MacBook für weniger als 1000 Euro? Wann?

Quelle: https://www.maclife.de/news/wann-wird-wieder-macbook-unter-1000-euro-geben-mac-life-100112151.html

Autor: Ben Otterstein

Datum: 06.02.19 - 16:09 Uhr

Wann wird es wieder ein MacBook für unter 1000 Euro geben?

Nicht nur die Preise für ein iPhone oder iPad Pro sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen, sondern auch bei den Mac-Modellen wurde der Preis kontinuierlich erhöht, während die Preis andere Hersteller gleich blieben oder gar fielen. Im aktuellen Portfolio bietet Apple bis auf dem Mac mini kein Gerät mehr unter 1.000 Euro an. Nicht einmal das 2017er MacBook Air mit seinen Dual-Core-Prozessor der fünften Generation wird unterhalb dieser Preisschwelle angeboten.

Apples Preispolitik stößt in den letzten Jahren vielen Nutzern übel auf. Vor allem hierzulande zahlen die Kunden ordentlich drauf, wenn man die hiesigen Preise mit den US-Pendant vergleicht – Steuern einbezogen. Je nach Modell fallen die Unterschiede höher oder geringer aus. Zudem bietet Apple mittlerweile auch kein MacBook mehr unter 1.000 Euro an. Bis etwa 2015 gab Apple sogar beide Modelle des MacBook Air ab 899 Euro an die Kunden weiter. Dann erschien das neue 12-Zoll-MacBook. Dafür verlangte man bereits stolze 1.449 Euro. Ein 13-Zoll-MacBook-Pro kostet im Vergleich dazu nur 1.299 Euro

Ähnliche Preise für ähnliche Hardware: Wofür entscheiden?

In der Zwischenzeit hat Apple durch die Bank weg die Preise erhöht. Das 12-Zoll-Retina-Modell kostet 50 Euro mehr und ein MacBook Air mit einem Prozessor aus Mitte 2017 startet bei 1.099 Euro. Wer die neueste Hardware möchte, der steigt bei 1.349 Euro ein. Damit liegen das MacBook, das MacBook Air und auch das MacBook Pro (13 Zoll) sehr nah beieinander. Nur die verbaute Hardware unterscheidet die drei Geräte – allerdings nur marginal. Es gibt daher nur drei Auswahlkriterien: Gewicht, Leistung und Akkulaufzeit. Oder kurz: MacBook, MacBook Pro und MacBook Air.

Daneben stellt sich natürlich die Frage: Hat Apple den Faden verloren, oder warum ist das MacBook kleiner und teurer als das Air beziehungsweise weshalb kostet das kleinere 12-Modell genauso viel wie das günstigste MacBook Pro? Es gab eine Zeit, da konnte man bei Apple am Preis bereits die grobe Leistung abschätzen, während zusätzliche Bezeichnungen wie „Pro“ oder „Air“ für etwas standen (Leistung oder Portabilität). Jetzt ist das Pro kleiner als das alte Air und nicht sonderlich größer als das neue Air – vom Gewicht ganz zu schweigen. Für viele Nutzer dürfte daher das MacBook Pro mit 13-Zoll-Display die vernünftigste Wahl sein. 

Was bringt die Zukunft?

Die Zukunft ist ungewiss. Apple sollte sein Portfolio sowie die Namensgebung seiner MacBook-Modelle dringend überdenken und sich dabei wieder auf die verschiedenen Zielgruppen fokussieren. Für viele alltäglich Aufgaben reicht beispielsweise ein kompaktes Gerät mit mäßigem aber effizientem Prozessor und hochauflösendem 12-Zoll-Display – weil man die Auflösung vom iPhone gewohnt ist. Auch ein Force Touch Trackpad muss nicht unbedingt sein und kann Kosten einsparen. Eine Vermarktung als MacBook Air für einen Preis von um die 850 Euro wäre hier denkbar. 

Ein MacBook sollte hingegen eine hochauflösendes 13,3-Zoll-Display bieten und mit einer besseren Prozessorauswahl, Touch ID und Force Touch Trackpad aufwarten. Dabei könnte nicht nur der Formfaktor dem aktuellen MacBook Pro (13 Zoll) entsprechen, sondern auch die Zusatzoptionen, wodurch sich das kleinere Pro vollständigen ersetzen ließe. Als Einstiegspreis könnte Apple 999 Euro festlegen, wobei die Optionen den Preis um ein Vielfaches erhöhen können.

Auch wenn die beiden Ideen wünschenswert wären, halten wir dies aktuell für unwahrscheinlich, da Apple erst mit dem kürzlich veröffentlichten MacBook Air die Preise weiter erhöhte. Daher können Sie derzeit nur auf Rabattaktionen durch die Händler hoffen, um ein MacBook mit aktueller Hardware für um die 1.000 Euro zu ergattern. Ob Apple die Preisstrategie in den kommenden Jahren überdenkt, ist allerdings fraglich.