Phablets, Tablets & Co.: Größer? Größer! – Über den seltsamen Größenzuwachs heutiger Mobilgeräte

Früher einmal war Miniaturisierung bei Mobilgeräten Trumpf, heute scheint Größe alles zu sein. Und das nicht nur zum Angeben. Sondern es soll angeblich auch praktisch sein. Ob das Größenwachstum wirklich sinnvoll ist, bleibt dahingestellt. Denn was man gerne vergisst: Man sollte mobile Geräte auch einigermaßen mobil halten. Denn was bringt einem das beste iPad, wenn man einen Rollkoffer braucht, um es zu bewegen?

Von   Uhr

Es gab Zeiten, da waren Mobifunkgeräte noch richtige Apparate, die man mit beiden Händen halten musste, um damit telefonieren zu können. Laptops waren rollkoffergroße Kästen mit Henkel zum Tragen dran, die die Hand spüren ließen, dass man da knapp 15 KG mit sich rumschleppte. Circa bis zu den 2010er-Jahren war es üblich, dass die genannten Geräte immer kleiner sein mussten, immer handlicher, immer kompakter. Miniaturisierung hieß das Zauberwort, unter dem Generationen von Mobilfunkgeräten und Laptops, später Netbooks auf den Markt kamen.

Wer damals noch ein Riesen-Telefon sein Eigen nannte, hatte den Zug in die Neuzeit bewusst verpasst oder wollte sich mal so richtig 1990er-Jahre-mäßig fühlen. In der Serie „Futurama“ wurde diese Miniaturisierungswahn auch parodiert, Amy Wong, einer der Charaktere der Serie, besaß zum Beispiel ein Telefon, das so winzig war, dass man es ohne die klobige Ladestation gar nicht erkennen konnte.

Jüngst fiel mir ein Buch in die Hand, das erste Designstudien für ein Apple Phone enthielt, die Frog Design einst Steve Jobs vorgestellt hatte. Und wie sahen die aus? Selbstverständlich war hier ein Klapphandy zu sehen. Dass alles anders kam, zeigte das erste iPhone. Alle iPhones bis zum 5s waren alerdings trotzdem relativ handlich. Das erste iPad lag ebenfalls recht gut in der Hand – und Apple schien es auch hier mit der Miniaturisierung Ernst zu meinen.

Das iPad mini war und ist signifikant kleiner als das reguläre iPad. Aber wird das denn in Zukunft so bleiben? Wohl eher nicht. Mit dem iPhone hat man es vorgemacht: Das iPhone 6 Plus ist ein Mittelding zwischen iPhone und iPad und man wird das Gefühl nur schwer los, dass Apple damit lediglich die Wünsche einiger Kunden bedienen wollte, auch wenn es tatsächlich ganz gut zu handhaben ist. Aber nicht eben nicht handlich oder so richtig mobil. Denn heute ist es offenbar so, dass die mobilen Geräte immer größer werden müssen, um vom Markt akzeptiert zu werden. Die Spekulationen über ein iPad Pro mit sage und schreibe 12,9-Zoll-Display reißen nicht ab.

Aber was will man denn mit diesen Riesen-Geräten? Herumtragen wohl eher nicht, denn man muss erstmal ein Behältnis finden, in dem man ein solches Riesen-iPad oder ein iPhone 6 Plus vernünftig verstauen kann. Ja, die Akkulaufzeit ist super, die iPhones und iPads sind superdünn und entsprechend leicht. Aber mobil? Aber vielleicht macht Apple neben der Apple Watch demnächst auch Taschen, mit denen man die i-Devices vernünftig transportieren kann.

Oder man braucht ein iPhone mini, das anzeigen kann, dass das iPad Maxi eine Mail bekommen hat. Dann kann man sich einen bequemen Platz suchen und das betreffende iPad aus dem Rucksack holen. Bald gibt es wahrscheinlich auch Geräte mit Henkel. Oder mit Rollen. Warten wir es ab. Heute Abend wissen wir mehr.

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Es ist doch wohl klar: Früher war die Technik nicht reif genug, deswegen waren Handys riesengroß.

Eine Zeitlang wurden Handys kleiner, da die Eingabe über die Tastatur funktionierte und der Bildschirm "nur" zur Darstellung diente. Aber bei einem Nokia 8210 ist man dann schnell an seine Grenzen gestoßen, insbesondere Männer.

Heutzutage ist das Display wichtiger als je zuvor. Es dient zur Darstellung als auch zur Eingabe. Und da mobile Geräte PCs & Laptops in einigen Disziplinen abgelöst haben bzw. ablösen, ist ein größeres Display unabdingbar, da man in dieser Hinsicht wiederum an größere Bildschirme gewöhnt ist.

Meine Güte, lasst dich den Leuten die Wahl. Ich habe dass Plus und möchte es nicht mehr missen.

Ein größeres Display ist aber nicht für jedermann einhändig zu bedienen. So toll das iPhone 6 auch ist mit seinem Display. Ich verkaufe das wieder, denn ich habe nach 3 Wochen nur Bedienprobleme mit einer Hand. Auch das mit dem runterfahrenden Bildschirm bringt nichts, das dauert alles zu lange und ist umkomfortabel. ABER es gibt jede Menge Menschen mit großen Händen oder die eben gerne zwei Hände zur Bedienung nutzen.
Die 4 Zoll Variante hat meiner Ansicht nach weiterhin eine Berechtigung und ich werde nur dieseGröße kaufen, da ich diese tatsächlich gut mit einer Hand bedienen kann. Von der Kamera des iPhone 6 bin ich nur sehr mäßig begeistert, weil diese mir zu viele unscharfe Bilder beschert hatte und die Auflösung am Schluss durch den .jpg ist auch ne Katastrophe aber das hat wohl eher mit iOS 8 zu tun.

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