Legal, aber kurzsichtig

Sparte Microsoft durch kreative Steuererklärungen mehr als 700 Millionen US-Dollar an Steuern?

Nach einem Blog-Eintrag von Jeff Reifman, der die Steuererklärungen des größten Software-Herstellers untersuchte, konnte Microsoft in den vergangenen 13 Jahren durch eine geschickte Ausnutzung der unterschiedlichen Steuergesetze in den einzelnen Bundesstaaten über 700 Millionen US-Dollar an Steuern sparen.

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Das Einsparen von Steuern, die sich aus den unterschiedlichen Gesetzen der US-Bundesstaaten ergeben, ist nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil, sie stellen für manche Staaten einen Wettbewerbsvorteil bei der Anwerbung von Industrien dar. Auch in Europa ist diese Praxis weit verbreitet. Jeff Reifman moniert daher weniger die Tatsache, dass Microsoft den Verkauf von Lizenzen, immerhin ein Hauptgeschäftsfeld, über die Niederlassung in Reno im Bundesstaat Nevada versteuert, obwohl die Programmierung im Bundesstaat Washington stattfindet.

Das eher Peinliche ist vielmehr, dass der Bundesstaat Washington in den letzten zwei Jahren Steuerausfälle von über 430 Millionen US-Dollar verkraften musste. Durch die Steuervermeidung entging dem Bundesstaat, in dem Microsoft seine eigenen Angestellten bezahlt und unterbringt, mithin die Gelder, die nun eingespart werden müssen.

Hier hat die Finanzabteilung zwar kreativ gearbeitet, aber letztendlich an der Lebensqualität der eigenen Mitarbeiter gespart. Das dürfte den Standort Washington nicht unbedingt attraktiver machen. Und das Image Microsofts nicht verbessern...

Bildnachweis: beaglewau

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