Moto X (2014) im Test: Motorolas Android-Flaggschiff im Vergleich mit dem iPhone 6

„Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner.“ Bedeutet das auch, dass aktuelle Android-Smartphones eine Alternative zum iPhone 6 darstellen könnten? Das neue Moto X weckt tatsächlich Begehrlichkeiten.

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Das Moto X der zweiten Generation ist Motorolas aktuelles Android-Flaggschiff. Trotz des großen 5,2-Zoll AMOLED-Displays liegt das aus Aluminium und Plastik gefertigte Gerät dank seiner geschwungenen Rückseite richtig gut in der Hand. Der Bildschirm löst mit Full HD höher auf als das Display eines iPhone 6, die Pixeldichte liegt mit 423 ppi über der eines iPhone 6 Plus. Durch den Verzicht auf mechanische Tasten auf der Gehäusefront wird diese vom Bildschirm dominiert, das nahezu randlose Design wirkt edel. Die für AMOLED-Bildschirme typisch satten Farben und die gute Lesbarkeit auch bei schrägen Blickwinkeln gehören zu den großen Pluspunkten des Moto-X-Displays.

Leistungsfähige Hardware

Im Inneren des Moto X der zweiten Generation steckt aktuelle Technik. Im Snapdragon 801, einem System-on-a-chip-Baustein, steckt ein Quad-Core-Prozessor von Qualcomm mit einem Takt von 2,5 GHz, dem 2 GB Arbeitsspeicher und eine leistungsfähige Adreno-330-Grafikeinheit zur Seite stehen. In gängigen Benchmarks, etwa dem Geekbench 3, liegen das iPhone 6 und Moto X meist gleichauf. Wichtiger als nackte Kennzahlen aber ist die im Alltag gefühlte Leistung. Auch hier kann das Motorola-Spitzenmodell überzeugen, selbst Spiele mit komplexerer 3D-Grafik, etwa der aktuelle Tower-Defense-Titel „Anomaly Defenders“, werden flüssig dargestellt.

Auch der Akku hat genügend Power, mit seiner Kapazität von 2.300 mAh bringt er einen über den Tag. Abends muss das Gerät aber meist, wie auch das iPhone, an die Steckdose. In Deutschland leider noch nicht erhältlich ist der Turbo Charger auf Basis der Quick-Charge-2.0-Technik von Qualcomm, der einem bereits stark entladenen Moto X innerhalb von nur 15 Minuten eine ordentliche Energiespritze verpassen kann.

Solide Kamera

Die Kameras der aktuellen iPhone-Modelle gelten momentan als Referenz im Smartphonebereich. Doch auch das Moto X kann überzeugen. Im Gegensatz zum iPhone 6 etwa kann das Moto X 4K-Videos aufnehmen, gut gefällt zudem der schnelle Zugriff auf die Kamera: Zweimal geschüttelt ist das Moto X direkt für einen Schnappschuss bereit. Abstriche muss man allerdings bei der Bildqualität in Situationen mit wenig Licht hinnehmen: Hier gehen Details im Rauschen unter. Der Autofokus reagiert zudem etwas träge und könnte schneller arbeiten.

Android pur

Softwareseitig setzt Motorola auf „Android pur“. Installiert ist Version 4.4.4 aka „KitKat“ – ein Update auf Android 5.0 „Lollipop“ ist bereits angekündigt. Statt die Benutzeroberfläche, wie es bei vielen anderen Herstellern üblich ist, umzugestalten und unnötig aufzublasen, beschränken sich die Zugaben beim Moto X auf sinnvolle Ergänzungen eines ansonsten unveränderten Android-Systems. Statt verspielten Features steht Nutzwert im Vordergrund.

Clever sind „Moto Infos“ in Kombination mit „Moto Action“. „Moto Action“ setzt auf in das Gerät integrierte Infrarot-Sensoren: Nährt man sich dem Moto X mit der Hand, werden Uhrzeit und eingegangene Benachrichtigungen angezeigt, per Winkgeste lassen sich Anrufe stumm schalten und das Display wird beim darauf schauen nicht gedimmt oder gar ausgeschaltet. Auch die sogenannten „Moto Regeln“ taugen in der Praxis: Das Smartphone lernt kontextbezogen, wie es sich zu verhalten hat.

Parameter wie etwa die Lautstärke von Rückmeldungen werden der jeweiligen Situation („Zu Hause“, „Nachtruhe“, „Besprechung“…) angepasst. Bei „Moto Sprache“ handelt es sich hingegen um eine Ergänzung des Siri-Konkurrenten „Google Now“: Auf dem Moto X lässt sich die Sprachassistenz statt über das generische „OK Google“ über eine persönliche Phrase aktivieren, das Gerät erkennt hierbei sogar verlässlich die eigene Stimme unter vielen. Im Gegensatz zu Siri unter iOS 8 ist „Moto Sprache“ übrigens unabhängig vom Ladekabel und lässt sich jederzeit auf Zuruf aktivieren, außerdem liefert Google Now oftmals bessere Antworten als Siri.

Fazit

Das Moto X ist aktuell eines der besten Android-Smartphones. Es ist ein leistungsstarker Handschmeichler und überzeugt mit durchdachter Software. Vor allem die kleinen von Motorola eingebrachten Details können begeistern: Hier kann sich Apple gerne für iOS 9 inspirieren lassen. Wer eine Alternative zum iPhone sucht, könnte am Moto X gefallen finden.

