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Tim Cook: Kehrtwende bei Apples Steuerpolitik

Nach der bahnbrechenden Entscheidung der EU-Kommission, nach der Apple in Irland rund 13 Milliarden US-Dollar Steuern nachzahlen muss, hat offenbar ein Umdenken bei Apple stattgefunden. Das Unternehmen will einer Aussage seines Chefs zufolge, große Teile seines unversteuerten Auslandsvermögens in die USA einführen. Dabei müsste das Unternehmen nach derzeitigem Recht bis zu 40 Prozent Steuern auf dieses Vermögen zahlen.

Tim Cook überraschte mit einer Aussage, die so wohl wirklich niemand erwartet hatte. Apples Chef hat angekündigt, dass das Unternehmen nächstes Jahr mehrere Milliarden US-Dollar an Steuern zahlen wird – allerdings nicht in Europa, sondern in den USA. Denn das Unternehmen wird 2017 damit beginnen viele Milliarden US-Dollar in die USA zurückzuführen. Auf dieses Geld können nach derzeitigem US-Recht bis zu 40 Prozent Steuern erhoben werden.

Apple hat rund 200 Milliarden US-Dollar im Ausland gelagert oder im Ausland in Wertpapiere investiert. Denn das Unternehmen möchte die 40 Prozent Einfuhrsteuern, die die USA erhebt, nicht bezahlen. Tim Cook selbst findet, dass diese Steuern viel zu hoch sind und arbeitet seit Jahren zusammen mit anderen Unternehmen daraufhin, dass diese Steuern gesenkt werden. Erst dann werde Apple sein Vermögen in die USA einführen und darauf Steuern zahlen.

Apple will seine Steuern in den USA zahlen

Tim Cook deutete vor einigen Tagen etwas verklausuliert an, dass sich in 2017 beim US-Steuersatz etwas ändern könne, egal welche der beiden Parteien bei den kommenden Wahlen an die Macht kommt. Die Details sind nicht klar, aber möglicherweise wird die USA entweder die Einfuhrsteuern auf Vermögen senken oder ein Angebot wiederholen, das das Land bereits 2004 gemacht hatte: Damals ermöglichte die US-Regierung die Rückführung von im Ausland geparktem Geld zu einem einmaligen Steuesatz von nur fünf Prozent.

Außerdem könnte die EU bei Apples Ankündigung eine Rolle spielen. Denn vor zwei Tagen hatte die EU das Abkommen zwischen Irland und Apple für ungültig erklärt, das Apple einen effektiven Steuersatz von unter einem Prozent auf seine Gewinne in der EU ermöglichte. Da Irland diesen Steuersatz aber nur ausgewählten Unternehmen anbietet, ist dieser nach EU-Recht illegal. Apple soll deswegen rund 13 Milliarden Euro an Steuern an Irland nachzahlen, plus Zinsen. Allerdings gibt es bei dieser Anordnung eine weitere Klausel, die besagt, dass das Geld, das Apple an Irland überweisen muss, mit Steuern aus anderen Ländern verrechnet werden kann. Apple könnte also entschieden haben, dass es sein Vermögen in die USA einführen wird, wenn es in Irland sowieso Steuern nachzahlen muss und dann diese Steuern miteinander verrechnen. Das deckt sich mit Apples Verständnis, dass das Unternehmen seine Steuern in den USA zahlen solle, da die Produkte des Unternehmens in Kalifornien entwickelt und der Gewinn somit in den USA generiert wird.

Auch die US-Regierung folgt dieser Argumentation und hält es für rechtswidrig, dass Apple in der EU Steuern nachzahlen muss. Die USA hatte die EU für ihre Entscheidung hart kritisiert und es sogar als illegalen Transfer von US-amerikanischen Steuergeldern von den USA in die EU bezeichnet. Möglicherweise hat die EU-Entscheidung deshalb auch dazu geführt, dass sich in den USA beim Einfuhrsteuersatz in den nächsten Monaten etwas bewegen wird und dieser deutlich nach unten geht, damit Apple und andere US-Unternehmen nicht im Ausland, sondern in den USA ihre Steuern zahlen – auch wenn der Satz dann etwas niedriger ist.

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Steuern sollten dort gezahlt werden, wo der Firmensitz ist und die Gewinne gemacht werden unabhängig davon wo der Stammsitz ist.

Hmmm .... seh ich noch etwas anders ....

Man könnte doch auch sagen, Steuern sollen da anfallen und gezahlt werden, wo sie entstehen
(also für Kundenprodukte z.B. wo sie gekauft werden) ....
"Deutsche" Apple-Steuern in D, "indische" in Indien, "irische" in Irland, etc.
"Amerikanische" BMW-Steuern in den USA, deutsche in Deutschland, etc.

(gleiches gilt auch für die "tausenden komischen" Luxenburg-Firmen wie z.B auch Amazon .. durch dieses ganze Hin- und Hergeschiebe entstehen doch erst solche trickreichen Konstrukte)

Aber ich denke, das ist eher ein Wunschdenken ... denn dann müsste ja Firmen, Staaten, (im kleinen ja auch Gemeinden, etc.) etc. mitmachen und versuchen "seriös" (und im schlimmsten Fall zum eigenen Nachteil) agieren ....

Die Steuern wurden doch in Irland ( europ. Firmensitz v. Apple) abgeführt.

Ich verstehe di Diskusion nicht, Apple hat alle geforderten Steuern in Irland bezahlt und Irland will auch keine Steuern von Apple nachbezahlt haben.
Zum Verständniss, Irland bot Apple sehr günstige Steuern wenn Apple seine europäischen Firmensitz in Irland ansiedelt, was Apple dann auch tat, für Irland war dieses Geschäft mehr als rentabel.
Die alternative wäre die Schweiz als Stammsitz gewesen, hier können Unternehmen den Steuersatz frei mit dem Staat aushandeln und Die EU hätte ins Ofenrohr geschaut.
Also nicht Apple als Gewinnorientiertse Aktienunternehmen, sondern die Politik ist Schuld am der ganzen ungerechtigkeit.

Der Typ ist ein weinerlicher kleiner trampelnder Junge, dem man seine Schokolade verweigert. Mann, der ist nur noch peinlich!

Wie jeder Firmenchef einer AG ist der Typ verpflichtet, das Optimum für "seine" Firma herauszuholen. Mich nervt allerdings die Steuerpolitik weltweit. Bei Steuern hört man von Globalisierung plötzlich nichts mehr. Es kann nicht sein, dass Großunternehmen zwar von der Infrastruktur, Kaufkraft,... eines Landes profitieren, sich aber steuerlich von Verpflichtungen drücken. Wie der Finanzsektor nutzt die Großundustrie seine Macht und erpresst die Staaten. Wie gesagt, solange die Gesetze es erlauben, ist eine Firma verpflichtet das Optimum herauszuholen. Hier sind die Gesetzgeber bzw. Staatenlenker gefragt.

Hier geht es doch nicht um "Steuer-Schlupflöcher" sondern um eine Sonderbehandlung Apples durch die Irishe Regierung, in dem sie einen sehr niedrigen Steuersatz vereinbart haben!

BSP: Ich bezahle 5% MwSt dem Staat (weil mit der BRD ausgehandelt) und alle Anderen 19% MwSt!!! Das wäre Ilegal, denn Steuern sind für ALLE gleich! ( Fiktives Beispiel)