Test: Allen & Heath ZED-12FX

Beat 708.2012 - von Henning Schonvogel

ZED-12FX

Bewertung:
sehr gut (5.5)
Preis: 594 Euro
Hersteller: Allen & Heath
Alternative: Soundcraft MFXi 12 689 Euro,Yamaha MG 124 CX 356 Euro, Mackie ProFX12 379 Euro
extrem stabiler Aufbau
gut klingende Preamps
Tiefpassfilter
musikalische Equalizer
Pre-/Post-Send-Wege
gute Effekt-Algorithmen
integriertes Audiointerface
durchdachtes Routing
hohes Gewicht
Eckdaten:
• analoges Mischpult
• integriertes USB-Audiointerface
• „DuoPre“-Mikro-/Line-Vorverstärker
• sechs Monokanäle mit …
• Dreiband-EQ & semip. Mitten
• Mono-/Summen-Inserts
• drei Stereokanäle mit
• Zweiband-EQs
• vier Auxwege
• 16 interne Effekte
• Mute- und PFL-Funktionen
• Pan-/Balance-Regler
• 100-mm-ALPS-Fader
• 12er-LED-Ketten
• Monitorsektion

 

Die Firma Allen & Heath ist wahrlich kein Unbekannter, wenn es um den Bau hochwertiger Mischpulte geht. Ihre Live-Konsolen sind bereits seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil der Musikwelt, die DJ-Mixer gelten als mit das Hochwertigste, was man für Geld kaufen kann. Allein um die kleinen Studio- und Bühnenpulte der ZED-Serie war es bisher eher still. Zwar gibt es im Web eine ganze Reihe positiver Aussagen dazu, wahren Ruhm konnten die Geräte bisher allerdings nicht einheimsen. Dabei versprechen die technischen Daten und Features gewohnt solide Qualität. Liegt der Teufel hier im Detail, oder wurde dieser Stern am Mixerhimmel einfach noch nicht entdeckt?

 

Viel Platz

Das ZED-12FX ist eines der kleineren Pulte der ZED-Serie. Sechs Mono- und drei Stereokanäle stehen für Eingangssignale bereit, Letztere können alternativ auch als Returnwege genutzt werden. Wie der Name sagt, ist als Zusatz ein Effektgerät verbaut, das 16 verschiedene Algorithmen bereitstellt. Abgesehen von den Seitenteilen besteht das Gehäuse komplett aus Metall. Alle Buchsen und Bedienelemente sind absolut hochwertig. Damit ist der Mixer eigentlich ein idealer Partner für den mobilen Einsatz, wäre da nicht das relativ hohe Gewicht von 7,4 Kilo. Andere Pulte mit gleicher Kanalanzahl bringen oft locker drei Kilo weniger auf die Waage. Dafür ist der Bedienkomfort beim ZED-12FX ungleich höher: Sämtliche Potentiometer sind griffig und können auch in unkomfortablen Situationen leicht gefahren werden. Der lange Regelweg der 100-mm-ALPS-Fader macht Mischungen zum reinen Vergnügen.

 

Von oben nach unten

Die Monokanäle bieten XLR- sowie Klinken-Line-Eingänge zum Einspeisen von Signalen. Mit den sogenannten „DuoPre“-Vorverstärkern ist jedes Audiomaterial schnell auf Linie gezogen. Ihr Klang ist voll und bildet auch Nuancen sehr fein ab. Grundrauschen wird erst bei sehr hohen Stellungen des Pegelreglers wahrnehmbar. Tieffrequenten Störgeräuschen wie Trittschall kann man anschließend mit einem Tiefpassfilter dämpfen, seine Grenzfrequenz liegt bei 100 Hz. Nachfolgend steht ein Insert im Signalweg, bevor es weiter in den dreibandigen Equalizer geht. Auch hier setzt sich der durchweg positive Eindruck fort. Die Frequenzen von Höhen- und Tiefenband sind musikalisch sehr gut nutzbar. Anhebungen und Absenkungen können maximal 15 dB betragen. Das Mittenband ist semiparametrisch ausgelegt; der Regelbereich wirkt sehr gut getroffen. Als Nächstes werden Signale für Peak-LED und PFL- beziehungsweise Soloweg abgegriffen, bevor ein Mute-Taster, die insgesamt vier Aux-Wege sowie Fader und Pan-Regler folgen. Die ersten beiden Sends lassen sich entweder vor oder hinter dem Fader speisen, womit sie sowohl für Monitoranwendungen als auch zur Effektbeschickung geeignet sind. Aux-Weg drei und vier holen Signale immer nach der Lautstärkeregelung ab, wobei Letzterer allein der Nutzung des internen Effektgerätes dient.

Die Stereokanäle sind in der für Kleinmixer üblichen Manier abgespeckt: Statt XLR-Eingängen finden sich hier lediglich Studioklinken-Anschlüsse, im Equalizer muss man sich mit Höhen- und Tiefenband begnügen. Insert und Tiefpassfilter wurden ebenfalls eingespart. Statt der Eingangskanäle können auch verschiedene Return-Wege mit den Stereokanälen verschaltet werden, im Einzelnen sind das Stereo, 2Track und USB.

 

Die digitale Seite

Der ZED-12FX enthält auch ein Audiointerface, mit dem sich der Summenkanal oder zwei der Aux-Wege direkt aufzeichnen, verändern und anschließend wieder in das Mischpult einspeisen lassen. Die Auflösung ist mit CD-Qualität nicht übermäßig hoch, dank guter Wandler kann die Klangqualität dennoch voll überzeugen. Frequenzgang und Dynamik sind für ein System dieser Preisklasse sehr gut und in puncto Latenz gibt es ebenfalls keinen Grund für Beanstandungen. Die Effekte wirken gleichsam hochwertig. Ein Großteil der Algorithmen widmet sich Echo und Hall, zusätzlich sind ein Flanger und ein Chorus vorhanden. Die Monitorsektion bietet zwei Paar Ausgänge und einen separaten Kopfhörerweg, genug um Studio- wie auch Live-Anwendungen abdecken zu können.

 

Fazit

Sieht man einmal vom relativ hohen Gewicht ab, so können dem ZED-12FX nur Bestnoten ausgestellt werden. Aufbau und Ausstattung sind erstklassig, die Klangqualität lässt viele anderen Kleinmixer schnell alt aussehen. Das integrierte Audiointerface und die Effektauswahl überzeugen ebenfalls, Anschluss und Routing lassen sowohl im Studio als auch auf der Bühne keine Wünsche offen. Ein rundes Paket also, das den Namen Allen & Heath wirklich verdient hat.

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