STAGEPIANO MIT SKALIERTER HAMMERMECHANIK

Test: Casio Privia PX-3

Beat 708.2011 - von Henning Schonvogel

Privia PX-3

Bewertung:
sehr gut (6.0)
Preis: 999 Euro
Hersteller: Casio
Alternative: Yamaha CP33 1248 Euro www.yamaha.de Roland FP-4 1369 Euro www.rolandmusik.de Kurzweil SP-4 951 Euro www.kurzweilmusicsystems.com
erstklassige Tastatur
schnelle Passagen präzise spielbar
hochwertiger Sound
vielseitige Klangauswahl
weitreichende Klangformungsmöglichkeiten
geringes Gewicht
Eckdaten:
• Stagepiano mit skalierter Hammermechanik
• Ivory-Touch-Tri-Sensor-System
• Modulationsrad
• zwei zuweisbare Taster
• 250 AiF-Klangfarben
• Linear-Morphing-Technologie
• Acoustic-Resonance-System
• 128-stimmig
• Tone-/Synth-Editor
• DSP-Effekte

Casio feiert Geburtstag – doch die „Geschenke“ bekommen die anderen. Zum 30jährigen präsentiert der Hersteller ein Stagepiano speziell für Livemusiker. Ist das Privia PX-3 ein Grund zum Jubeln?

Der Name Casio bedarf wohl keiner großen Vorstellung mehr. Mit einer Vielzahl an Keyboards und Digitalpianos sowie klassischer Synthesizer und Sampler hat das Unternehmen längst einen festen Platz im Herzen vieler Musiker. Als Dankeschön ist zum Jubiläum nun das Privia PX-3 erschienen, ein in seiner Auflage limitiertes Stagepiano speziell für den Live-Einsatz. Als Basis für die Entwicklung dient das PX-330, das längst einen sehr guten Ruf in der Szene genießt. Zusätzliche Features, reduziertes Gewicht und eine ansprechende Preisgestaltung steigern die Erwartungen weiter. Doch kann das Gerät wirklich Feierlaune verbreiten?

Dreifach gut

Das Privia PX-3 präsentiert sich in einem soliden Gehäuse mit den Maßen 132 mal 28 mal 13 Zentimeter. Trotz der stattlichen Größe ist das Gewicht mit weniger als elf Kilo gut tragbar, ein Segen beim Touren durch verschiedene Städte und Länder. Erreicht wird die Leichtigkeit durch das Fehlen interner Amps und Lautsprecher, die in Zeiten günstiger Abhörlösungen sowieso immer mehr an Wichtigkeit verlieren. Die Oberfläche ziert ein LC-Display sowie einer Reihe an Bedienelementen, für eine noch einfachere Bedienung sind einige Diagramme aufgedruckt.

Die Anschlüsse auf der Rückseite umfassen zwei große Klinkenbuchsen für Line-Ein- und Ausgänge sowie eine Pedal-Controller-Buchse; ein einfaches Fußpedal liegt sogar bei. Alternativ rät Casio zum Kauf des Spezialpedals SP-32, für das ein zusätzlicher Anschluss am PX-3 vorgesehen ist. Die digitale Kommunikation erfolgt mittels MIDI-Duo oder via USB. Songdaten können zudem auf SD-Karten verwaltet werden. Die Stromversorgung übernimmt ein externes Netzteil.

Gefühlsecht

Die Tastatur des PX-3 umfasst 88 gewichtete Tasten mit skalierter Hammermechanik. Diese folgt dem Ivory-Touch-Konzept, das mit zusätzlicher Sensortechnik auch extrem schnelles Spiel ohne abgeschnittene Noten ermöglicht. Allein diese Technik dürfte für manche Musiker bereits einen zwingenden Kaufgrund darstellen, denn das Spielgefühl ist mit Casios Neuling wirklich erstklassig. Auch kleinste Nuancen können sehr ausdrucksstark umgesetzt werden – ein Spielspaß, den man bei Mitbewerbern oft vergeblich sucht. Dank Modulationsrad kann die Tonhöhe zusätzlich beeinflusst werden, kleine Extras wie der mitgelieferte Notenständer runden das positive Bild vollends ab.

Sounds satt

Die Klangerzeugung des Privia PX-3 stellt 250 AiF-Klangfarben zur Verfügung, die mittels Tone-/Synth Editor weitreichend bearbeitet werden können. Ein vollständiger Synthesizer ist das Gerät damit zwar noch nicht, für ein Stagepiano sind die Funktionen dennoch beachtlich. Bis zu vier Klangfarben lassen sich mittels Layer- und Splitfunktionen gleichzeitig spielen, die Linear-Morphing-Technologie ermöglicht weiche Übergänge zwischen einzelnen Dynamikstufen beziehungsweise Samples. 128 Stimmen garantieren ausreichende Performance auch bei komplexen Musikstücken, ein vierbandiger Equalizer sowie die Brillanz-Regelung dienen der weiteren Anpassung des Sounds an Geschmack und Bühnensituation. Für direkten Zugriff sind zwei Taster mit frei belegbaren Parametern an Bord.

Im Test wussten neben hochwertig gesampelten Piano- und E-Pianosounds besonders die flexiblen Streicher zu begeistern. Und auch im Bereich „Sonstige“ sind einige echte Perlen zu finden. Anspieltipp ist vor allem der Klang „Music Box“, der mit heimeligem aber gleichzeitig fremdartigem Sound viele Musiker begeistern dürfte. Perkussives wird mit den zehn Schlagzeug-Kits abgedeckt, die sich in Durchsetzungskraft und Abwechslungsreichtum nicht vor spezialisierten Geräten verstecken müssen. Für die weitere Bearbeitung stehen drei Inserteffekte zur Verfügung, wobei die erste Instanz zwischen 64 Klangfärbern wählen lässt. Die Auswahl reicht von Dynamikprozessoren über zahlreiche Modulationseffekte bis hin zu Verzerrung, die beiden anderen Instanzen sind auf Hall und Chorus festgelegt. Eigene Kreationen können auf einem der 64 Speicherplätze abgelegt werden.

Fazit

Mit dem Privia PX-3 ist Casio ein erstklassiges Jubiläumsangebot gelungen. Klang und Funktionsumfang setzen sich gekonnt von Mitbewerbern ab – hier hat der Hersteller wirklich sein ganzes Können, seine ganze Leidenschaft investiert. Die Tastatur begeistert durch Ivory-Touch-Technologie; bereits bei kurzem Anspielen besteht Suchtgefahr. Bleibt zu hoffen, dass die Stückzahlen des PX-3 trotz limitierter Auflage groß genug sind, um eine Vielzahl an Musikern in den Genuss dieses wirklich erstklassigen Instruments kommen zu lassen.

ANZEIGE

BEAT-NEWSLETTER BESTELLEN

beat drive

Aktuelle Testberichte

Aktuelle Beat Ausgabe

: ##beat 05/14##falkemedia

Beat 05.2014

Erscheinungsdatum:
04.04.2014

Spezial: Track-Klinik