AAPL-Kolumne

iPhone-Keynote: Warten auf den Deal des Jahrhunderts

Endlich: Nach einem Jahr des Wartens gibt es kommenden Dienstag wieder das, worauf Apple-Fans am sehnlichsten warten - neue Produkte. Aktionäre schielen auf noch mehr als iPhone 5S oder iPhone 5C: eine bloße Vertragsunterschrift. Die extra angekündigte Satellitenkonferenz lässt die Spekulationen hochkochen: Kommt endlich der China Mobile-Deal?

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Lights, Camera, Action: Am kommenden Dienstag um 19 Uhr deutscher Zeit ist es so weit – Apple wird auf seinem Firmen-Campus endlich neue Produkte vorstellen. Dass es sich dabei um das neue Betriebssystem iOS 7 und das iPhone 5S und iPhone 5C handelt, ist ein offenes Geheimnis. Die Einladungen zur iPhone-Keynote wurden diese Woche erwartungsgemäß verschickt.

Umso größer war allerdings die Überraschung, als wenige Stunden später noch eine weitere Einladung mit dem gleichen Aufmacher und einer Beschriftung in Mandarin zirkulierte – für ein Presse-Event in Peking am nächsten Tag, das 8 Stunden später im World Trade Center in Peking stattfindet.

Apple und China Mobile: Bereits zwei Zusammentreffen dieses Jahr

Auch wenn es sich nur um eine Satellitenkonferenz handelt: Allein, dass Apple ein gesondertes iPhone-Event im Reich der Mitte angesetzt hat, kündet von etwas Größerem. Warum macht sich Apple die Mühe? Weil Apple offenbar etwas Größeres für den chinesischen Markt zu verkünden hat.

Und was? Die Antwort liegt auf der Hand: Es kann sich im Grunde dabei nur um den seit Jahren erwarteten Vertragsabschluss mit China Mobile handeln! Zweimal hat Tim Cook das Reich der Mitte dieses Jahr schon besucht – das letzte Mal erst vor wenigen Wochen, als er erneut mit China Mobile-Chef Xi Guohua zusammentraf. Es sieht so aus, als wäre die lang avisierte Zusammenarbeit beim letzten Zusammentreffen nun zur Unterschriftsreife gebracht worden. Ein neuer Bericht des WSJ erhärtet die jüngsten Spekulationen, dass der Deal unmittelbar bevorsteht.

Reifer Smartphone-Markt: Kampf um Bestandskunden

Für Aktionäre wäre dies die wichtigste Nachricht des Jahres. Ganz gleich, ob das iPhone 5S in goldenem Gehäuse, mit einem Fingersensor und einer 10 Megapixel-Kamera daherkommt – die Effekte sind hinreichend bekannt. Der Smartphone-Markt hat seinen Reifegrad erreicht: Der Kampf wird nicht mehr um Neukunden geführt, sondern um Bestandskunden, die zum Upgrade bewegt werden sollen, während der Preisdruck seitens des Android-Lagers weiter zunimmt.

In anderen Worten: Mit dem iPhone 5S kämpft Apple darum, seine Position zu halten. Wie zäh dieser Kampf ist, haben die vergangenen Quartalszahlen gezeigt, in denen Apples iPhone-Wachstumsraten auf das niedrigste Niveau seit Einführung zurückfielen.

iPhone 5C: Angriff auf die Mittelklasse

Entsprechend bedarf es neuer Hebel. Ein solcher wird das lang erwartete "günstige" iPhone sein - das iPhone 5C, das offenkundig in einem Plastikgehäuse in vier verschiedenen Farben ausgeliefert werden dürfte. Allerdings: Ein Billig-iPhone wird auch das 5C nicht sein: "Es liegt nicht in unserer DNA, Billigprodukte anzubieten", hatte Steve Jobs einst klargemacht.

Tim Cook hat die Firmenphilosophie beim iPad mini durchgehalten: Wenn Apple ein Bestseller-Produkt günstiger anbietet, verstrickt sich Cupertino nie in einen Kampf um das Billig-Segment - Apple zielt maximal auf das mittlere Preis-Segment. Das dürfte mit dem iPhone 5C nicht anders sein, das Schätzungen zufolge immer noch zwischen 300 und 400 Dollar kosten dürfte. Billig ist etwas anderes.

Absatzpotenzial von 39 Millionen iPhones via China Mobile

In erster Linie zielt Apple damit auf die Schwellenländer ab, in denen der iKonzern zuletzt an Schwung verloren hat – in China brachen die Umsätze im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drastische 43 Prozent ein. Das iPhone 5C ist da genau der Joker, um das Wachstum wieder anzukurbeln. Der andere ist eine bloße Vertragsunterschrift: Wenn Apple von heute auf morgen endlich den Zugang zu den über 700 Millionen Mobilfunkkunden im Reich der Mitte findet, ist das für Apples Konzernbilanz im nächsten Jahr der größere Treiber als ein mutmaßlicher Launch der iWatch oder des Apple-Fernsehers.

Die Rechnung ist einfach: Das iPhone ist weiter mit Abstand Apples wichtigster Konzernteil, der 65 Prozent der Umsätze und 70 Prozent der Gewinne generiert. Im Geschäftsjahr 2013 dürfte Apple etwa 150 Millionen iPhones absetzen. Der Deal mit China Mobile dürfte Apple nach Schätzungen von Brian Marshall von der ISI Group ein Absatzpotenzial von 39 Millionen iPhones bieten - zusätzlich. In anderen Worten: Das ist mehr als Apple im Juni- oder März-Quartal verkauft hat - weltweit! Mit einem Vertrieb über China Mobile und dem iPhone 5C im Rücken könnte Apple also im Geschäftsjahr 2014 Kurs auf die 200 Millionen Absatzmarke nehmen – und das sogar vor dem Launch eines größeren iPhones.

Alle Diskussionen über die mangelnde Innovationskraft, verpasste Trends und den Zenit, den Apples Geschäftstätigkeit überschritten habe, dürften damit zumindest für die nächsten 12 Monate verstummen – und dann werden neue Produkte wie die iWatch und das iPhone erwartet. Für Apples neuen Superzyklus wäre dies die Initialzündung.

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Na klar kommt der Deal! Warum sonst würde Apple auch noch in China eine Veranstaltung abhalten? Und natürlich kommt auch das 5s in drei Farben (am Ende auch noch mit weißen Streifen auf der Rückseite - was unter Steve ein „no go“ gewesen wäre). Und auch das Smarty-iPhone in vielen bunten Farben kommt. Und alle werden auch diesmal wieder von der Keynote enttäuscht sein, weil schon vorher alles scheibchenweise aufgedeckt wurde. Ist ungefähr genauso, wie wenn man schon in der Adventszeit alles daran setzt, um herauszufinden, was es zu Weihnachten gibt. Und dann unterm Weihnachtsbaum mit einem langen Gesicht dasitzt. Selber schuld.

Scheiß auf die Aktionäre....!!!!! Die verwässern die Strategie und Philosophie des Unternehmens.

Intelligenzbolzen. Scheinst vergessen zu haben, dass das Unternehmen den Aktionären gehört.

Finde die Beiträge von Author Nils Jacobsen in dieser AAPL-Kolumne echt uncool und überflüssig! ... zumal sie immer zu oberst erscheinen müssen!

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