Günstige Fullrange-Box von JBL

Test: JBL JRX125

Da stehen sie nun. Zwei mal 42,6 Kilo. Mit handlichen Griffen ausgestattet und mit schwarzem Filz überzogen, warten die zwei kleinen Saurier darauf, links und rechts auf die Bühne gewuchtet zu werden. Wir haben es so gewollt, denn Beat testet heute den klassischen Aufbau für die Publikumsbeschallung mit zwei passiven Fullrange-Boxen. Dazu haben wir uns zwei JRX125 von JBL ausgesucht, weil sie erstens konstruktionstechnisch eine Besonderheit aufweisen und zweitens daher gleichermaßen beliebt wie umstritten sind. Spannend.

Von   Uhr

Einfach gestrickt

Schnell sind die Lautsprecher mit den stattlichen Maßen von 110 mal 46 mal 43 Zentimetern, dem massiven MDF-Gehäuse, dem stabilen Frontgrill und der trapezförmigen Grundfläche mit Speakon-Kabel an eine leistungsfähige Endstufe angeschlossen. Ein Vorteil von Passivboxen: sie benötigen keine zusätzlichen 220 Volt, denn die Leistung kommt bereits von der Endstufe, und die muss einiges liefern, um das enorme Klangpotenzial der JRX125 auszureizen.

Viel Power

500 Watt RMS beziehungsweise 2000 Watt in der Spitze verarbeitet die Box zu 133 dB maximalem Schalldruck. Der Frequenzgang liegt dabei zwischen 36 Hz bis 16 kHz. HiFi-Sound ist hier also nicht zu erwarten und das Sofa kann man auch zuhause lassen. Diese Boxen sollen einfach Druck machen und puren Live-Sound bieten, Power für den Dancefloor und die Band-PA.

Viele Versprechungen

Mit der Bestückung und der Frequenzweiche geht JBL dabei ungewöhnliche Wege: Zunächst verarbeitet ein Einzoll-Kompressionstreiber mit einem 90-mal-50-Grad-Abstrahlwinkel alle Signale bis hinunter zu 2 kHz. Danach übernehmen zwei 15-Zoll-Woofer mit 2½-Zoll-Schwingspule arbeitsteilig den Rest. Die für verzerrungsfreie Leistung groß dimensionierte Frequenzweiche weist dabei mit zwei Tiefpass-Filtern den baugleichen Chassis unterschiedliche Aufgaben zu. Während der mittlere Speaker Mitten und Tiefen verarbeitet, wird der untere Lautsprecher wie ein integrierter Subwoofer nur mit Tiefbassfrequenzen angesteuert. So entsteht quasi ein Dreiwege-System, das vor allem für einen vollen Bass-Sound sorgen soll.

Viel Skepsis

Wenn das gelingt, würde sich das hohe Gewicht der Boxen ganz anders darstellen, denn immerhin wäre ja gleich ein Subwoofer mit am Start. Außerdem – und das ist genauso interessant – würden die Finanzen deutlich entlastet und die Boxen zu einem echten Schnäppchen! Aber: Ein integrierter Subwoofer – ob das gutgehen kann? Vielleicht werden die Mitten jetzt ja zugewummert? Und ob sich das Horn wirklich durchsetzen kann, zumal oberhalb von 16 kHz nichts mehr angeboten wird? Unsere Skepsis ist nicht ganz unbegründet. Also probieren wir es aus.

Viel zu hören

Wir füttern die Anlage mit fetten Beats vom CD-Player und drehen zuerst schön leise. Denn was leise nicht klingt, wird bekanntlich bei hoher Lautstärke auch nicht besser. Was wir hören, ist ein ausgewogenes Klangbild. Höhen, Mitten, Bässe – alles da. Wir haben nicht den Eindruck, dass die zwei 15-Zoll-Woofer alles zublubbern. Wir haben aber auch nicht das Gefühl, dass hier die gezähmte Bassbestie lauert, um die Magenwand zum Flattern zu bringen. Die ganze Box klingt leise eher moderat und das Horn setzt sich mit guter Transparenz durch, obwohl die Konturen für unseren Geschmack auch deutlicher sein könnten.

Viel Spaß

Jetzt wollen wir hören, was die Box leistet: Die JBL JRX125 wird richtig laut und behält dabei bis in den Grenzbereich hinein ihren homogenen Sound. Die Mittentransparenz ist ansprechend, was wir bei einigen alten Soul-Balladen sehr genießen. Der Bass ist kraftvoll. Die Höhen sind sauber. Für unseren Geschmack könnte es von allem noch ein wenig mehr geben. Außer von der Lautstärke, die ist wirklich sehr beeindruckend. In jedem Fall ausreichend, um 250 Leute mit Clubmusik auf den Dancefloor zu schieben. Aber mal ehrlich: Wer wirklichen Tiefbass braucht und liebt, wird sich schon noch einen Subwoofer dazustellen müssen.

Fazit

Die JBL JRX125 ist eine gute Fullrange-Box mit guter, roadtauglicher Verarbeitung und amtlicher Bestückung. Sie ist laut, standfest und bietet ein sehr ausgewogenes Klangbild, das wir rauer erwartet hätten. Zwar kann sie mit ihren zwei 15-Zoll-Chassis einen fetten Subwoofer nicht wirklich ersetzten. Beim größten Teil unserer Test-Tracks wurde das aber auch nicht vermisst. Und dann ist da noch der Preis, der gemessen an der Performance der Boxen wirklich günstig ist. Denn die JBL JRX125 ist eindeutig professionelles Equipment und im Übrigen mit weiteren Komponenten aus der JRX-Serie gut ausbaufähig. Ein sinnvoller Anfang für ein fettes Soundsystem.

Testergebnis
ProduktnameJRX125
HerstellerJBL
Preis539 €
Webseitejblpro.com
Pro
  • amtliche Bestückung
  • sehr gute Verarbeitung
  • roadtaugliche Ausstattung
  • viel Power
  • ausgewogenes Klangbild
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • modularer Ausbau möglich
Contra
  • hohes Gewicht
  • mäßige Soundtransparenz
Bewertung
2,7befriedigend

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