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Wahnwitzig: Deutscher Patenttroll fordert 1,6 Milliarden Euro von Apple

Als Patenttrolle werden jene Unternehmen bezeichnet, die nichts selbst erfinden, sondern Patente aufkaufen, und dann von anderen Geld verlangen, die diese Patente nutzen. Welche Auswüchse das haben kann, zeigt ein deutscher Patenttroll, der von Apple 1,6 Milliarden Euro fordert. 

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Wie das Wall Street Journal berichtet, verlangt ein Patenttroll aus Deutschland – die Firma IPCom – fast 1,6 Milliarden Euro von Apple für die Nutzung eines ihm gehörenden Patents. Kurioserweise ist dies eine Technologie, die in jedem Mobiltelefon auf dem Markt verwendet wird, weil dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

Es handelt sich um einen Chip, der Mobiltelefone identifiziert, die von Rettungsdiensten genutzt werden, um diesen in stark überlasteten Netzwerken eine Priorität einzuräumen. Eine nützliche Sache im Katastrophenfall. Mobilfunk-Provider können dann ihre Netze so einstellen, dass nur Mobiltelefone von Polizei-und Rettungskräften durchkommen. Der Chip kann in der SIM-Karte oder im Mobiltelefon integriert sein.

Apple, Google, HTC, Ericsson und Vodafone hatten das Europäische Patentamt (EPA) gebeten, das Patent für ungültig zu erklären, da es Teil eines erforderlichen Standards sei.

Das EPA lehnte diesen Antrag ab, nachdem IPCom darauf hingewiesen hatte, dass es bereits andere Unternehmen, darunter Nokia, erfolgreich verklagt habe. Der Fall wird nun vor Gericht gehen, die Anhörung ist am 11. Februar 2014 vorgesehen.

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Patenttroll? macht doch Apple genauso!

Apple IST der größte Patenttroll.

IHR beiden seid die größten Dumschwätzer….!!!

Nochmal den 1. Satz lesen ;)

Patente sind erteilte Schutzrechte eines Staates. Patente sind teuer und nur wenige Erfinder können sich das leisten. Es ist völlig legitim diese Schutzrechte zu verkaufen auch an einen Verwerter, wenn ein Erfinder knapp bei Kasse ist oder aus anderen Gründen. Patente sind Bestandteil des Unternehmenswerts, wie auch Markennamen. Allein ein Markenname kann Milliarden wert sein. Da ist es nicht unmoralisch, wenn ein Verwerter mehrere Patente gegen milliardenschwere Unternehmen einsetzt, die jedes Jahr viele Milliarden Gewinn machen. Die Unternehmen hätten ja selbst die Erfindung machen können.

Eine Patentanmeldung für Deutschland kostet ab 50€.

Ich gebe dir ein Stück weit recht.
Aber in so einem Fall, sieht es doch eher danach aus, dass der "Rechteverwerter", allein dieser Begriff impliziert doch den Hintergrund des vorgehens, ein Patent nur zum Zwecke der monetären "Verwertung" aufkauft.
Ich gehe mal davon aus, deine Theorie vorausgesetzt, dass der ursprüngliche Patentinhaber, keine 1,6 Mrd. € für sein Patent erhalten hat....oder hast du vllt. andere Informationen?!
Nein!
Dann erspar uns dein gefährliches Halbwissen!!!

Eure Aussagen könnt ihr Trolle bestimmt belegen, oder? na dann mal los!

Wer muss sich denn bitte vor dir rechtfertigen?

Du, du schwafelndes Sackgesicht!

Beleidigungen sind ein Armutszeugnis

Sofern die Technologie verwendet werden muss weil dies gesetzlich vorgeschrieben ist, sollte das Parten für alle zugänglich sein zu annehmbare Konditionen.

Warum hier einige wieder so primitiv werden, bleibt wohl deren Geheimnis.

Fakt ist in der Sache: Samsung, Apple und andere kaufen auch immer mal Patente hinzu. Aber: sie entwickeln nicht nur vieles selbst, vor allem verwenden sie die Technologien auch und versuchen dann nur, ihre (selbst gemachten und erworbenen) Patente zu verteidigen. Zudem handeln die meisten von ihnen untereinander mit Lizenzen, was die Klagen im Rahmen hält (auch wenn es in den Medien manchmal anders dargestellt wird).

Die angeprangerten Firmen in dem Bericht tun selbst gar nichts Produktives mit ihren Patenten – sie setzen die Patente für keinerlei Produkte ein. Nicht einmal für Prototypen, oder Entwürfe. Weil sie schlicht keine produzierenden Unternehmen sind und das meist auch gar nicht könnten. Sie verhalten sich wie die Hauschrecken, die Firmen vernichten, nur eben auf anderem Gebiet.

"Wenn Sie das Patent anmelden, werden neben eventuellen Kosten für die Rechtsberatung einmalige Gebühren sowie Kosten für einen Prüfungsauftrag der Patentanmeldung von 350 € fällig. Nach der erfolgreichen Patentanmeldung sind jährliche Gebühren für das Patent bis zum Ablauf des Patentschutzes nach 20 Jahren zu zahlen. Diese erhöhen sich schrittweise über die Jahre nach der Patentanmeldung. Im sechsten Jahr wird beispielsweise eine Gebühr von 130 € fällig. Im Jahr 20 beträgt die Gebühr sogar 1.940 € für die Patentanmeldung. Dabei müssen Gebühren für das Patent unaufgefordert gezahlt werden, sonst kann der Patentschutz erlöschen. "
(Quelle und mehr Info unter http://www.fuer-gruender.de/wissen/geschaeftsidee-finden/geschaeftsidee-pruefen/schutzrechte/patent-anmelden/)

An Apples stelle würde ich IPCom an Herrn iCahn verweisen, der ballert doch sein Geld raus um bei Apple mitmischen zu können. Hier kann er sich doch nützlich erweisen.

PS.@Nils Jacobsen: Twitter ist tot. Die Analysten haben den Nachruf schon geschrieben.

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