Spracherkennung: So hört der Mac aufs Wort

Im Test: Dragon Dictate 3 für den Mac

Nicht immer ist Tippen die beste Alternative: Wer Zeit sparen will, kann mit Spracherkennungs-Software und etwas Übung weit kommen und sogar einen Artikel darüber ... diktieren Dass mit Dragon Dictate der Mac zur alltagstauglichen Sekretärin wird, haben wir schon in Mac Life 02/2013 berichtet. Doch Dictate kann noch mehr: Mit der Software von Nuance lässt sich auch der Rechner an sich steuern. Das kann Zeit sparen und macht mitunter eine Menge Spaß. Und so geht es:

Von   Uhr
  • Befehlsmodus
  • Öffne Word
  • Diktatmodus
  • So hört der Mac aufs Wort
  • neuer Absatz ...

Auf diese Weise begann der Artikel tatsächlich. Ohne Tastatur. Stattdessen mit Headset am Ohr. Mit Dragon Dictate aktiv. Und mit einem gefügigen iMac. Zugegeben, es dauert eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hat, ohne Hände zu arbeiten. Vor allem am Anfang, wenn Dragon dann und wann doch nicht versteht, was gewünscht ist, geht der Griff automatisch zur Tastatur. Das ist wesentlich schneller, als diverse Male zu probieren, der Software beizubringen, was tatsächlich gewollt war. Wobei das durchaus geht, wenn auch die Lernkurve bei Software und Nutzer schon mal durchwachsen ausfallen kann. Der erste Weg zu mehr Erfolg geht so:

  • Befehlsmodus
  • Dictate einblenden
  • Öffne Wortschatz-Training

Danach ist Schluss mit Sprachkommandos. Die wichtigste Funktion des Wortschatz-Trainings – zumindest am Anfang – ist nämlich der Import schon vorhandener Texte. Aus diesen extrahiert Dragon Dictate neue Wörter, die der Anwender durch Bearbeiten der angezeigten Liste dem Dictate-Wortschatz hinzufügen kann. Da sich auf diese Weise die Software sehr schnell an den eigenen Wortschatz anpassen lässt, sollte es eine der ersten Aktivitäten mit Dictate sein. Leider hilft dieses Verfahren nur bei Diktaten, aber nicht bei der Steuerung des Computers. Wer auf die Schnelle wissen möchte, welche Befehle ihm aktuell zur Verfügung stehen, kann sagen

  • Befehlsmodus
  • Öffne Dictate
  • Fenster verfügbare Befehle einblenden
  • (Schließen geht mit Fenster „Verfügbare Befehle ausblenden“)
  • Öffne ...

Statt der drei Punkte steht natürlich der Name des Programms, dessen Befehle benötigt werden. Das Fenster für verfügbare Befehle zeigt immer die Befehle des aktuell aktiven Programms an. Beim ersten Mal sind alle Gruppen eingeklappt, danach zeigt es sie so an, wie es zuletzt geschlossen wurde. Waren beispielsweise alle Gruppen eingeklappt, sind sie auch beim nächsten Öffnen eingeklappt, waren alle ausgeklappt, sind sie entsprechend ausgeklappt. Auch eine Mischung aus beidem ist möglich. Um die Gruppen zu öffnen oder zu schließen, muss mit der Maus auf das kleine Dreieck links neben dem Gruppennamen geklickt werden. Auch das lässt sich mit Sprache regeln, wobei es per Hand wesentlich schneller geht, sodass die ausschließliche Steuerung des Macs per Sprache nicht die beste Idee ist, wenn es um Effizienz geht. Trotzdem:

  • Befehlsmodus
  • Maus nach links bewegen (oder rechts/oben/unten, je nach Lage des Ziels)
  • Maus nach oben bewegen (und so weiter, bis das Ziel erreicht ist)
  • Stopp (am besten kurz vor dem Ziel, denn da der Befehl erst umgerechnet wird, läuft der Zeiger ein paar Pixel nach)
  • Maus klicken

Schon sind die verfügbaren Befehle sichtbar – oder Dragon macht durch Einklappen Platz für einen anderen Befehlssatz. In den ausgeklappten Gruppen finden sich die spezifischen Befehle, um das gerade aktive Programm zu steuern. Zahlreiche Befehle sind natürlich bei allen Programmen gleich, denn sie sind Mac-typisch: Datei neu, Datei öffnen, Datei schließen, Suchfenster einblenden ... Die Liste ist lang, und wer Dragon viel verwenden will, sollte sich die wichtigsten Befehle gleich am Anfang separat notieren. Welche es im Einzelnen gibt, zeigt das Benutzerhandbuch. Es lässt sich natürlich auch per Sprache öffnen:

