FIREWIRE-AUDIOINTERFACE

Test: Echo Audiofire Pre8

Beat 708.2011 - von Henning Schonvogel

Audiofire Pre8

Bewertung:
sehr gut (6.0)
Preis: 789 Euro
Webseite:
Hersteller: Echo Audio
Alternative: Focusrite Saffire Pro 40 529 Euro www.focusrite.de M-Audio Profire 2626 760 Euro de.m-audio.com MOTU 896 MK3 1173 Euro www.motu.com
hochauflösende Signalabbildung
gute Verarbeitung
Klang auf akustische und Bandprojekte optimiert
stimmiges Klangbild
Lo-Z- und DI-Funktion
viele Sync-Optionen
zweiter Kopfhörerweg
Eckdaten:
• FireWire-Audiointerface
• 24-Bit-/96-kHz-Unterstützung
• acht Brilliant-Mikrofonvorverstärker
• Eingänge mit 4-Level-LED und Pegelregler
• zwei Kanäle mit erweiterten Funktionen
• zwei Insert-Wege
• 48-Volt-Phantomspeisung
• Frequenzgang: 10 Hz bis 20 kHz
• Dynamikbereich: 112 dB
• Klirrfaktor: < 0,002%
• 128fach-Oversampling
• acht analoge Ausgänge
• zwei Kopfhörerausgänge
• S/PDIF-Ein- und Ausgänge
• ADAT-Schnittstelle mit S/MUX
• MIDI-Duo
• Wordclock-Anschluss
• Softwarekonsole

Brillante Vorverstärker in Hülle und Fülle – mit diesem Versprechen geht Echos neues Audiofire Pre8 an den Start. Wir haben genau hingehört und geprüft, ob der Recording-Bolide wirklich im Studiobetrieb glänzen kann.

Audiointerfaces der Mittelklasse sind in vielen Fällen für Elektro- oder Heimstudioproduzenten konzipiert. Neben entsprechenden Frequenzgängen wird dies vor allem bei einem Blick auf die Mikrofonvorverstärker deutlich. Oft kommen auch preisintensive Boliden mit nur ein bis zwei dieser Baugruppen daher – viel zu wenig für akustische Projekte. Was also tun, um die eigene Band kompetent einzufangen? Als eines der wenigen Unternehmen hat Echo Audio das Dilemma erkannt und möchte dafür mit dem Audiofire Pre8 eine günstige und flexible Lösung schaffen. Werden Band-Aufnahmen damit ohne Kompromisse möglich?

Brillantes Konzept?

Das Audiofire Pre8 bietet acht Ein- und Ausgangskanäle mit einer Auflösung von 24 Bit und 96 kHz. Alle Eingänge sind als XLR-/Klinke-Kombibuchsen ausgelegt, jeweils mit einem Vorverstärker in Echos hauseigener Brilliant-Technologie verschaltet. Während die Kanäle drei bis acht mit einem Pegelregler sowie einer vierstufigen LED-Anzeige daherkommen, bringen die ersten beiden Kanäle eine ganze Reihe zusätzlicher Features mit. Diese umfassen Schalter für Phasendrehung, Impedanzanpassung und Dämpfung sowie einen Hochpass bei 80 Hz und eingebaute DI-Boxen. Zwei Insertwege dienen der Einbindung von externen Klang- oder Dynamikeffekten vor der Wandlung, der Frequenzgang wird mit 10 Hz bis 20 kHz angegeben. Weitere technische Daten umfassen einen Klirrfaktor von unter 0,002%, einen Dynamikbereich von 112 dB sowie Wandler mit 128fachem Oversampling und einen komplett in 24 Bit gehaltenen Datenweg. Die Ausgänge sind, wie bereits die Inserts, für Studio-Klinkenstecker konzipiert. Zusätzlich finden sich zwei Kopfhörerbuchsen für bequeme Aufnahmen auch ohne Monitorsystem.

Digitales

Auf digitaler Seite sind S/PDIF-Kanäle für optische und koaxiale Signale sowie ADAT-Ein- und Ausgang mit S/MUX-Unterstützung mit von der Partie. Steuersignale können per MIDI ein- und ausgegeben werden. Als Krönung der Anschlussvielfalt findet sich zudem eine Wordclock-Schnittstelle an dem Gerät – in diesem Preissegment eine Seltenheit. Der Anschluss an einen Computer erfolgt per FireWire-Buchse, Strom bekommt das Gerät durch einen Kaltgerätestecker. Wem die gebotenen Möglichkeiten noch nicht ausreichen, der kann zwei Pre8-Interfaces kaskadieren und somit die Vielfalt der Möglichkeiten verdoppeln.

Stabile Ware

Verpackt ist Echos Neuschöpfung in einem schweren Metallgehäuse. Trotz platzsparender Bauweise ist die Verarbeitung grundsolide und auch die Übersicht geht nie verloren. Somit ist das Interface für Live-Einsätze geradezu prädestiniert, denn größere Blessuren dürften nur bei fahrlässigem Verhalten auftreten. Gleichsam stabil zeigt sich die Softwareseite. Die Installation läuft unter Windows problemlos, auf dem Mac ist man sogar ohne Treiber sofort startklar. Eine optionale Softwarekonsole dient dem Mischen und Monitoring auch ohne DAW. Probleme mit Abstürzen oder zu hohen Latenzen traten während des gesamten Testverlaufs nicht auf.

Der gute Ton

Bereits in den ersten Minuten konnte sich das Audiofire Pre8 deutlich vom üblichen Klang der Mittelklasse absetzen. Die Kombination der Vorverstärker und Wandler erlaubt eine sehr gute Auflösung der eingehenden Signale. Speziell auf die Höhen, oft ein Problembereich in diesem Preissegment, wurde bei der Entwicklung offenbar größten Wert gelegt. Diese wirken nicht nur deutlich, sondern fast schon überspitzt, ohne dabei aufdringlich zu werden. Anders sieht es im Bassbereich aus. Der nimmt sich ein wenig zurück, was Produzenten harter elektronischer Musik ein wenig aufstoßen könnte. Erneut zeigt sich das Pre8 ganz auf akustische und Bandprojekte ausgelegt, welche von den neutralen Tiefen sehr profitieren dürften. Die Mitten erscheinen ebenso glatt und vervollständigen das insgesamt runde und präsente Klangbild. Für Erstaunen hat der gemeinsame Einsatz von geringer Impedanz und DI-Funktion gesorgt: Mit dieser Kombination konnte sogar ein dynamisches Mikrofon sinnvoll genutzt werden, das mit zehn Jahren Alter, schlechtem Zustand und einem Neupreis von unter 15 Euro sonst einfach nur grauenvoll klang. Schade nur, dass diese Kombi nur mit den ersten beiden Kanälen möglich ist. Sonst wäre Echos Neues ganz nebenbei ein probates Heilmittel für eine eher schäbige Mikrofonausstattung.

Fazit

Mit dem Audiofire Pre8 hat Echo ein Audiointerface auf den Markt gebracht, das sich nicht nur traut, anders zu sein, sondern diese Haltung sogar zum Prinzip erhebt. Abseits von Gewohntem zeigt das Gerät erstaunliche klangliche Stärken, die durch Funktionsumfang und Synchronisationsmöglichkeiten optimal ergänzt werden. 

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