Mac Pro: Die „schwarze Tonne“ feiert ihren 5. Geburtstag

Quelle: https://www.maclife.de/news/mac-pro-schwarze-tonne-feiert-ihren-5-geburtstag-100108389.html

Autor: Matthias Parthesius

Datum: 22.10.18 - 17:59 Uhr

Mac Pro: Die „schwarze Tonne“ feiert ihren 5. Geburtstag

Vor fünf Jahren stellte Apple den Mac Pro vor. Seitdem altert der High-End-Computer von Apple eher weniger als mehr in Würde. Der Computer wird seit Jahren im Prinzip technisch unverändert angeboten: zwei Grafikkarten und eine Hauptplatine stecken in einem schwarzen und auf Hochglanz poliertem Kühlturm. Dabei ist der Hochglanz-Bolide spätestens seit dem iMac Pro nicht mehr State-of-the-Art in Sachen Pro-Workstations.

Das letzte „Upgrade“ – wenn man es so nennen darf – spendierte Apple dem Mac-Pro-Computer im April. Nicht 2018, sondern im April 2017, und zwar im Nachgang zu einem Pressegespräch, das die Apple Manager Phil Schiller und Craig Federighi führten mit techcrunch.com, mashable.com, axios.com und buzzfeed.com sowie daringfireball.net. Schiller versprach eine komplett überdachte Hardware, bei der sich CPUs und GPUs sowie Speichermodule bei Bedarf wechseln lassen werden. Dazu passend soll es einen neuen Bildschirm von Apple geben. 

Ergänzend zu den Worten seines Marketing-Chef spach Federighi die wachsende Zielgruppe der Entwickler an und versprach seinerseits schnelles Kompilieren von Apps auf dem neuen Mac Pro, der im kommenden Jahr erscheinen soll. Das war im April 2017, als die Basis-Quadcore-CPU durch den 3,5 GHz 6-Core Intel Xeon E5 ersetzt wurde. 3.399 Euro trägt seitdem das Preisschild der Grundkonfiguration. Seitdem ist nichts passiert.

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Mitte Dezember 2017 musste der Mac Pro dann auch noch den Staffelstab des schnellsten Mac aller Zeiten übergeben an den iMac Pro, der mit unglaublichen 22 TeraFLOPS die schwarze Tonne in die Ecke stellt. Zugegeben: zum Preis von 5.499 Euro darf man es erwarten. Zudem bringt der iMac Pro die moderneren Schnittstellen mit 10 Gigabit Ethernet, vier Thunderbolt-3-Anschlüsse und eine Grafikkarte, die VR-Brillen betreiben kann. In den Benchmarks ist der iMac Pro etwa ein Drittel schneller als der Mac Pro.

Und so legt sich Apple selbst die Messlatte hoch für den nächsten Mac Pro, der jedoch in einer Art Transparenz-Offensive seitens Apple im April 2018 verschoben wird auf einen unbestimmten Termin im kommenden Jahr. „The Mac Pro is a 2019 product,“ darf Tom Boger aus dem Marketing-Team für Mac Hardware sagen. Apple wird für dieses Gerät einen Schwerpunkt legen auf Workflows. Pro Workflows. Das darf man sich wahrscheinlich so vorstellen wie die Siri-Kurzbefehle, aber für 8K-Video und für Xcode-Kompilate von iCloud-Apps, die auf macOS und iOS gleichzeitig laufen.

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Nach meiner persönlichen Einschätzung wird Apple in der kommenden Woche ein neues iPad Pro vorstellen im rahmenlosen Design mit Face ID. Eventuell bringt Apple dann noch bei den Mac-Book-Computern eine neue Struktur in das Angebot mit einem Nachfolger für das 12-Zoll MacBook und das 13-Zoll MacBook Air. Und mit ganz viel Glück bekommen die iMacs ein sogenanntes Speed-Bumps-Upgrade mit neuen CPUs, mehr Speicher und neuen Preisen.