FLA kritisiert Foxconn

Fair Labor Association findet viele Probleme bei Foxconn

Neben den eigenen Besuchen bei den Auftragsfertigern, hatte Apple vor kurzem die Fair Labor Association beauftragt, Inspektionen und Befragungen bei Apples Partnern durchzuführen. Die FLA hat nach eigenen Angaben viele Kritikpunkte an Foxconn.

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Diese Aussage ist allerdings auch als eine Art Wiedergutmachung zu verstehen: Auret van Heerden, Präsident der FLA, gab ein allzu euphorisches Urteil über die Foxconn-Fabriken nach seinem Besuch ab. Für die Selbstmorde machte er die Monotonie und Intensität der Arbeit verantwortlich, die für junge Wanderarbeiter aus ländlichen Gebieten ungewohnt sein könnte.

Zwar ist es durchaus möglich, dass die Arbeitsbedingungen bei Foxconn tatsächlich vergleichsweise gut sind, aber seine Äußerungen kamen verfrüht und vor Abschluss der Untersuchungen. Kritiker störten sich auch an seinen Aussagen über die Ursachen für Selbstmorde.

Gute Gründe also, vor der Veröffentlichung der Ergebnisse der Inspektionen zurückzurudern: Laut van Heerden gäbe es viele Probleme ("tons of issues"), die nun erstmal Foxconn präsentiert würden. Der Konzern bekommt Zeit, darauf zu reagieren, bevor in einigen Wochen auch die Öffentlichkeit die Ergebnisse zu sehen bekommt. Foxconn erhöhte vor kurzem den Lohn für Arbeiter in Shenzhen, der über dem gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn liegt. Allerdings wurde gleichzeitig angekündigt, Arbeitsplätze aus dem nun vergleichsweise teuren Shenzhen in das Landesinnere zu verlagern.

Für Organisationen wie die FLA, aber auch für Firmen wie Apple ist es schwierig, Missstände bei den Auftragsfertigern zu finden. Foxconn und andere Auftragsfertiger sind notorisch auf Sicherheit bedacht und Arbeiter oft nicht bereit, offen zu sprechen. Bei vorher angekündigten Führungen wird natürlich ein geschöntes Bild präsentiert. Dennoch: Selbst wenn durch die Überprüfungen der FLA und anderer Organisationen nur kleine Fortschritte erzielt werden, sind dies immer noch Fortschritte.

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"....Selbst wenn durch die Überprüfungen der FLA und anderer Organisationen nur kleine Fortschritte erzielt werden, sind dies immer noch Fortschritte...."

Na wie schön. Dann können wir uns ja beruhigt zurücklehnen. Klar man räumt den Strohhalm an der Schwelle weg und freut sich darüber ohne die Balken im Inneren zu sehen. Derweil kann ja weiterhin fleissig Geld verdient werden.

Ich finde es von Apple schon mal nicht schlecht, sich dem überhaupt hinzugeben. Auch wenn die damit nur ihr Image verbessern wollen, es ist auf jeden Fall sinnvoll und ich hoffe, dass es den Arbeitern dort bald besser gehen wird. Es ist doch vollkommen logisch, dass Apple da nicht ganz selbstlos handelt, aber die machen wenigstens überhaupt etwas. Andere Firmen kümmern sich einen Dreck um die allgemeine Kritik weltweit. Nur dass sich wieder alle bei Apple aufregen... -.-

"Gast" von 14:07 arbeitet ja bestimmt ehrenamtlich...

Wieso? Steht das irgendwo im Text?

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