Sicherheit bei OS X und iOS: Schad-Software wird zunehmen und Apple steht in der Verantwortung – ein Kommentar | Mac Life

Quelle: https://www.maclife.de/news/sicherheit-bei-os-x-ios-schad-software-wird-zunehmen-apple-steht-verantwortung-kommentar-10059756.html

Autor: Martin Grabmair

Datum: 07.11.14 - 16:21 Uhr

Sicherheit bei OS X und iOS: Schad-Software wird zunehmen und Apple steht in der Verantwortung – ein Kommentar

Apple hat seine Politik in Bezug auf seine Betriebssysteme geändert. OS-X-Nutzer können mittlerweile Apps installieren, die Apple nicht abgesegnet hat. Außerdem können Apps seit iOS 8 bestimmte Funktionen mit anderen Apps teilen. Beides sind Einfallstore für Schad-Software wie WireLurker. Apple steht nun in der Verantwortung ein funktionierendes und schnelles Sicherheitssystem aufzubauen. Die schnelle Reaktion auf WireLurker ist vielversprechend – aber auch die Nutzer stehen nun vor einer Wahl.

Apple hat sehr schnell auf die Schad-Software WireLurker reagiert. Das Unternehmen hat nur kurze Zeit nach der Entdeckung der Schad-Software auf einigen hundert chinesischen Apple-Geräten alle bekannten Apps blockiert, die von WireLurker infiziert sind oder infiziert werden können. Die betroffenen Apps können nun nicht mehr auf einem OS-X-Rechner installiert werden. Apple wird jedoch weiterhin ein Auge auf WireLurker und ähnliche Schad-Software werfen müssen. Schließlich kann es jederzeit passieren, dass andere Apps ähnlich manipuliert werden.

Erst am gestrigen Mittwoch hat der Software-Sicherheitsdienst Palo Alto Networks die Schad-Software identifiziert und gegenüber der Öffentlichkeit bekannt gemacht. WireLurker gelangt über Programme auf das Apple-Betriebssystem OS X, die sich Nutzer von einem bekannten chinesischen Online-Marketplace namens Maiyadi herunterladen können. Anschließend konnte sich WireLurker auch auf ein iOS-Gerät weiterverbreiten, sobald der Nutzer es via USB-Lightning-Kabel an seinen Mac angeschlossen hatte.

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Damit ist die Schad-Software WireLurker ein Novum in doppelter Hinsicht. Zum einen ist es die erste Schad-Software, die sowohl das Apples Desktop-Betriebssystem OS X als auch Apples mobiles Betriebssystem iOS befallen kann. Zum anderen muss das iOS-Gerät nicht gejailbreaked sein, um für WireLurker anfällig zu sein. Die Schad-Software kann auch ein iPhone mit originalem iOS kann infizieren.

Apple hat sich nicht weiter zu den genauen Maßnahmen geäußert, die das Unternehmen ergriffen hat. Klar ist jedoch , dass Schad-Software für OS X und iOS immer häufiger wird. Zum einen hängt dies mit den wachsenden Zahl an Nutzern von Apples Betriebssystemen zusammen: Dadurch werden Apple-Geräte lukrative Ziele für Hacker. Zum hat Apple in den letzten Jahren seine Politik geändert und öffnet nun nach und nach seine Betriebssysteme. Nutzer können nun auch Programme installieren, die Apple nicht vorher abgesegnet hat. Apps ist es zudem möglich Funktionen auch in anderen Apps auszuführen. Beides sind potenzielle Einfallstore für Schad-Software.

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Nach dieser Änderung steht Apple, ganz ähnlich wie Microsoft bei Windows, nun in der Verantwortung ein funktionierendes Sicherheitssystem aufzubauen um auf etwatige Bedrohungen schnell reagieren zu können – diese Verantwortung scheint Apple verstärkt wahrnehmen zu wollen. Aber auch die Nutzer sind nun mehr gefordert: Sie zwar können weiterhin lediglich auf Apps aus den offiziellen App Stores zurückgreifen, müssen damit aber auf andere Apps mit einzigartigen Funktionen verzichten. Andernfalls müssen sie aufpassen, was genau sie installieren und sich vorher genau informieren – wie auch Windows-Nutzer.