Apple gegen FBI

iPhone: US-Präsident Obama will starke Verschlüsselung mit Hintertüren

US-Präsident Barack Obama hat sich in die Debatte um Verschlüsselungen von iPhones und staatliche Zugriffe eingemischt und fordert zwar die bestmögliche Verschlüsselung der Daten - ohne staatliche Hintertüren würde es aber nicht gehen.

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Auf dem Internet-Festival South by Southwest (SXSW) in Austin (Texas) äußerte sich US-Präsident Barack Obama unter anderem auch über Verschlüsselung und Terroristen. Er fordert zwar eine starke Verschlüsselung der Smartphone-Daten aber die Behörden sollten im Zweifelsfall doch die Möglichkeit erhalten, sie auszuschalten.


Obama wurde bei seinem Auftritt auch zu seiner Meinung im Fall "Apple gegen das FBI" gefragt, wollte den spezifischen Fall jedoch nicht kommentieren. Er widmete sich dem Thema dennoch in allgemeinerer Form.

Die Bürger würden ihre Privatsphäre schätzen und hätten auch eine gesunde Skepsis gegenüber ihrer Regierung. Doch der US-Präsident, der auch Jurist ist, führte ins Feld, dass es bei Verbrechen auch von Staats wegen aus Verletzungen der Rechte geben muss und führte Hausdurchsuchungen an, die die Privatsphäre ja auch tangieren. So soll es auch digitale Durchsuchungen geben können.


Bei der Privatsphäre gebe es wie auch bei der Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit Einschränkungen, damit es möglich sein, in einer zivilisierten Gesellschaft leben zu können. Natürlich solle die Regierung nicht die Smartphones der Bürger nach Belieben, d.h. ohne richterliche Verfügung, durchsuchen können.

Verkompliziert würde die Arbeit der Polizei und der sonstigen Ermittlungsbehörden durch die Verschlüsselung. Man wolle eine starke Verschlüsselung, die auch Sicherheit bietet - beispielsweise vor Terror oder Angriffen auf das Finanzwesen oder die Luftfahrt.

Man müsse sich aber die Frage stellen, ob es sinnvoll sei, Systeme zu bauen, die unknackbar sind und für die es keine Hintertüren gibt. Fraglich sei, wie man dann Kinderpornografen, Terroristen und Steuerhinterzieher dingfest machen wolle.

Gewisse Zugeständnisse müsse es schon geben, so Obama weiter. Ob eine Hintertür für ein Gerät alle gleichartigen Geräte gefährde, sei eine technische Frage, die er nicht beantworten könne.

Eine absolutistische Sichtweise dürfe es nicht geben, schlussfolgert der US-Präsident. Nicht einsehbare Geräte dürften nicht jene Balance darstellen, mit der wie die letzten 200, 300 Jahre gelebt haben. Man könne Telefone nicht als Fetisch über alle anderen Werte stellen. Verschlüsselungen müssten so sicher wie möglich und die Hintertüren so wenigen Menschen wie möglich bekannt sein, fordert Obama. Wie man das entwickle, könne er mangels Expertenwissen nicht sagen.

Obama warnte davor, die Zeit einfach ungenutzt verstreichen zu lassen. Wenn etwas Schlimmes passiere, könnte sich die politische Lage drehen und ganz andere Forderungen durchgesetzt werden. Und dann werde es wirklich gefährlich für die Bürgerrechte.

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Keine starke Verschlüsselung mit Hintertüren. Das ist wie ein Vorhängeschloss mit Sollbruchstelle.

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