Quelle: https://www.maclife.de/test/motivation-am-armband-fitbit-blaze-fitbit-charge-hr-vergleich-10079778.html

Autor: Stefan von Gagern

Datum: 23.07.16 - 19:21 Uhr

Motivation am Armband: Fitbit Blaze und Fitbit Charge HR im Vergleich

Fitbit stellt mit Blaze einen neuen Tracker vor, der einer Smartwatch ähnelt und der Apple Watch Konkurrenz machen will. Fitnessarmbänder für Einsteiger können inzwischen mehr, zum Beispiel Pulsmessung. WIr vergleichen Fitbit Blaze und Fitbit Charge HR.

Fitbit Blaze

Der Hersteller Fitbit war bisher vor allem für seine Sportarmbänder bekannt, die in erster Linie Schritte zählten und zusammen mit einer App zu mehr Bewegung motivieren. Die Fitnessarmbänder sind zwar günstig, doch ein extra Armband zur Uhr zu tragen ist nicht jedermanns Sache. Mit Blaze hat Fitbit jetzt den ersten Sport-Tracker im Angebot, der auch eine Uhr ist, mit einigen Smartwatch-Funktionen der Apple Watch Konkurrenz machen will und in Sachen Preis und Batterielaufzeit nach einer guten Alternative klingt.

Klarer Fokus auf Fitness im Alltag

Die Einrichtung der Blaze unterscheidet sich nicht von anderen Fitbit-Trackern: Einfach die Fitbit-App laden und die Blaze per Bluetooth hinzufügen. Nach ein paar Minuten kann es losgehen. Im Alltag übernimmt die Blaze vor allem zwei Funktionen: Aktivität durch Schritte und Stockwerke messen, dazu misst sie dauerhaft in Intervallen und ohne Brustgurt den Puls – im Ruhezustand und bei Trainingseinheiten. Blaze will auch eine Multisport-Fitnessuhr sein und bringt Trainingsmodi für Laufen und Radfahren mit. Wer wie ich beim Training sowieso sein iPhone mitnimmt, kann die Blaze per Bluetooth mit dem GPS funken lassen und erhält so Infos über Strecke und Geschwindigkeit – und die Messung wird deutlich präziser, als wenn nur der Schrittzähler läuft.

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Wenn man vergisst, den Trainingsmodus überhaupt zu starten, und zum Beispiel Krafttraining oder Aerobic macht, kann die Smart-Track-Funktion das Training – vermutlich am erhöhten Puls und Bewegungsmustern – erkennen und so in die Statistik einordnen.

Für die Statistik muss die Blaze mit der Fitbit-App synchronisieren, liefert dann aber detaillierte Tabellen. Wer möchte, kann mit der App auch Trainingsziele verfolgen und Ernährung samt Kalorienaufnahme verfolgen. Aber auch mit Minimalaufwand motiviert das Konzept: Die Uhr zeigt einen Ring um die Uhrzeit. Den gilt es täglich mit einem einstellbaren Ziel, zum Beispiel 10 000 Schritten, zu füllen. Unter „Heute“ sind auf der Uhr weitere Daten sichtbar, wie zum Beispiel Stockwerke beim Treppensteigen. Mit „Fitstar“ sind Aufwärmübungen, 7-Minuten-Training und Bauchmuskel-Workout direkt in die Uhr eingebaut. Vergleichbare iPhone-Apps machen aber mehr Spaß.

Hardware mit Licht und Schatten

Mir gefällt an der Blaze das große, reaktionsfreudige Display, das auch im Training (außer bei direktem Sonnenlicht) gut lesbar ist. Die drei Tasten sind durchdacht, die linke navigiert immer zurück. Wie die Apple Watch bleibt die Blaze aus und schaltet sich auf Armdrehung ein. Der Akku wird in einem etwas seltsamen Plastikrahmen aufgeladen und hält je nach Nutzung drei bis fünf Tage durch. Dazu wird die Uhr aus dem Armband herausgeklippt. Funktioniert, ist aber nicht besonders schick. Dafür gibt es wirklich günstige Austauscharmbänder, und Wechseln ist sehr leicht. Duschen und Schwimmen soll man mit der nur wassergeschützten, aber nicht dichten Blaze nicht.

Und als Smartwatch?

Die Blaze ist auch eine Smartwatch und versteht sich laut Hersteller gut mit iPhones und Android-Smartphones. Vom iPhone kann Blaze Anrufe, SMS, Kalendererinnerungen und Nachrichten im Display anzeigen und per Vibration ankündigen. Zudem dient sie als Fernsteuerung für Musik, was auch mit Spotify klappt. Beides finde ich praktisch und deckt neben Sport-Tracking das meiste ab, was ich mir von einer Smart Watch wünsche. Zudem gibt es noch Timer und einen stummen Alarm für den Wecker.

Wertung

Hersteller: Fitbit
Preis: 230 Euro
Web: www.fitbit.com
+ überzeugender Fitness-Tracker, komfortabel, 4 bis 5 Tage Batterielaufzeit
- nicht wasserdicht, seltsames Ladegerät, nur rudimentäre Smartwatch-Funktionen
Note: 1,8
Fazit: Wer einen praktikablen Fitnesstracker für Alltag und Sport sucht – plus ein paar Smartwatch-Funktionen – ist hier richtig.

Fitbit Charge HR

Charge HR gibt es schon seit letztem Jahr, und es ist eher ein klassisches Fitness-Armband, das als großes Plus die permanente Herzfrequenzmessung mitbringt. Infos wie Schritte und die Herzfrequenz zeigt Charge HR auf einem hellen OLED-Display an. Mit nur einem Knopf lässt sie sich gut bedienen. In Trainingssituationen, zum Beispiel beim Joggen draußen, zeigt das Display seine Schwäche: Es ist hier einfach schlecht lesbar. Strecken misst Charge HR über die Schritte und schätzt im Vergleich zu mit GPS-Messung exakt vermessenen Strecken immer etwas großzügig, aber noch mit vertretbaren Abweichungen. Wie Blaze kann sie automatisch Aktivitäten oder Schlaf erkennen und in den Daten aufzeichnen. Diese kann sie mit der gleichen App synchronisieren wie die Fitbit Blaze (auch beide Tracker können gleichzeitig im Einsatz sein). So winkt auch hier Motivation mit Abzeichen für besondere Leistungen.

Wertung

Hersteller: Fitbit
Preis: 150 Euro
Web: www.fitbit.com
+ gute Aktivitäts- und Pulsmessung
- proprietäres Ladegerät, Ablesbarkeit
Note: 2,0
Fazit: Das beste Fitness-Armband bisher.