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Orakel der Wall Street: Apple und die Analysten

Kaum ein Thema spaltet die Gemeinde der Apple-Fans so sehr wie die Börse und ihre Analysten. Was ist wirklich dran am Hype um Apples Zahlen? Und wen interessiert der Tanz um das Goldene Kalb wirklich?

Analysten sind begeistert von Apple. Zu schreiben gibt es immer etwas: Entweder der iKonzern liefert neue Rekordzahlen oder bleibt hinter den Erwartungen zurück. Und genügend Superlative lassen sich immer unterbringen. Zunächst muss man sich allerdings anschauen, wer genau die Analysten sind. Schnell wird klar: Eigentlich sind Analysten Menschen, die Zahlen raten. Natürlich hat das mehr System als zum Beispiel Lotto-Spielen und basiert auf einer zumindest ansatzweise wissenschaftlichen Grundlage.

Dennoch bleibt es Kaffeesatzleserei. Das wird besonders deutlich, wenn man erkennt, dass das Gros der Analysten mit schöner Regelmäßigkeit an der Realität vorbeirät. Anders als beim Wetterbericht wird dafür dann aber nicht der jeweilige Analyst verantwortlich gemacht. Im Gegenteil. Es heißt dann stets, dass das jeweilige Unternehmen die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt hätte.

Erwartungen, die keine sind

Erwartungen sind ohnehin ein Reizwort. Die besten Erwartung an das nächste Finanzquartal gibt Apple in der Regel selbst ab. Das lässt sich ganz einfach erklären: Apple hat die beste Daten- und Faktenbasis, um so einen Tipp abzugeben.

Analysten hingegen möchte man einen Duden schenken, in dem sie die Bedeutung des Wortes „Erwartung“ nachlesen können. Denn selbst wenn Apple (oder irgendein anderes Unternehmen) die meist überhöhten Erwartungen erreicht, wird Apple dafür gescholten, die Erwartungen nicht noch übertroffen zu haben. Analysten erwarten somit stets mehr, als sie als „Erwartung“ äußern.

Börse kontra Realität

Zugegeben: Diese Betrachtungsweise ist sehr vereinfacht und wird zumindest dem Großteil der seriösen Analysten nicht gerecht. Man muss sich allerdings klar machen, dass das Geschehen an der Börse fast völlig entkoppelt von der Realität stattfindet. Dort wird ausschließlich mit virtuellem Geld und Wetten auf die Zukunft verhandelt. Es spielt für Börsianer praktisch keine Rolle, dass Apple mit 51 Millionen verkauften iPhones in 90 Tagen (das sind knapp 23.000 iPhones pro Stunde rund um die Uhr – auch an Sonn- und Feiertagen) einen neuen Rekord aufgestellt hat. Es ist offenbar nicht relevant, dass Apple den Absatz von Macs steigern konnte, während der PC-Markt weiter verloren hat. Es zählt allein, was das für die Zukunft aussagen könnte. Und da gibt es nur eine Devise, die etwas zählt, und sie heißt: Wachstum.

Es ist gut möglich, dass Apple kurz davor steht, den maximal möglichen Quartalsabsatz an iPhones erreicht zu haben. Vielleicht wird Apple niemals mehr als 51 Millionen iPhones innerhalb von 90 Tagen verkaufen. Dafür wird die Apple-Aktie abgestraft. Obwohl auch allen Analysten klar ist, dass Apple mit den aktuellen Verkaufszahlen 13 Milliarden US-Dollar Gewinn in 90 Tagen (das sind 6 Millionen US-Dollar pro Stunde rund um die Uhr – auch an Sonn- und Feiertagen) erwirtschaftet hat.

Kommentar: Aktienkultur und Gelassenheit

Mit viel Gemütlichkeit und Gelassenheit verkaufte die deutsche Fernsehpersönlichkeit Manfred Krug vor fast 20 Jahren die Aktien der Telekom. Nach dem Platzen der Börsenblase am sogenannten Neuen Markt verloren nicht nur viele Anleger viel Geld, sondern auch viel Vertrauen in Aktien als Geldanlage. Der TV-Kommissar bezeichnete seine Telekom-Werbung als größten beruflichen Fehler und entschuldigte sich sogar öffentlich dafür, seine Zuschauer geschädigt zu haben. Anders als im englischsprachigen Raum konnte die Aktie noch nicht so richtig kultiviert werden im Portfolio der Altersvorsorge. Stattdessen bleibt Deutschland geprägt von der Angst vor Inflation wie in den 20er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts, obwohl die Euro-Krise den Kursen zuspielt. Börsen- Nachrichten in der Tagesschau lassen es stets an Substanz und Analyse missen. Dabei nutzte Apple selbst die jüngste Kursdelle aus – nämlich für den Rückkauf eigener Aktien.

Ebenso unerheblich ist, dass Apple mit dem vermeintlichen Katastrophen-Quartal 1/2014 das viertbeste Wirtschaftsquartal überhaupt vorgelegt hat. Davor liegen nur die Quartalsergebnisse dreier Öl- und Gaskonzerne aus den Jahren 2009 und 2011. Überhaupt nimmt Apple gleich fünf der ersten zehn Plätze dieser Liste ein. Alle mit Quartalsergebnissen der Jahre 2012, 2013 und 2014.

