Japanischer Hersteller in Not

Über 5 Milliarden US-Dollar: Kauft Foxconn Sharp auf?

Unter Apples Zulieferern für iPhone und iPad könnte sich eine historische Übernahme anbahnen. Mehrere Quellen berichten von einem Angebot des taiwanesischen Auftragsfertigers, den japanischen Hersteller aus seinen Schulden freizukaufen. Noch im Januar soll die Entscheidung fallen, ob die gebotenen 600 Milliarden Yen angenommen oder ausgeschlagen werden. Sharp-Aktien stiegen gestern um 6 Prozent.

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Bloomberg bezieht sich auf die Information einer „mit den Gesprächen vertrauten Person“, denen zufolge Hon Hai Precision Industry Co., besser bekannt als OEM-Hersteller Foxconn, dieser Tage einen neuen Anlauf nimmt, sich die Display-Produktion von Sharp anzueignen, nachdem bereits 2012 zwischen den beiden Firmen geführte Verhandlungen an Fragen der Management-Kontrolle scheiterten. Damals hatte Foxconn 66,9 Milliarden Yen (etwa eine halbe Milliarde Euro) für eine 9,88-prozentige Beteiligung geboten.

AppleInsider erinnert daran, dass Apple selbst schon große Anteile an Sharp hält, dessen Fabrik in Kameyama, Japan ausschließlich iPhone-Displays produziert und deren Umbau zur Fertigung von Smartphone-Displays von Apple mit über einer halben Milliarde US-Dollar bezuschusst worden sein soll. Neben iPhones, iPads und anderen Apple-Geräten sollen auch die neuen iPad Pros überwiegend mit Displays aus Sharps Produktion ausgestattet sein. Wäre die Übernahme durch Foxconn also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten?

Sharps drückende Schuldenlast wurde zum 30. September 2015 mit 791,8 Milliarden Yen (etwa 6,24 Milliarden Euro) beziffert. Der in Osaka ansässige Hersteller soll sich daher schon 2015 an die staatlich gestützte Innovation Network Corp. of Japan (INCJ) gewendet haben, deren finanzielles Hilfsangebot jedoch nur etwa halb so hoch wie Foxconns derzeitige Offerte ausfiel. Als allgemeinen Kommentar zu jeglichen Übernahme-Gerüchten findet sich von Sharp selbst die folgende Stellungnahme vom 12. Januar:

[…]Im Zuge einer Umstrukturierung unseres Managements führen wir weiterhin Verhandlungen mit anderen Firmen bezüglich fundamentaler Struktur-Reformen des LCD-Panel-Geschäfts. Doch im Moment ist nichts entschieden.[…]

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