Verbannung von Apple-Produkten in China: USA-Regierung schlägt zurück - Entscheidung als „protektionistisch“ kritisiert

Chinas Bann gegen westliche Technologie-Unternehmen hat nun auch die US-Regierung auf den Plan gerufen. Ein Sprecher der Regierung bezeichnete Chinas Entscheidung als "protektionistisch" und "illegal". China hatte rund 2.000 ausländischen Unternehmen das Vertrauen entzogen, da sie sich nicht an Chinas Software-Regulierungen halten wollen. Eine der Bedingungen, um auf die Liste vertrauenswürdiger Unternehmen zu kommen, ist die Veröffentlichung des Quellcodes der Programme.

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Nachdem die chinesische Regierung mehrere US-amerikanische Unternehmen, darunter auch Apple, von seiner Liste der vertrauenswürdigen Unternehmen gestrichen hatte, meldet sich nun die US-Regierung zu Wort. Ein Sprecher der US-amerikanischen Regierung kritisierte die chinesische Entscheidung als „zudringlich“ und „protektionistisch“.

Einer neuen chinesischen Regulierung zufolge, müssen westliche Unternehmen nun zum Beispiel den Quellcode ihrer Programme an chinesische Behörden übergeben, wenn sie ihre Produkte beispielsweise an Banken verkaufen wollen – eine Forderung, auf die sich kein Unternehmen einlassen wird. Die US-Regierung kritisiert China scharf. Die neuen Richtlinien verletzen mehrere bilaterale und multilaterale Handelsabkommen. Von keinem Unternehmen dürfe verlangt werden, dass es den Quellcode heraus gibt und damit effektiv das komplette Programm verschenkt.

China gibt Sicherheitsbedenken als Grund für seine überzogenen Regulierungen vor. Das Land befürchtet, dass westliche Geheimdienste Hintertüren in OS X und Co. eingebaut haben. Unter anderem Apple behauptet jedoch, dass es keine Hintertüren in seiner Software gebe. Apple wird die Sicherheit der Daten seiner Nutzer nicht kompromittieren. Chinesische Behörden führten sogar mit Apples Zustimmung und Unterstützung einen Sicherheitsaudit von OS X und iOS durch, um eventuelle Schwachstellen und Hintertüren des Programms aufspüren zu können.

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Da hat irgendjemand die Hand aufgehalten und nichts bekommen.

Protektionistisch geht ja wohl die USA vor. Wenn die eigene Wirtschaft betroffen ist, werden Handelshemmnisse aufgebaut.

Ich bin zur Zeit in China und die Anzahl der iPhone Nutzer hier ist extrem hoch, mindestens 50:50 zu Android (geschätzt auf Basis meiner Beobachtungen in der Metro etc.). Und die meisten iPhones sind 6 und 6 Plus. Viele Chinesen werden nicht glücklich sein wenn Apple raus fliegt, zumal Google ja auch schon "verbannt" ist und somit Android faktisch nicht nutzbar. Ich vermute daher kommen auch teilweise die hohen Nutzerzahlen, da Apple keinen großen Konkurrent hat außer Xiaomi und Meizu, die beide auf ein eigenes App-Ökosystem setzen (müssen)

Es geht nicht darum das Apple aus China raus fliegt. Nur in Behörden soll das iPhone nicht verwendet werden. Unsere Bundesregierung nutzt auch kein iOS.

NSA & Co. sei gedankt. China ist in diesem Zusammenhang zwar ein spezieller Fall, aber die Haltung und vor allem das Unbehagen IT-US-Produkten gegenüber nimmt zu.

"das Unbehagen IT-US-Produkten gegenüber nimmt zu.": Was ja nicht so ganz unbegründet ist. Wer sich ständig wie ein Datenkrake benimmt, wird (früher oder später) auch wie ein solcher behandelt.

Verwundert das? Nach dem NSA Skandal muss man ja fast davon ausgehen, dass jedes amerikanische Produkt irgendwie von der NSA kompromittiert wurde. Erst wenn der wirtschaftliche Schaden amerikanischer Unternehmen zu groß wird, schränkt man bei der NSA vielleicht seine Stasi Methoden ein.

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