Einstweilige Verfügung & Geldstrafen

iPad Wi-Fi + 4G: Verbraucherschützer werfen Apple irreführende Werbung vor

Das neue iPad unterscheidet sich vom Vorgänger nicht nur durch das Retina-Display, die verbesserte Kamera sowie den Apple A5X-Prozessor, sondern auch durch die Möglichkeit, im LTE-Netz zu surfen. Doch der Mobilfunkstandard der vierten Generation ist ausschließlich mit den Netzen nordamerikanischer Mobilfunker kompatibel. Grund genug für die australische Wettbewerbsbehörde, Apple zu verklagen.

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Wie die Australian Competition & Consumer Commission, kurz ACCC, auf ihrer Webseite mitteilt, werde man am Mittwoch den 28. März vor dem Federal Court (Bundesgerichtshof) in Melbourne gegen Apple Pty, Apples australischer Niederlassung, sowie Apple Inc. Klage einreichen. Als Grund nennt die ACCC „angebliche Verstöße gegen australische Verbrauchergesetze“.

„Die ACCC vermutet, dass Apples jüngste Vermarktung des neuen 'iPad with WiFi + 4G' irreführend ist, da australischen Verbrauchern suggeriert wird, dass sich das Produkt 'iPad with WiFi + 4G' mit einer SIM-Karte mit den 4G-Mobilfunknetzen in Australien verbinden kann, obwohl dies nicht der Fall ist.“

In der Konsequenz fordert die ACCC als zwischenzeitliche Lösung einen Hinweis, um Verbraucher auf die wahren technischen Gegebenheiten des neuen iPads hinzuweisen. Zudem will die ACCC einstweilige Verfügungen, Geldstrafen, korrigierende Werbung und die Möglichkeit erreichen, dass betroffene Kunden ihr Geld zurückbekommen können.

Hierzulande scheint auch die Telekom auf Nummer sicher gehen zu wollen. So wird das „iPad Wi-Fi + 4G“ hierzulande vom rosa Riesen als „iPad neu Wi-Fi + SIM“ angepriesen. Auf Apples iPad-Seite wird zudem nur in den USA und Kanada mit „Ultrafast 4G LTE“ beworben. In Deutschland schreibt Apple lediglich „Ultraschnelle mobile Daten“.

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die brauchen doch nur Kohle um ihr Mobil-Netz dann auszubauen um dann auch LTE nutzen zu können,..

geht ja nicht drum das es nicht ausgebaut ist, sondern das der chip wissentlich nur für nordamerika bestimmt ist und dennoch von apple auf der rest der welt beworben wird. find ich schon recht dreist

denke mal die Fußnote 2 sollte ja dann auch darüber aufklären.

Bei Fußnote 2 steht dann:
Nur in einigen Regionen in Nordamerika verfügbar. In allen anderen Regionen gelten andere Übertragungsraten bis 42 Mbit/s.

Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Mal ganz ehrlich wer braucht den schon LTE viel zu teure Mobilfunk Verträge und schlecht ausgebautes Netz. Die meisten Leute nutzen das iPad Zuhause über Wifi.

Rischdisch!!

In hellgrau und Schriftgröße 10 und selbst die Fußnotenmarkierung ist in hellgrau - und nein, das ist kein Scherz!

Das Problem ist einfach, ich kenne genug die Mobil einen solchen Speed nutzen würden wollen, nicht zu letzt denkt ma an die Geschäftskunden... Apple hätte soetwas bisher nicht zugetraut... aber auch Apple macht mal Fehler... vorallem ein Chip der nur in N.Amer. geht... Sry Unverständniss...

Ich bin ganz ehrlich.
Ich habe auf das Kleingedruckte nicht geachtet und bin drauf rein gefallen.

Egal, was LTE hier kostet, ich kaufe das iPad ja auch nicht um Kosten zu sparen.

Ich finde es eine Unverschämtheit, dass ich als Verbraucher erst alles studieren muss, um zu überprüfen, ob die groß angepriesenen Neuigkeiten hier in Deutschland funktionieren oder nicht. Wenn man ein solches Gerät mit diesen Funktionen anbietet, dann muss das auch in anderen Ländern funktionieren. Tut es das nicht, so sollte es auch ordentlich ausgewiesen sein. Ich habe das Glück, dass ich in einem ausgebauten LTE Bereich wohne und mich meistens dort bewege. Ich kann es nun aber nicht nutzen.

Sehr sehr schade.

Aber das Display ist klasse.

Ich kaufe die Apple Produkte, weil sie gut durchdacht sind. Aber das mit LTE war leider ein Reinfall. Beim nächsten iPhone muss ich also auch erst mal genau prüfen, ob in Deutschland auch alles klappt.

Ich wünsche mir z.B. auch in den neuen Notebooks eine Unterstützung von LTE. Aber ich habe keine Lust, Dach Amerika zu fliegen, damit ich eine schnelle Datenübertragung nutzen kann.

Ich kann nicht genau sagen, wie viele Produkte von Apple im "Ausland" verkauft werden, aber den "anderen" Standard zu ignorieren ist schon sehr unverschämt.

Deutschland ist ein starker Markt. Da müsste auch die entsprechende Technik verbaut werden. Ich verstehe die Problematik, aber auf solche lokalen Spezialisierungen muss sich Apple schon einlassen, wenn sie "Post-PC-Führer" werden wollen. Aber selbst in Amerika hat es ja eine Weile gedauert, bis Verizon mit iPhones bedient wurde.

Ich glaube, man stellt sich das ganz allgemein immer alles etwas zu einfach vor.

Wenn man selbst bei Apple in den entsprechenden Abteilungen arbeiten würde, hätte man denke ich ein deutlich besseres Verständnis davon, was es bedeutet, ein Gerät mit allen möglichen Funktionen unter den in unterschiedlichen Ländern gegebenen Voraussetzungen zu konzipieren und zu realisieren, so dass es auch wirklich überall in vollem Umfang nutzbar ist.

Speziell bei LTE, was ja als Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es weltweit zig verschiedene Frequenzen, die verwendet werden, so dass Apple mehrere verschiedene Modelle eines Gerätes für jeweils nur beschränkte Regionen bzw. Märkte anbieten müsste. Inkl. entsprechender Lizensierung und allem, was damit zusammenhängt. Wenn es so simpel wäre, wie Viele sich das ausmalen, würde Apple es sicherlich tun. Da das nicht der Fall ist, wird es irgendwo in der Kette wohl noch entsprechende Probleme geben, die das verhindern.

Und dass auf Einschränkungen von Produkten immer nur in Fußnoten hingewiesen wird, ist doch nun wahrlich keine Erfindung von Apple. Das ist doch überall so. Egal, ob's bei Mobilfunk-Netzbetreibern um Highspeed-Datenflats geht, die erst im Kleingedruckten dann mit Volumenbegrenzungen für die volle Geschwindigkeit aufklären, oder dass DSL-Datenraten immer nur "bis zu"-Angaben sind, die in der Praxis eher seltenst erreicht werden, oder auch noch um viele andere Werbeversprechen geht.

Klar ist das eine irreführende ärgerliche Angelegenheit, trotzdem aber eine auf breiter Front praktizierte Unart, die wir wohl nie wieder ganz loswerden dürften, solange es nicht gesetzlich verboten wird. Besser, wir gewöhnen uns dran...

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