Abwerbung von Mitarbeitern: Steve Jobs soll Palm mit Patentklage gedroht haben | Mac Life

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Autor: Matthias Jaap

Datum: 23.01.13 - 06:49 Uhr

Abwerbung von Mitarbeitern: Steve Jobs soll Palm mit Patentklage gedroht haben

Zwischen mehreren großen Firmen - darunter Apple, Google und Intel - gab es Abkommen, um zu verhindern, dass die Firmen  gegenseitig wichtige Mitarbeiter abwerben. Richterin Lucy Koh hat in dem Gerichtsverfahren ein Dokument freigegeben, in dem Palm-Chef Edward Colligan über die Versuche Steve Jobs spricht, auch Palm zu einem solchen Abkommen zu zwingen.

Sollte Palm einem Anti-Abwerbe-Abkommen nicht zustimmen, werde Apple das Patentportfolio gegen Palm einsetzen, soll Jobs gedroht haben. Colligan soll dies zunächst abgelehnt haben, da ein solches Abkommen illegal wäre und Palm lediglich nach den besten Köpfen suche. Außerdem habe Apple selbst mindestens zwei Prozent der Palm-Belegschaft eingestellt, Palm aber lediglich drei Apple-Angestellte abgeworben. Palm habe gerade ein Patentportfolio von Siemens erworben und fühle sich von Apple nicht bedroht.

In der Antwort beschuldigt Steve Jobs Palm, dass mit Wissen von Jon Rubinstein aktiv Apple-Angestellte abgeworben wurden. Außerdem habe Apple selbst einen Blick auf die Siemens-Patente geworfen und sie als nicht wertvoll betrachtet. Jobs verwies weiter auf die finanziellen Mittel der beiden Firmen: "Asymetrisch" seien die finanziellen Ressourcen, eine Andeutung, dass Palm sich eine längere Auseinandersetzung gar nicht leisten könnte.

Colligan bestreitet, dass es während seiner Zeit als Palm-Chef zu einem Abkommen gekommen ist. Apple-Angestellte wechselten auch nach dem kurzen E-Mail-Austausch zu Palm. 2009 löste Jon Rubinstein Colligan als Palm CEO ab. Zwischen Colligan und Jobs  soll es nur ein Telefongespräch und zwei E-Mails gegeben haben.

Die geheim geschlossenen Abkommen zwischen verschiedenen Firmen könnten teuer werden, sollte die Richterin aus der Zivilklage eine Sammelklage machen. Eric Schmidt (Google) und Paul Otellini (Intel) werden noch aussagen, auch Tim Cook muss dem Gericht Auskunft geben.