Sicherheit

Lediglich 15 Prozent der Deutschen verschlüsseln ihre E-Mails - gehört ihr dazu?

Die Deutschen setzen bei der Nutzung von E-Mails kaum auf Verschlüsselung. Einer Untersuchung nach hatten 2015 nur 15 Prozent der Nutzer ihre E-Mails gesichert. Im Jahr zuvor waren es 14 Prozent. Dennoch hat die NSA-Affäre etwas bewirkt.

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Nachdem bekannt wurde, wie die NSA und andere Geheimdienste E-Mails konsequent auswerten, haben sich zwar viele Benutzer entschlossen, ihre E-Mails zu verschlüsseln, aber es sind immer noch sehr wenige.

Als 2013 die NSA-Affäre hohe Wellen schlug, chiffrierten nur 6 Prozent der Deutschen ihre E-Mails. 2014 waren es dann auf einmal 14 Prozent. Doch danach passierte praktisch nichts mehr: 2015 wurden 15 Prozent aller E-Mails verschlüsselt, geht aus einer Untersuchung des Digitalverbands Bitkom hervor.

„Das Interesse an der Verschlüsselung von Daten ist bei den Nutzern nach einem kurzen Hoch nicht weiter gestiegen“, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Mit der Verschlüsselung von E-Mails und Dateien können sich die Nutzer gut vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten schützen. Die Anwendung ist aber häufig noch zu kompliziert.“

Auf dem Mac bietet das mitgelieferte E-Mail-Programm mit S/Mime eine gute Möglichkeit, seine E-Mails zu signieren und zu verschlüsseln. Das gilt im übrigen auch für iOS. Kostenlose Zertifikate gibt es beispielsweise bei StartSSL.com.

Warum verschlüsseln dann nicht mehr Nutzer ihre E-Mails? 64 Prozent der 1009 Umfrageteilnehmer ab 14 Jahren gaben an, dass sie sich damit nicht auskennen. 59 Prozent sagten, dass ihre Kommunikationspartner keine Verschlüsselung einsetzen. Ein Viertel (26 Prozent) hält Verschlüsselung grundsätzlich für zu aufwändig. Das dürfte natürlich auch damit zusammenhängen, dass die Hersteller den Nutzern keinerlei Hilfen bieten, ihre Kommunikation abzusichern.

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Ich würde sagen 99,9% meiner Mails verschlüssle ich nicht. Für zwei oder drei Leute verschlüssle ich auf deren Wunsch. Die Infos die in solchen Mail enthalten sind können aber die Geheimdienste ohne Problem durch lesen meiner Profile in G+, Facebook, Instagram oder Maclife ohne Probleme herausbekommen.

Ich verschlüssle fast ausschliesslich und werbe auch im Freundes- und Bekanntenkreis dafür. Und sei es noch so unwichtig, jeder hat das Recht auf Privatsphäre.

Schreibst du auch Verschlüsselt deine Postkarten aus dem Urlaub? Müsste man wenn man so auf auf Privatsphäre bedacht ist doch auch machen.

Ich habe bisher noch nie etwas in emails geschrieben was ich nicht auch in der Öffentlichkeit sagen würde, da mache ich es auch umverschlüsselt.

Nichts desto trotz wäre es schön wenn es einfacher wäre Mails zu verschlüsseln, damit sich das ganze leichter durchsetzt.

Ich nutze PGP zur Verschlüsselung von Emails an Kontakte, die ebenfalls PGP einsetzen. Ergänzend werden alle bei meinem Mailprovider mailbox.org eingehenden unverschlüsselten Emails automatisch PGP-verschlüsselt, sodass niemals unverschlüsselte Emails in meinem Postfach liegen. Meine Mailclients (Kryptomail für iOS, PGPTools für OS X) verschlüsseln automatisch alle ausgehenden Emails soweit ich einen passenden öffentlichen Schlüssel für einen Kommunikationspartner importiert habe.

PGP bevorzuge ich gegenüber S/MIME, da ich für Android keinen funktionierenden / vertrauenswürdigen S/MIME Client gefunden habe, während die PGP-Unterstützung dort recht einfach realisierbar ist.

Auf meinem iPhone benutze ich den zugegeben sehr teuren Kryptomail Client, der einen vollständigen IMAP-Email-Client mit integrierter PGP-Verschlüsselung darstellt. Hier ist ein hinreichender Komfort der Nutzung von PGP auch bei vollständige verschlüsselter Email-Kommunikation gegeben. Externe Verschlüsselungs-Apps wie oPenGP oder iPGMail funktionieren zwar auch, sind aber in ihrer Benutzung aufgrund es ständigen Wechsels zwischen Mail-App und PGP-App nicht so komfortabel.

Das größte Problem für die Verbreitung von verschlüsselten Emails stellen für mich die Verfahren zur Verteilung und automatischen Nutzung der Schlüssel von Kommunikationspartnern dar. Weder die S/MIME noch PGP-Clients bieten heute eine automatische Suche / Aufnahme von Schlüsseln für eine automatisierte Aktivierung der Verschlüsselung wann immer diese möglich wäre. Dieses Problem ist unter S/MIME noch ein wenig größer als unter PGP, da die notwendigen S/MIME Zertifikate zumeist jährlich aktualisiert und damit erneut verteilt werden müssen. Hier wäre es klasse, wenn die Hersteller sich auf ein sauberes und offenes Verfahren zum plattformübergreifenden Schlüsselaustausch einigen könnten, um der Masse der Anwender den Einsatz von Email-Verschlüsselung stark zu vereinfachen.

ACK. Noch zu ergänzen: Bei S/MIME wird das Zertifikat bei den Anwendern ausgestellt. Man weiß nicht, was da noch so damit passiert. Nur bei einem selbst ausgestellten (dafür meist nicht vertrauenswürdigen) Zertifikat besteht kein Risiko. Dann lieber gleich auf PGP und eine Web of Trust gesetzt.

Korrektur: „*nicht* bei den Anwendern“ - "bei den Herausgebern ausgestellt“ wollte ich schreiben...

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