Testergebnis
ProduktnameMoto X (2014)
HerstellerMotorola
Preis499 €
Webseitewww.motorola.de
Pro
  • schickes Design
  • hohe Leistung
  • nahezu unverändertes „Stock-Android“
  • clevere Ergänzungen
  • individuelles Design via Moto Maker
Contra
  • Fotoqualität nur durchschnittlich
Bewertung
1.8
gut
 

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Guter Test. Vergangene Woche bin ich von iPhone 5 auf das Moto X gewechselt, bisher nicht bereut. Mal schauen, wie gut Lollipop wird!

Da klingt aber jemand begeistert. Welche SoT bringt das MotoX denn? Der Akku sieht von den Specs her ja schwachbrüstig aus.

Das Moto X ist in meinen Augen ein sehr gutes Android-Smartphone. Obwohl ich schon fleißig in das Apple-Ökosystem investiert habe (Apps, Musik, Filme), könnte ich mir es als Alternative zum iPhone vorstellen. Der Akku ist aber leider auch beim Moto X ein Kompromiss, über Nacht muss das Gerät an die Steckdose.

SOT ist Screen on Time, korrekt? Da kann ich dir keine genauen Werte nennen, hängt ja auch von den genutzten Apps und der Helligkeitseinstellung des Displays ab.

Grüße,
Stefan

das ding hat ja gar keine tasten!!! gibt es kein gegenstück zur home-taste? geht das alles über den screen??

Du siehst auf Bild 2 die 3 Symbole am unteren Rand? Die Softkeys werden bei Bedarf eingeblendet, ich ziehe das der mechanischen Hometaste (z.B. bei Samsung) vor und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Einige Kritiker meinen, das damit ein Teil des verfügbaren Displays verloren geht, aber aktuelle Apps blenden die Symbole bei kurzer Nichtnutzung ganz aus, 3 kleine Punkte markieren dann an deren Stelle, das die Softkeys bei kurzem Fingertipp in den Bereich aktiv werden.
Ich habe mich übrigens als Alltags- und Outdoor Mobile gerade für das preiswerte Moto G (2014) entschieden, Dual-Sim, eine ebenfalls ordentliche 8MP Cam und microSD-Slot sind für 189,- EUR ein unschlagbares Angebot, Cyanogenmod wird in Kürze ebenfalls, genau wie Lollipop auch für das Moto G verfügbar sein.

Es ist genau so, wie es Mike schreibt. An der rechten Seite finden sich eine Lautstärkewippe und ein Power-Button. Im Gegensatz zum iPhone hat das Moto X aber keinen Tasten auf der Vorderseite. Die entsprechenden Android-Buttons werden ganz unten auf dem Touchscreen angezeigt. Der Vorteil: Diese Software-Tasten werden im Vollbildmodus ausgeblendet, das spart Platz. So etwas wie Touch ID funktioniert so natürlich nicht - eines der wenigen iPhone-Features, die ich dann doch vermisst habe.

16 GB sind mir zu wenig Platz, die 32 GB scheint es nur direkt bei Motorola zu geben. Wieviel GBs sind nach dem Auspacken bereits belegt?

16 GB kriegt man tatsächlich schnell voll, Fotos und Videos muss man dann regelmäßig sichern. Wie viel Speicherplatz "out of the box" bereits belegt ist, habe ich leider nicht notiert. Ich reiche diese Information aber gerne die kommenden Tage nach.

Guter Test. Vielleicht etwas zu euphorisch, die Kamera in dem Moto ist nämlich echt mies. Würde generell gerne mehr über Android in der MacLife lesen, insbesondere wie man mit dem Mac abgleicht und so. Gibt es so etwas wie iTunes für Android?

Ich nutze schon eine Weile OS x und Android und hatte noch keine nennenswerten Probleme. Kontakte und Mails laufen über Google, was am mac bis jetzt gut funktioniert. Programme zum syncen brauch ich keine, Android Geräte schließe ich einfach über USB an und ziehe die Daten per drag and drop einfach rüber, wie bei nem USB stick.

könnt ihr Vergleichfotos iPhone 6/Moto X zeigen? Würde mir gerne ein eigenes Urteil bilden und mich nicht bloß auf die Meinung des Schreibers hier verlassen......

Leider habe ich aktuell keinen Zugriff mehr auf das für diesen Test zur Verfügung gestellte Gerät. Sobald sich eine Möglichkeit für Vergleichsfotos ergibt, melde ich mich hier an dieser Stelle. :-)

Grüße,
Stefan

Wie funktioniert das mit den Rückseiten? Sind das austauschbare Schalen? Die Varianten mit Holz sehen ja recht chic aus. Andererseits kann man ja auch einfach eine entsprechende Hülle für sein iPhone kaufen.

Im Handel gibt es das Moto X in schwarz mit einer Rückseite aus einem angenehm griffigen Kunststoff. Alternativ gibt es ein weißes Modell mit einem Rücken aus Bambus - beide kosten jeweils 499 Euro UVP. Andere Varianten lassen sich über den Motto Maker konfigurieren, preislich geht es da bei 529 Euro los.

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