Test: Mc Crypt ME-120SC

Beat 9.2011 - von Henning Schonvogel

ME-120SC

Bewertung:
sehr gut (5.5)
Preis: 129 Euro
Webseite:
Hersteller: Mc Crypt
Alternative: Gemini FirstMix (99 Euro), DJ Tech Imix USB Control (159 Euro)
Komplettpaket für Einsteiger
solide Verarbeitung
stabile Bedienelemente
übersichtliche Anordnung
USB-Verbindung
Virtual DJ 6 LE
mäßiger Klang der Soundkarte
Eckdaten:
• DJ-Controller mit zwei Kanälen
• zwei Jog-Wheels
• Touch-Funktion
• Regler & Taster für Gain, EQ, Lautstärke, Pitch
• Taster für Effekt- und Samplesektion
• intergriertes Audiointerface
• mit Line- und Kopfhörerausgang
• Mikrofoneingang
• USB-Schnittstelle
• Bus-powered

Dass man Einsteiger nicht nur mit niedrigem Preis, sondern auch mit Qualität und Funktionsvielfalt glücklich machen kann, steht nicht im Widerspruch, wie Conrad Electronic mit dem neuen DJ-Controller beweisen möchte.

Gerade Einsteiger wünschen sich oft ein Komplettsystem, das sie ohne viel Fachwissen in die Welt des digitalen DJings hineinschnuppern lässt. Das Angebot ist groß, die meisten Lösungen schlagen allerdings mit mehreren Hundert Euro zu Buche. Der ME-120SC bietet sich hier gleichermaßen als preiswerte und flexible Alternative an, beherbergt das Gerät doch einen DJ-MIDI-Controller, ein integriertes Audiointerface und passender Software. Die Preisempfehlung des Herstellers erscheint mit 129 Euro geradezu phänomenal und konkurrenzlos, besonders mit Blick auf die gebotenen Features. Kann das System in der Praxis überzeugen?

Harte Fakten

MIDI-Controller und Audiointerface des ME-120SC sind in einem kleinen, stabilen Gehäuse untergebracht. Mit geringen Maßen und dem Gewicht weniger Tafeln Schokolade kann das Gerät nur als handlich bezeichnet werden. Alle Bedienelemente sind auf der Oberseite des Gerätes angebracht, die Anschlüsse finden sich auf der Front- und Rückseite. MIDI- als auch Audioübertragung erfolgen, wie auch die Stromversorgung, mittel USB-Schnittstelle, womit nur wenige weitere Buchsen benötigt werden. Ausgangsseitig sind zwei Cinch-Anschlüsse sowie eine Kopfhörerbuchse im Miniklinken-Format zu nennen. Eingangsseitig steht eine Studio-Klinkenbuchse für ein Mikrofon bereit.

Die Kontrolloberfläche des ME-120SC ist einem zweikanaligen DJ-Mischpult inklusive Playern nachempfunden. Augenfälligste Merkmale sind sicher die beiden Jog-Wheels, mit denen sowohl Tonhöhenveränderungen als auch Scratching möglich werden. Darunter befinden sich Start-/Stop- und Cue-Funktionen. Über den Jog-Wheels sind Kontrollmöglichkeiten für Loopfunktionen, Pre-Fader-Listening, Sync und Gain angeordnet. Auch eine Effektsektion ist hier zu finden. Zu guter Letzt sind natürlich auch zwei Pitch-Fader vorhanden, ohne die kein DJ-Player komplett wäre.

Der Mixer findet sich in der Mitte des Controllers. Er verfügt über Regelmöglichkeiten für dreibandige Equalizer sowie zwei Lautstärkefader. Ein Crossfader zur Überblendung steht ebenfalls bereit. Zusätzlich sind Bedienelemente zur Verwaltung der Gesamt- und Kopfhörerlautstärke sowie zum Browsen durch die eigene MP3-Sammlung zu finden.

 

In Aktion

Frisch aus der Verpackung genommen, erweisen sich die Drehregler und Fader zunächst als ein wenig schwergängig. Diese Kleinigkeit legt sich aber bereits nach wenigen Minuten. Ab diesem Zeitpunkt wissen sowohl Stabilität als auch Funktion voll zu überzeugen. Die Drehregler sind griffig und halten auch wildem Schrauben stand, die Taster kommen mit definiertem Druckpunkt ebenfalls solide daher. Equalizer- und Pitchregler besitzen eine Mittenrasterung für präzise Nullstellung. Lediglich der Crossfader hätte für unseren Geschmack für schnelle Überblendungen etwas leichtgängiger ausfallen können.

Die Soundkarte stellt in puncto Klangqualität eine gute Alternative zu Standardkomponenten heutiger Rechner dar. Zwar werden sich fortgeschrittene DJs mittelfristig eine externe Lösung hinzukaufen, für einen soliden Einstieg in die Welt des digitalen Auflegens genügen die verbauten Komponenten aber locker – und oft auch drüber hinaus. Die Latenzen hielten sich im Test übrigens in einem erfreulich geringen Rahmen, nicht unbedingt selbstverständlich in dieser Preisklasse!

 

Softe Seite

Als Software liegt dem ME-120SC das Programm Virtual DJ 6 LE bei. Dieses unterstützt sämtliche der auf dem Controller befindlichen Funktionen und glänzt zudem durch eine klar strukturierte Oberfläche. Die Klangqualität der Audioengine ist gut, Zugaben wie die integrierten Kreativ-Effekte und die Sampling-Funktionen laden zum Experimentieren ein. Alternativ können auch andere DJ-Programme oder auch DAWs durch die Kontrollelemente gesteuert werden, womit die Hardware auch für Produzenten interessant wird. Die Installation und Konfiguration sämtlicher Paketbestandteile geht spielend leicht von der Hand – hier dürften sich auch unerfahrene Anwender schnell zurechtfinden.

 

Fazit

Für den aufgerufenen Preis von 129 Euro kann man dem ME-120SC nur gute Noten ausstellen. Das System ist einfach und klar strukturiert, Fragen werden sowohl während der Installation als auch der Nutzung kaum aufgeworfen. Der Controller kann sowohl durch Stabilität als auch Funktionsumfang überzeugen, einzig die Klangqualität der integrierten Soundkarte fiel im Test subjektiv ein wenig ab. Die Software Virtual DJ 6 LE bietet eine ganze Reihe nützlicher Funktionen, einem späteren Aufstieg auf umfangreichere Programme steht dank MIDI-Standard ebenfalls nichts im Weg.

Mehr zu: DJ-Controller | Mc Crypt

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