Kritik an Apples Design-Entscheidungen

Ein Thema, zwei Meinungen: Design-Probleme bei Apple?

Hat Apple Design-Probleme? Zeigen diese sich beim Kamera-Buckel des iPhone ganz besonders? In der Redaktion von Mac Life haben wir zwei unterschiedliche Meinungen dazu von Sebastian Schack und Stefanie Seidler eingesammelt.

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Sebastian Schack: Apple darf nicht von einer Person abhängig sein. Egal, ob diese Steve Jobs, Tim Cook oder Jony Ive heißt. Aber es bedarf manchmal eben einer Person, die die Zügel in den Händen hält und gelegentlich auch mal die Peitsche rausholt. In Design-Dingen ist dies bei Apple mit Sicherheit Jony Ive. Zumindest war er das bis 2015 und hoffentlich ist er das jetzt wieder. Zwar hat Apple sich in den vergangen Jahren keine Totalausfälle bei den diversen Produkten geleistet. Allerdings tritt man in einigen Fällen doch offenkundig auf der Stelle und hat in anderen zumindest zweifelhafte Entscheidungen getroffen. Wir, die wir über Touch Bar, iPhone-X-Flappe, MacBook-Pro-Tastatur und ähnliches nörgeln, müssen dabei aufpassen, dass wir nicht (wieder) in ein blindes „Unter Steve wäre das nicht passiert“ – nur diesmal eben mit Jony Ive – verfallen. Dennoch muss es gestattet sein, eine neue Hoffnung in die Rückkehr von Jony Ive zu setzen.

Nicht, weil Apple schlechte Produkte auf den Markt gebracht hätte. Sondern weil vieles, manchmal auch nur in Details, in den letzten Jahren nicht fertig durchdacht wirkte. Es gab zuletzt viele neue „nice to have“-, aber nur wenige „must have“-Features. Es bedarf keines Wunders, keines Heilsbringers, da nichts dramatisches passiert ist. Wir wünschen uns einfach mit der Arroganz eines zahlenden Kunden nur wieder mehr intelligentes Design.

Stefanie Seidler: Wenn ich mich in der Mac-Life-Redaktion umschaue, dann sehe ich überall die Handschrift von Jony Ive. Ob MacBook Pro, iMac, iPhone oder iPad – Ive und sein Designteam zeichnen sich für das minimalistische und einfache Design der wichtigsten Apple-Produkte der letzten Jahre verantwortlich. Ive ist nicht nur der einflussreichste Produktdesigner der Welt, er ist vor allem auch Künstler und so muss man ihm wohl auch eine gewisse künstlerische Freiheit zugestehen. Dennoch möchte ich mich gerne in diesem Jahr wieder von seinen einzigartigen Visionen überraschen lassen. Der neue iMac Pro in Space Grau ist zwar schön anzusehen, aber nicht wirklich innovativ. Vielleicht ist Apple beim Design einfach angekommen? Nach dem Reinfall der bunten iPhone 5c finden sich im Portfolio von Apple fast nur noch die typischen Technikfarben: Gold, Silber, Anthrazit und Schwarz. Es ist allerdings genau 20 Jahre her, dass uns Jobs und Ive mit dem bunten iMac begeisterten. Wir sind bereit für eine neue Überraschung.

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Ja, bringt endlich wieder bonbonfarbene und durchsichtige iMacs! So wie unter Steve! Soooo schöööön!

Ich habe eine recht robuste Hülle um mein iPhone rum. Da ist kein Buckel!

Doch, der hat sich nur in der Hülle versteckt. Zudem hat nicht jeder eine Hülle um sein Handy.

Goldene Design-Himbeere für Jony - für die Mouse, die man auf der Unterseite per USB laden muss ...

Ich hasse dieses Gezeter. Warum sollte man das Design ändern, nur, damit es geändert ist? Uh, das iPhone sieht seit vier Jahren gleich aus, ist doch egal, dass dieses Design für eine tolle Nutzbarkeit gesorgt hat, ich will eine Änderung nur um der Änderung willen. Und der iMac Pro, ja, ein Workstation-Computer, der für Profis und nicht für Schulhof-Kiddies gemacht wurde, muss natürlich ein neues Design aufweisen, ist doch egal, ob man damit professionell arbeiten kann, oder nicht, Hauptsache, er ist blau.

Eine Design-Änderung muss dort gemacht werden, wo sie nötig ist. Ich bin froh, dass wir keine 5kg-Notebooks mehr herumschleppen müssen, und dass mit dem iMac der Kabelsalat endlich ein Ende hatte. Ich bin auch jedes Mal froh, wenn ein Gerät dünner und leichter wird, weil es einfach angenehmer zum Tragen ist, aber ich brauche doch nicht jedes Jahr ein neues Design, nur um mir darauf einen runterholen zu können.

Darüber hinaus müsste man sich noch fragen, was iPhone-X-Schlappe bedeutet, ok, es hat sich schlechter verkauft, als erwartet, aber dass das primär am Design liegt, wage ich doch zu bezweifeln, es sei denn, man subsumiert neue Features, von denen es zu wenige gab (sagen zumindest einige, ich bin zufrieden mit dem Gerät), auch unter "Design", aber das führte zu einer unsachgemäss weiten Auslegung dieses Begriffs.

Und die TouchBar? Die hat Apple gekillt, indem sie sie nicht weitergeführt haben, es hätte aber etwas Grosses werden können. Wenn viele Geräte so rausgekommen wären, hätte man sicherlich geniale Features dafür gefunden und gerade bei den iMac-Tastaturen wäre genug Platz gewesen, um sie ohne Streichung der F-Tasten einzusetzen.

Zwei Funktionen auf der TouchBar sind allerdings genial: Erstens kann man Videos vorspulen, die das nicht zulassen, also Werbung (wobei viele Websites die Funktion jetzt deaktiviert haben) und zweitens - was wichtiger ist - man kann einen Button für einen Screenshot hinzufügen. Seit meinem Wechsel auf Mac 2011 ist die PrintScreen-Taste das einzige Windows-Feature, was mir lange gefehlt hat.

Kann mich nur der Meinung anschließen. Ich finde es bedenklich wenn Sachen kaputt Designed werden. Das sieht man leider bei der neuen MacbookPro Reihe und dem iPhone X. Anders gesehen wird es von den Unternehmen erwartet das Sie jedes Jahr ein Update des Updates rausbringen. Hier sieht man leider das Quantität der Updates zählt und nicht die Qualität. Ps. mit der MacbookPro reihe meine ich die 15 Zöller.

Im Haushalt haben wir fast alle Apple Produkte im Einsatz. Ausser das neue Imac Pro das viel zu teuer ist.

Ich finde das Design von Apple immer noch wegweisend und schön, aber irgendwie fehlt mir die Seele.

Die einzigen Produkte die mir das Herz laut schlagen lassen, sind immer noch die alten durchsichtigen, bunten Imacs.

Alleine die Werbung mit dem Song von Rolling Stones ist so schön, da wird mir warm ums Herz.

Heute sieht mein Büro aus wie im Appleshop im Raumschiff. Jeder der es betritt, steht mit offenem Mund da, es dominiert weiß\silber. Aber ständig habe icj das Gefühl, dass da was fehlt.

Ganz einfach. Farbe.

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