Test: Reloop Jockey 3 Master Edition

Beat 9.2011 - von Boris Pipiorke-Arndt

Reloop Jockey 3 ME

Bewertung:
sehr gut (5.5)
Preis: 724 Euro
Hersteller: Reloop
Alternative: Traktor Kontrol S4 899 Euro, Vestax VCI-100MK2 713 Euro, American Audio VMS4 Traktor 609 Euro
robustes Gehäuse
gute Bedienelemente
gut klingendes Audiointerface
Mixer standalone nutzbar
analoge Line-/Phono-Eingänge
übersichtliches Layout
Jog-Rad muss auf persönliche Präferenzen abgestimmt werden
Eckdaten:
• Zwei-Deck-MIDI-Controller
• integriertes Audiointerface
• vier Ausgänge, sechs Eingängen
• Inklusive Traktor LE
• analoge Eingänge für Line-/Phonosignale
• Kopfhöreranschlüsse als Studio- und Miniklinke
• symmetrische und unsymmetrische Ausgänge
• beleuchtete Bedienelemente
• anpassbare Jog-Räder

Der DJ-Ausrüster Reloop widmete sich dem Thema Digital-DJing vor drei Jahren mit den ersten Modellen der Jockey-Controller-Serie. Da bislang jede Evolutionsstufe zahlreiche Produktverbesserungen mit sich brachte, waren wir zu Beginn dieses Tests schon sehr gespannt, in welchen Bereich die Neuerungen diesmal Einzug gehalten haben.

 

Erstkontakt

Schon beim ersten Auspacken des Reloop Jockey 3 Master Edition fällt auf, dass der Hersteller mit diesem Controller eine neue Qualitätsstufe erreichen möchte. Das Gehäuse des Geräts ist komplett aus Metall gefertigt und wiegt stattliche viereinhalb Kilo. Die Gehäuseabmessungen sind mit einer Breite von vierzig mal dreißig Zentimetern jedoch nur unwesentlich größer als die seiner Vorgänger. Die grundsätzliche Aufteilung der Bedienelemente wurde im Wesentlichen beibehalten, sodass man auch beim Reloop Jockey 3 Master Edition zwei identisch ausgestattete Deck-Bereiche auf der linken und rechten Seite und einen mittig platzierten Mixer-Bereich vorfindet. Besonders auffällig sind die extrem flach ausgeführten Jog-Räder, die für unterschiedliche Funktionen nutzbar sind und in etwa die Größe einer CD haben. Durch seitlich am Gehäuse angebrachte Regler lässt sich ihr Drehwiderstand stufenlos anpassen und auf der Rückseite des Controllers bietet ein weiteres Bedienelement eine Einstellungsmöglichkeit für ihre Berührungsempfindlichkeit. Die gummierten Taster der Decks sind fast alle mit einer einstellbaren Hinterleuchtung ausgestattet und verfügen über einen recht gut definierten Druckpunkt. Ihr Aufgabenbereich liegt in der Ausführung von Basissteuerungen der Songs bis hin zum Abrufen von kreativen Funktionen. Zahlreiche groß dimensionierte Encoder und Potis übernehmen die Fernbedienung der Effekte, Loops, Filter und Panoramaeinstellungen. Die Mischpultsektion ist mit zwei Kanälen ausgestattet und erlaubt das Mixen von digitalen und/oder analogen Klangquellen per Equalizer, Kanal- und Crossfadern.

 

Kontaktaufnahme

Die Rückseite des Reloop Jockey 3 Master Edition beherbergt zwei getrennt regelbare Ausgänge zum Anschluss des Geräts an eine Beschallungs- und eine Monitoranlage. Der Hauptausgang ist in doppelter Ausführung in Form von unsymmetrischen Cinch-Buchsen und symmetrischen Klinkenbuchsen vorhanden. Zwei Cinch-Paare stehen zur Speisung der beiden Mixerkanäle mit analogen Signalen aus Line-Pegel-Quellen oder von Plattenspielern zur Verfügung. Praktischerweise kann die Mischpultfunktion auch im Standalone-Betrieb (ohne Computerverbindung) genutzt werden und bietet in diesem Modus Pegelanzeigen und Klangregulierungen per Equalizer. Eine Miniklinkenbuchse dient zum Durchschleifen von Ausgangssignalen eines zusätzlichen Geräts und erlaubt den Aufbau eines umfangreichen Geräteparks. Die Vorderseite des Controllers bietet Anschlussmöglichkeiten für Kopfhörer und ein Mikrofon sowie eine stufenlose Verstellung der Crossfaderkurve sowie Schieberegler, mit denen sich die analogen Eingangssignale flexibel verschalten lassen.

 

Praxis

Der Reloop Jockey 3 Master Edition kann in Kombination mit Windows- oder Mac-Rechnern eingesetzt werden und wird inklusive der Software Traktor LE ausgeliefert. Auf unserem Windows-7-Testsystem entschieden wir uns für den Einsatz von Traktor Pro 2, um das Einsatzpotenzial des Controllers voll ausschöpfen zu können. Reloop bietet hierzu für ambitionierte Anwender zwei aufwändig programmierte MIDI-Belegungsdateien an. Der Controller lässt sich wahlweise zur Steuerung von zwei Track- und zwei Sample-Decks oder vier Track-Decks einsetzen. Die Belegung und Anordnung der Bedienelemente ist gut gelungen, wodurch der Einstieg in das digitale Mixen mit dem Jockey 3 schnell gelingt. Das Gehäuse ist sehr massiv und auch die verbauten Bedienelemente vermitteln einen hochwertigen Eindruck. Lediglich die Dosierbarkeit der Jog-Räder konnte in der Praxis (noch) nicht überzeugen, was das Ausführen exakter Scratch-Tricks erschwert. Ein Firmware-Update soll laut Hersteller aber zeitnah Abhilfe schaffen. Klanglich präsentiert sich das interne Audiointerface druckvoll und liegt auf Augenhöhe mit den direkten Mitbewerberprodukten.

 

Fazit

Reloop hat es mit dem Jockey 3 Master Edition wieder geschafft, eine neue Qualitätsstufe zu erreichen. Die Haptik und Klangqualität des Geräts überzeugen und die eigenständige Nutzbarkeit der Mischpultsektion erlaubt ein breites Einsatzfeld. Mobilen DJs und ambitionierten Hobbyanwendern können wir dieses Gerät bedenkenlos empfehlen.

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