Übernahme

Yahoo kommt unter den Hammer, Verizon zahlt fast $5 Milliarden

Ob Marissa Mayer Ihren Posten als Geschäftsführerin bei Yahoo behalten wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt fraglich. Klar ist Medienberichten zufolge jedoch, dass die Internet-Geschäfte des Unternehmens verkauft werden, und zwar an den US-Mobilfunkanbieter Verizon. Das gefällt nicht jedem – zurecht.

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Verizon hat offenbar das Wettbieten um Yahoo gewonnen. Die Agentur Bloomberg beruft sich in Ihrer Berichterstattung auf Personen mit direkter Kenntnis der Vorgänge. Als Kaufpreis sollen 4,8 Milliarden US-Dollar vereinbart worden sein (ca. 4,33 Milliarden Euro). Die Übernahme soll vor dem Börsenstart am Montag in den USA bekanntgegeben werden.

Details zur Übernahme von Yahoo

Das Kerngeschäft Yahoos ist offenbar unter den Hammer gekommen. Verizon werde die Übernahme einiger Anteile „heute“ bekanntgeben, heißt es. Das „Geschäft“ umfasst auch die Grundstücke des Internetunternehmens.

Nicht enthalten sind jedoch einige Patente. Außerdem behält die Firma ihre Anteile an der Alibaba Group Holding und an Yahoo Japan. Diese sollen einen Marktwert von rund 40 Milliarden US-Dollar haben (ca. 36,11 Milliarden Euro).

Kritik an Übernahme durch Verizon

Befürworter eines Verkaufs der Internetgeschäfts Yahoos waren in den letzten Wochen und Monaten vor allem Investoren. Nicht zuletzt hat man mit Suche, Werbung und Inhalten sehr viel Arbeit und nur wenig Ertrag.

Trotzdem gibt es genug Kritiker, die sich zurecht fragen, ob Infrastruktur und Inhalte nicht besser getrennt bleiben sollten. Schon an dieser Stelle muss man feststellen: Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Denn Verizon hat im Jahr 2015 AOL zum Preis von damals 4,4 Milliarden US-Dollar übernommen.

Verizon an Werbung interessiert

Der Mobilfunkanbieter bekommt mit der Übernahme Yahoos nun weitere Millionen von Besuchern täglich zugeschustert und erweitert sein Know-How im Bereich von Onlinewerbung. Gerade das Geschäftsfeld der Onlinereklame scheint dabei für Verizon interessant zu sein. Mit der Übernahme würde das Unternehmen sein Umsatzvolumen im Bereich von Onlineanzeigen verdoppeln. Mit weitem Abstand zwar, aber doch auf Rang 3, würde das Mobilfunkanbieter hinter Goolge und Facebook landen.

Analyst Craig Moffett glaubt, dass das Unternehmen nicht Kunden weitere Gebühren aufhalsen wird, sondern vor allem Werbetreibende zur Kasse bitten will.

Webseite auf MacBook, Android-Smartphone und iPhone
Webseite auf MacBook, Android-Smartphone und iPhone (Bild: Yahoo)

Investoren am Ruder?

Wenn Verizon Yahoo den größten Teil seines Internetgeschäfts abkauft, bekommen die Investoren von Starboard endlich, was sie schon 2014 wollten. Seinerzeit versuchte man CEO Marissa Mayer dazu bewegen, als Yahoo ein Übernahmeangebot für AOL zu machen. Mayer lehnte ab. Nun hat aber Verizon wie erwähnt vergangenes Jahr AOL aufgekauft und Starboard hätte nachträglich seinen Willen bekommen.

Starboard hoffte, dass durch die Fusion Kosten in Höhe von einer Milliarde US-Dollar eingespart werden könnten. Nun kann die von AOL optimierte Werbetechnologie in Verbindung mit den vielen Besuchern von Yahoos Inhalten möglicherweise den Umsatz erhöhen. Das jedenfalls glaubt Analyst Moffett.

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Aussagekräftiger Artikel, der auch für die jüngere Zielgruppe formal und inhaltlich geeignet ist und eine gewisse Brillanz schwer leugnen kann

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