Politik

Google-Suche des Tages: Was passiert nach dem Brexit?

Die Briten wollen die Europäische Union verlassen – das ist das Ergebnis des Referendums über den EU-Ausstieg des Vereinigten Königreichs. Was diese Entscheidung für den Brexit aber eigentlich für Konsequenzen haben könnte, damit haben sich offenbar viele Briten nicht im Vorfeld der Abstimmung auseinandergesetzt. Wie Google Trends berichtet, kam erst nach der Schließung der Wahllokale der große Anstieg bei der Frage „was passiert, wenn wir die EU verlassen?“.

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Das Vereinigte Königreich hat gestern sein Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union abgehalten. Obwohl die meisten Umfragen eine knappe Mehrheit für das Lager vorhergesagt hatten, das in der EU bleiben möchte, haben die Brexit-Befürworter etwas überraschend mit rund 52 Prozent der Stimmen gewonnen. Was wird der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union aber sowohl für die 27 verbleibenden EU-Länder als auch für das Vereinigte Königreich bedeuten?

Google-Suche zeigt, mit den Konsequenzen von Brexit haben sich viele zu wenig auseinandergesetzt

Das fragen sich am Tag nach dem Brexit-Referendum sehr viele Menschen. Google Trends berichtete über seinen Twitter-Account, dass die Frage „was passiert, wenn wir die EU verlassen?“ in Großbritannien und Nordirland heute Nacht rund dreieinhalb Mal öfter gestellt wurde als zuvor – und das Stunden nachdem die Wahllokale bereits geschlossen hatten.

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Wie die meisten Volksabstimmungen war auch das Brexit-Referendum in erster Linie eine Abstimmung nach Gefühl. Fakten und die Meinung von Experten spielte im Wahllokal für viele eine untergeordnete Rolle, zumal das Thema äußerst komplex ist und von einem normalen Bürger nur schwer komplett überblickt werden kann. Gewonnen hat dagegen das Gefühl, dass die EU ein übermäßig bürokratischer Haufen sei, der die Freiheiten der UK-Bürger und die Souveränität des Vereinigten Königreichs zu sehr einschränken würde. Über die eigentlichen Konsequenzen des Brexits haben sich demnach wohl viele erst Gedanken gemacht, als die Abstimmung bereits erfolgt war – und damit zu spät.

Wie es mit der EU und dem UK weitergeht, werden wir in den nächsten zwei bis fünf Jahren erfahren, wenn die Verhandlungen zwischen dem Land und der EU abgeschlossen worden sind. Bereits jetzt ist aber abzusehen, dass die wirtschaftlichen Konsequenzen dramatisch sein werden: Der DAX ist um zehn Prozent gefallen und sowohl der britische Wirtschaftsindex als auch der Kurs des Pfund Sterling zeigen klar nach unten. Außerdem diskutieren die Schotten erneut einen Austritt aus dem Vereinigten Königreich, um in der EU bleiben zu können und auch aus Nordirland werden Stimmen laut, die eine Vereinigung mit der Irischen Republik fordern, um ebenfalls in der EU bleiben zu können. Wenn sich die Briten da mal nur nicht verzockt haben…

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Danke, guter Beitrag! Mal sehen, was die Schotten machen.

Das Problem unserer Zeit ist das Internet. Die Menschen werden immer dümmer aber besser vernetzt. Das hat dann genau solche Konsequenzen, wie jetzt der Brexit. Die sägen sich den Ast unterm Arsch weg die Briten. Aus Great Britain wird Little Britain. Nächste IQ-Tiefflieger-Aktionen stehen schon vor der Haustür. Donald Trump ist eine davon… Da kann nicht ein Mal ein Triple-Face-Palm mehr helfen…

Insgesamt wahrscheinlich unüberlegt und nicht vollständig durchdacht, die Konsequenzen können noch gar nicht betrachtet werden. Aber auch das ist Demokratie. Ob alles so schlimm kommt, oder vielleicht doch schlimmer als alle gedacht haben, kann niemand sagen.

Der Gedanke Europas war gut, leider wurde die ganze Sache immer bürokratischer. Der Nutzen wurde für Bürger nie richtig transparent gemacht. Auch war Deutschland immer einer der wenigen Nettozahler, das ist schwer vermittelbar, im eigenen Land an der Bevölkerung gespart wird. Bei uns wäre es wahrscheinlich genauso knapp in der Abstimmung.

Andere Staaten sind nicht in der EU (Norwegen & Schweiz), denen geht es auch nicht schlechter als dem Rest. Man hätte nach dem amerikanischen Vorbild entweder die Nationalstaaten abschaffen wollen und die vereinigten Staaten von Europa bilden sollen, dafür eint uns aber zu wenig, bei der Sprache fängt es an. Oder die EU als europäische Wirtschaftsvereinigung lassen sollen. Jetzt haben wir weder Fisch noch Fleisch.

Mal sehen, was jetzt tatsächlich passiert, inwiefern sich die theoretischen Ausführungen in der Praxis bestätigen. Ist doch ein guter Testlauf für die anderen Länder.

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