  • Befehlsmodus
  • Dictate einblenden (alternativ geht auch Dictate öffnen)
  • Benutzerhandbuch öffnen (Aufpassen: Hierdurch wechselt der Mac zu Vorschau, sodass nun die Befehle für Vorschau gelten)
  • Nächstes Eingabefeld
  • Diktatmodus
  • 121 (natürlich ausgesprochen als Einhunderteinundzwanzig)
  • Befehlsmodus
  • Drücke Return

Schon springt Vorschau zur Anfangsseite des Kapitels Befehle, das im Inhaltsverzeichnis des Benutzerhandbuchs von Dragon Dictate für Mac angeblich auf Seite 110 beginnt. Nur haben leider die Schreiber vergessen, Titelseite, Lizenzvereinbarung und Inhaltsverzeichnis einzurechnen – macht zusammen elf Seiten, die Vorschau mitzählt und die deshalb bei jedem gezielten Seitenaufruf addiert werden müssen, denn mit dem Inhalt verlinkt sind die Einträge des Inhaltsverzeichnisses im PDF leider auch nicht.

Das Kapitel Befehle liefert alles, was notwendig ist: globale Befehle zur Grundsteuerung von Dictate. Diktatbefehle, um zum Beispiel Korrekturen und Formatierungen vorzunehmen. Fensterbefehle, mit denen sich zusätzliche Informationsfenster zu Dictate öffnen und darin Auswahlen treffen lassen. Und Programmbefehle machen die Funktionen der jeweiligen Software zugänglich – grundsätzlich für Erinnerungen, Finder, Kalender, Nachrichten, Mail, Notizen, Safari, Text Edit und für Dragon selbst. Dazu gibt es Befehle für Facebook und Twitter – insgesamt nehmen die Tabellen der programmspezifischen Befehle 54 Seiten ein.

Zusätzlich lassen sich alle Programme mit Dragon Dictate per Sprache öffnen, denn Dictate durchsucht bei jedem Programmstart den Programme-Ordner und generiert automatisch für jedes dort gefundene Programm einen eigenen Startbefehl. Wenn also ein Programm neu installiert ist und Dragon danach startet, kann auch dieses neue Programm mit einem Sprach- befehl geöffnet werden.

Wem diese Vielfalt noch nicht reicht, kann Dictate eigene Befehle beibringen. [Hochstelltaste] [CMD][N] öffnet den entsprechenden Dialog, was sich übrigens auch als Tastaturbefehl sagen lässt:

  • Befehlsmodus
  • Drücke Tastenkombination Umschalttaste Befehlstaste N

Es öffnet sich die Befehlsverwaltung, in der sich alle vorinstallierten und alle benutzerdefinierten Befehle befinden. Sie basieren häufig auf Apple Script, sodass Kundige leicht weitere Befehle gestalten können. Alternativ lassen sich vorhan- denen Befehle auch analysieren, kopieren und modifizieren, um eigene Befehle zu generieren. Und auch im Netz finden sich fertige Scripts. Ob der eigene Wunschzettel erfüllt wird, zeigt aber nur eine gezielte Suche.

Fazit

Mit Dragon Dictate lässt sich Zeit sparen: zum einen mit der Diktatfunktion und zum anderen durch die Sprachsteuerung des Rechners. Beides klappt mit etwas Übung und vor allem mit einem ausgiebigen Blick in das Benutzerhandbuch. Besonders produktiv ist Dictate, wenn es um eigene Befehle erweitert ist. Wer zudem ein gutes Headset einsetzt, das zum Beispiel für Skype zertifiziert ist, liefert so hochwertige Sprachsignale an die Spracherkennung, dass kaum noch Fehler entstehen. Wenn das Headset dann auch noch Musik hochwertig wiedergibt, kommt selbst der Spaß nicht zu kurz.

Tim Szukat

Testergebnis
ProduktnameDragon Dictate 3
HerstellerNuance
Preis149 €
Webseitewww.nuance.de
Bewertung
1.9
gut
 

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