Hierzu genügt einfaches Einhängen, zusätzliche Schrauben sind nicht notwendig.

Anschlussseitig werden ein Mikrofonanschluss sowie ein Monoausgang im XLR-Format geboten, für die Ausgabe von Stereosignalen stehen zwei Line- sowie eine Kopfhörerbuchse als Studio-Klinke zur Verfügung. Weiterhin ist ein Gitarreneingang nebst Thru-Port vorhanden, der ebenso wie die MIDI-Buchse dem Zuspielen von Harmonien dient. Diese werden von VoiceLive Touch ausgewertet und für entsprechende Effekte auf das Stimmensignal aufgeprägt. Auxweg und Fußschaltereingang mit maximal drei Kontakten erweitern die Anschlussvielfalt zusätzlich. Auch eine USB-Buchse ist mit von der Partie, über die Audio- und MIDI-Daten gesendet und empfangen werden können. Mithilfe der beiliegenden VoiceSupport-Software ist zudem die Verwaltung von Presets sowie eine schnelle Aktualisierung der Firmware möglich. Gleichsam modern zeigen sich auch die inneren Werte, die mit 24 Bit, 128-fachem Oversampling sowie, je nach Eingang, einem Rauschabstand von 107 dB oder 115dB glänzen.

 

Kombiniere!

VoiceLive Touch bietet sechs Effektblöcke, namentlich µ-Mod, Delay, Reverb, FX, Double und Harmony. Jede dieser Sektionen beinhaltet verschiedene Effektalgorithmen, die mit Tastern und Slider bearbeitet und angepasst werden können. Letzterer erweist sich dank ausgeklügelter Doppelklick- und Wischfunktionen als Multitalent – die Navigation durch Presets und Menüs wird so zum Kinderspiel. Im Gegensatz zum VoiceLive2 wurde die Effekt- und Parameterauswahl auf wesentliche Einstellungen zusammengeschrumpft. Somit steht der schnellen Erstellung eigener Presets nichts im Weg; der Flexibilität tut dies kaum Abbruch. Pro Kategorie kann ein Effekt ausgewählt und wiedergegeben werden. Die Spannweite reicht dabei von klassischen Vocoder-Sounds über Raum- und Echoeffekte bis hin zu recht eigenwilligen Klangveränderungen. Besonders die resonatorartigen Färbungen wussten in diesem Bereich zu beeindrucken, welche die Stimme des Sängers in eine Blechbüchse oder den Korpus eines akustischen Instrumentes überführen. Gleichsam vielseitig zeigten sich Harmonie- und Dopplungseffekte. Neben dem berühmt berüchtigten Cher-Effekt steht auch dem eigenen – bis zu achtstimmigen – Chor nichts im Wege. Spätestens hier kommt auch die bereits erwähnte Verwertung von Audio- und MIDI-Signalen zum Tragen, die im gesamten Testverlauf sehr gut funktionierte.

 

Schleifen

Neben Effekten findet sich auch ein Looper im Inneren des VoiceLive Touch. Dieser basiert auf der VLOOP-Technologie und reicht mit 30 Sekunden Aufnahmezeit und bis zu 25 separaten Loops sowohl für einzelne Sprachschnipsel als auch vollständige musikalische Phrasen. Funktionen wie Overdub, Undo und Multiply erhöhen den Wert weiter. Auch hier gibt es Bestnoten für die Neuerscheinung von T

 

Fazit

Mit VoiceLive Touch ist TC-Helicon ein erstklassiges Effektgerät gelungen, das Stimme und Gesang auf vielfältige Art zu bearbeiten weiß. Von hochwertigen Standards bis zu abgefahrenen Effektkombinationen gibt es Einiges zu entdecken, zusätzlich wird der Spielspaß durch die einfache Bedienung gefördert. Definitiv eine Empfehlung wert!

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