Aber wie bereits erwähnt: Absolute Zahlen und selbst die unmittelbare Vergangenheit zählen nichts. Apple hat im Vorjahresquartal beinahe identische Summen erwirtschaftet und kann somit kein Wachstum vorweisen.

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Guter Artikel.

.
Ja, das denke ich auch . . .
Offensichtlich hat innerhalb der Redaktion ein gewisser Wandel stattgefunden,
- zumindest was die veröffentlichten Inhalte zu diesem Thema betriff . . .

Analysten sind die Zecken im Hintern der Wirtschaft. Keiner braucht sie, selten liegen sie richtig. Sie tragen nichts produktives zur Volkswirtschaft bei und stehen im Verdacht durch ihre "Prognosen" die Kurse (zum eigenen Vorteil) zu beeinflussen. Ich empfehle dieses Analystengeblubber einfach zu ignorieren und zu warten, bis die tatsächlichen Quartalszahlen veröffentlicht werden. Dann kann man wenigstens über Fakten diskutieren.

Sehr toller Artikel.
Endlich mal was anständiges und nicht dieses Gequatsche von diesem langhaarigen Bob der hier regelmäßig seinen geistigen Rückstand darlegt.
Gratulation an den Autor.

Emotionslos mit vielen Fakten - So sollte es sein und so ist es zumindest hier.

Die Funktion der Analysten ist nicht die Darstellung der Realität oder Bewertung von Leistungen eines Unternehmens. Analysten sollen Trends erzeugen. Unternehmen werden so lange mit Dreck beworfen oder über Wert gelobt bist der Markt eine erhoffte Reaktion zeigt. Wenn die Aktiie hochgejubelt wurde werden Gewinne mitgenommen. Wenn Sie unterbewertet wurde und der Kurs drauf reagiert hat wird eingekauft. Im Grunde genommen sind Analysten bezahlte Claqueure und wertlos.
Es gilt ja immer noch der Spruch. Wenn Analysten Recht hätten müssten sie nicht mehr arbeiten.

Guter Beitrag!

Übrigens: Was ist eigentlich mit Nils Jacobsen? Hatte der Recht oder warum taucht er hier nicht mehr auf?

Der Beitrag ist spiegelt die Realität noch weniger wider als die Einschätzung der Analysten selbst. Für jeden der sich ein wenig mit der Wirtschaft auskennt treibt der Artikel ein kleines Schmunzeln ins Gesicht.

Es würde viel zu lange dauern um alle Unwahrheiten und falschen Schlussfolgerungen des Artikels richtig zu stellen.

Ein bisschen peinlich, dass man so einen populistischen Artikel veröffentlicht.

Hallo Nls - wieder zurück?

> "Nils"

Lieber Gast von 13:09

Schade, dass es viel zu lange dauern würde, die paar Sätze richtigzustellen. Für Dich als Auskenner doch kein Problem, oder? Jetzt hat man mal einen Fachmann hier, und dann ist der zu faul, uns was beizubringen. So ein Pech!

Dann glauben wir halt doch dem populistischen Artikel ;-)

.
Kaum erwähnt man seinen Namem - schwupps! - ist er wieder da :)

Der Artikel ist okay.
Dennoch empfehle ich dringend, Analysten totzuschweigen und unter den Teppich zu kehren- in dieser Reihenfolge.

Das verksufsverhältniss finde ich echt peinlich. Da ipads, iphones und die osx devices zusammen gegen windows pcs gerechnet werden.

Wenn man nur echte PCs rechnet also windows pc gegen osx pc steht das verhältniss 1 zu 19...

windows drängt jetzt erst auf denn Tablet unf Phone markt! Darum war und ist in diesem Marktsegment Android Apples Konkurrent aber da wird das Verhältnis verschwiegen.

Nein kein Nils. Wer soll das sein? Ist wahrscheinlich ein Insider-Witz..?

Es bleibt dabei, der Artikel ist einfach peinlich. Ich weiss nicht was naiver ist: Zu glauben das der Markt sich nach einem Analysten richtet oder es zu glauben wenn jemand so einen Stucks erzählt.

Kausalitätsketten sind wohl keine Stärke des Authors und mancher Leser. Wenn mir jemand so etwas in der Öffentlichkeit erzählen würde, dann würde ich rot werden vor Fremdscham.
Aber wenn man einen Artikel darüber schreibt wie blöd alles auf der Welt ist und früher alles besser war, dann kommen ja bekanntlich genug Pessimisten und Choleriker um ihren Senf dazu zugeben.

Naja, aber um noch etwas konstruktives beizutragen: Das nächste mal besser recherchieren.

Der Nils hat hier vor einiger Zeit gepredigt, warum Apple aus Sicht der Aktienfuzzis bald pleite gehen wird. Nu isser weg und Apple ist noch da.

"Kausalitätsketten" ist ein gutes Buzzword; das merke ich mir!

Übrigens: Apple-Kunden richten sich offensichtlich nicht sehr nach dem von Analysten verbreiteten Stuss. Deshalb werden sie ja auch gerne als blöde Fanboys abgetan.

Ich bin noch da. Ich nenne mich nur anders - Leopaul12 zum Beispiel,