Die Mac-Life-Kolumne von Frank Krug

Kolumne: Kennst du das Land, wo die Äpfel blühn? - über Apples Suche nach der nächsten Steueroase

Die Paradise Papers waren vor einigen Wochen ein Aufreger-Thema. Autor Frank Krug nimmt sich in seiner Kolumne das Thema zur Brust und beschreibt die Suche Apples nach einem neuen Eiland der Steuerfreiheit. Denn alles Andere macht wohl keinen Sinn.

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Apple befindet sich auf der Suche nach einer steueroptimierten Kapitalanlage in bester Gesellschaft.

Gemeinsam mit der Queen, dem Gutmenschen Bono und dem Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton schippert Tim Cook über die sieben Weltmeere und hält vor Ort den Finger in den Wind. Mit Apple-typischer Akribie werden die wesentlichen Punkte abgearbeitet: Steuern rauf oder runter, Schlupflöcher groß oder klein, Regierung bleibt oder geht. Verlassen kann sich die Crew dabei auf das Navigationssystem der Firma Appleby, die den Briten am Steuer unter anderem damit für sich gewinnen konnte, selbsternannter Experte für den steuerfreien Flugzeugimport zu sein. Ein weiteres Argument dafür, dass sich mit Nischenprodukten heutzutage noch so richtig Geld verdienen lässt.

Um aber auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Auch darauf hat Appleby scheinbar die richtige Antwort gefunden. Nun ist es zwar so, dass die Kanalinsel Jersey nicht unbedingt bekannt ist für ihr mediterranes Klima. Andererseits benötigt der Apfel – im Gegensatz zur Zitrone – aber auch nicht täglich die volle Dosis Sonne, um sich in prächtiger Blüte entfalten zu können. Da kommt es eher auf die inneren Werte an.

Wie zum Beispiel null Prozent Körperschaftssteuer. Dass man die Messlatte für eine gewisse innere Kontinuität gar nicht hoch genug legen kann, hat sich nämlich schon im Fall Irland erwiesen. Die wollten sich nicht an die Spielregeln halten, als sie vor einigen Jahren einfach mal so ihre Steuergesetzgebung verändert haben. Da hilft es auch nicht, darauf hinzuweisen, dass man dies selbst ja gar nicht gewollt habe, sondern von der miefigen EU-Kommission dazu gedrängt worden sei. Außerdem sei man europaweit doch immer noch eines derjenigen Länder, die sich – zumindest aus steuertechnischer Perspektive betrachtet – am unteren Ende der Skala befänden.

Fakt ist, dass nach dem ganzen Schlamassel in Irland ein Umzug unumgänglich geworden ist. Und wenn es dann eben eine kleine Insel im Ärmelkanal sein soll, auf der man übrigens an jeder Stelle deutlich näher am Meer als am Fiskus dran wäre, dann soll es eben so sein. Schließlich hat man ja auch eine „moralische Verantwortung“ seinen Angestellten gegenüber. Jersey ist nämlich „eine Insel zum Entdecken. Vollgepackt mit Aktivitäten zum Erkunden, zum Erleben und zum Aufatmen.“ (O-Ton: www.jersey.com)

Kleinkarierte Nörgler mögen Tim Cook jetzt wieder vorwerfen, dass dort ja kaum Angestellte zu finden seien, die sich den Reizen des Naturschauspiels bedingungslos hingeben könnten. „Und wenn schon!“, kann man denen nur entgegenhalten. Denn eine „moralische Verantwortung“, von der Tim Cook vor wenigen Wochen in einem Interview mit der „New York Times“ gesprochen hat, habe man schließlich jedem einzelnen gegenüber. Auch wenn es – wie auf Jersey – nur ein einziger Mitarbeiter ist, der täglich den Firmenbriefkasten öffnet und gewissenhaft wieder verschließt.

Frank Krug

ist seit vielen Jahren in der Apple-Branche tätig und freier Autor. Er schreibt eine regelmäßige Kolumne für Mac Life.

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Wie vielen Leuten wird jetzt klar, dass Apple nichts anderes ist als eine geldgeile Gewinnmaschinerie, die sich längst von den Werten der Anfangszeit verabschiedet hat, was man auch am OS und den Produkten erkennen kann? Fast alles nur noch lifestyle mäßig aufgemotzte Durchschnittsprodukte mit überhöhten Preis und dem Elitärsticker drauf.

Oh man…MacPaul!
Als CEO bist du in erster Linie dem Unternehmen und dessen Aktionären verpflichtet.
Gerade als AG, ist man immer gezwungen das Kapital des Unternehmen in der Gewinnzone zu halten, sonst bist du nicht lange CEO.
Sowas erreicht man mit neuen Geräten und neuen Märkten,
Mitarbeiter entlassen… das führt dich auch kurzfristig zu einem höheren Umsatz oder man spart an steuern.
Meinst du Google, Amazon, Facebook usw. verfahren anders?
Wie immer wird hier wieder Apple als Zugpferd genutzt…weil gerade deren Produkte sich nicht jeder leisten kann, aber so mancher gerne hätte!!!
Zu dem Durchschnitt Geräten:
Die Geräte sind keinesfalls Durchschnitt. Zugegeben, das tolle Design hat ein gewisses life styl feeling.
Aber da Hard– als auch Software von einem Hersteller kommen, ist die Performance der Geräte über Jahre atemberaubend!
Abgesehen davon, bringen Apple Computer, iPad usw. nach Jahren langen Benutzung immer noch einen attraktiven Verkaufspreis. Was deine komisch zusammengebaute windoof bzw. Android funkpuste noch nicht mal erreicht, selbst wenn du sie neu kaufst und direkt wieder verkaufst. Zumal gerade Android einfach nur ein Desaster ist und wohl eher eine Notlösung, als ein Betriebssystem.
Selbst mein altes iPhone 6 bringt noch genau so gute Performance wie ein Samsung Galaxy S8. Wenn man von Display und Kamera absieht. In der rechnenleistung worauf, es ankommt kann es aber immer noch mithalten!
Mal davon abgesehen, was ein Apple Gerät kann, kann es perfekt ohne Kompromisse und davon ist Android noch Lichtjahre entfernt.
Oder warum arbeiten Architektur Büros, Werbeagenturen, IT Web Branche alle mit einem Apple iMac…???

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