Add-ons für Safari, Chrome und Firefox

Add-it - neue Browser-Erweiterungen für den Mac: Satire im Browser

Plug-ins, Extensions, Add-ons: Webbrowser erhalten durch Erweiterungen viele neue Funktionen. Wir stellen Ihnen regelmäßig die nützlichsten, schönsten oder einfach nur lustigsten Zusatzwerkzeuge für Chrome, Safari und Firefox vor. Dieses Mal sind es zwei weniger funktionale und eher inhaltliche Erweiterungen, die wir Ihnen präsentieren: Make Trump Tweets Eight Again und 

Von   Uhr

Thomas Raukamp

„Unsere kleine Auswahl beweist: Browsererweiterungen dürfen den Surf-Alltag durchaus satirisch aufwerten, statt immer nur rein funktionell zu agieren – klasse!“

Make Trump Tweets Eight Again

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verfügt über das sprachliche Niveau eines Achtjährigen – das behaupten nicht etwa wir, sondern die britische Tageszeitung „The Independent“ unter Berufung auf einen Bericht des Datenzentrums „Factba.se“, das zur Untermauerung dieser These 30.000 Wörter von Interviews, Reden und Pressekonferenzen Trumps analysierte.

„Make Trump Tweets Eight Again“: Donalds Trumps Tweets in ursprünglicher Form.
„Make Trump Tweets Eight Again“: Donalds Trumps Tweets in ursprünglicher Form. (Bild: Screenshot)

Was liegt da näher, die gefürchteten Tweets des PotUS auch so aussehen zu lassen? Gesagt, getan: Die Erweiterung „Make Trump Tweets Eight Again“ der US-amerikanischen Satiresendung „The Daily Show“ verwandelt den Schriftsatz der Twitter-Mitteilung Trumps in das Gekrakel eines Achtjährigen. Da wirkt der Echtzeit-Einblick in das Denken des angeblich mächtigsten Mannes der Welt gleich viel weniger bedrohlich.

Make Trump Tweets Eight Again“: Donalds Trumps Tweets in ursprünglicher Form.

Verfügbarkeit: Chrome, Firefox

Kontext

Politiker reden viel und geschliffen – und in den vergangenen Monaten und Jahren sind besonders am rechten Rand viele neue hinzugekommen. Andere Vertreter – besonders konservativer Parteien – wetteifern seitdem allzu oft mit ihnen um die radikalsten Aussagen. Doch die vergisst man schnell im ständigen Strom der Meldungen.

Gegen das Vergessen: Kontext ergänzt eben diesen bei Politikern.
Gegen das Vergessen: Kontext ergänzt eben diesen bei Politikern. (Bild: Screenshot)

Gegen diese Art des Gedächtnisverlusts will die Browsererweiterung Kontext helfen, die für die Installation in den beiden verbreitetsten Programmen Chrome und Firefox bereitsteht. Das clevere Add-on ergänzt Namen von Politikerinnen und Politikern mit Relativsätzen, die ihre wahre Gesinnung verraten. Die ehemalige Chefin der rechtspopulistischen Partei AfD, Frauke Petry, erhält etwa den Zusatz „die den Schießbefehl an der Grenze fordert“ – komplett mit einem Link zu einem Artikel oder Wikipedia-Eintrag, der diese Aussage belegen will. Beim zukünftigen Innenminister Horst Seehofer erscheint hingegen der Einschub, dass er einst dagegen gestimmt hat, Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen.

Das funktioniert auch ganz gut und ist oft augenöffnend – beinhaltet allerdings ein Problem: Das Ziel der implizierten Zitathinweise scheinen bisher ausschließlich konservative Politiker zu sein, was die Erweiterung selbst für den Vorwurf der Meinungsmache anfällig macht. Bei einer Erwähnung der Linken-Fraktionschefin Sarah Wagenknecht etwa fehlt ein Hinweis auf ihre zumindest anerkennenden Worte für Josef Stalin – die mögen lange her sein, Seehofers Verfehlungen aber auch. Ärgerlich: Das von den Journalisten Arne Semsrott und Moritz Klack entwickelte Plug-in tut auch in Online-Programmen seinen Dienst – und meldet sich etwa beim Laden von Texten in der Textverarbeitung Google Docs zu Wort und verstümmelt diese.

Gegen das Vergessen: Kontext ergänzt eben diesen bei Politikern.

Verfügbarkeit: Chrome, Firefox und Safari

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„Politiker reden viel und geschliffen – und in den vergangenen Monaten und Jahren sind besonders am rechten Rand viele neue hinzugekommen.“ ???
Die Politiker vom rechten Rand sind nicht neu hinzugekommen! Die gabs vorher auch schon! Da waren die noch vorzugsweise Mitglieder der Union oder der FDP!
Und ganz früher sind solche Gestalten sogar Staatssekretäre, Minister oder Ministerpräsidenten, Bundeskanzler oder Bundespräsidenten geworden. Von unzähligen alten Nazis in allen Institutionen ganz abgesehen. Deshalb sind die 68er auf die Straße gegangen!
Etwas mehr geschichtlichen Hintergrund sollte man von Journalisten schon erwarten dürfen!

April April

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