Die Mac-Life-Kolumne von Frank Krug

Wer im Glashaus sitzt: Von Apple und dem „iHospital“

Autor Frank Krug widmet sich in seiner Kolumne aktuell dem Thema von Apples Idee eigene Krankenhäuser für Mitarbeiter bereitzustellen. Er bringt dies ironisch in Verbindung mit dem Phänomen des Scheibentraumas, von dem manche Apple-Mitarbeiter am neuen gläsernen Campus ein Liedchen trällern können. Leider nicht nur die, wie eine weitere Idee zu Vogelauffangstationen verrät.

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Apple ruft ein eigenes, firmeninternes Gesundheitssystem für die Mitarbeiter ins Leben und baut die dazugehörigen Krankenhäuser, iHospitals quasi, gleich mit. Praktisch.

AC Wellness nennt sich das System, das die Mitarbeiter in erster Linie präventiv behandeln soll. Wobei das mit der Präventivbehandlung so eine Sache ist. Nachdem nämlich die ersten Mitarbeiter in die gläserne Firmenzentrale eingezogen sind, gibt es bereits Überlegungen, den ursprünglichen Gedanken wieder fallen zu lassen und sich doch in erster Linie um die Folgeschäden zu kümmern. Mitarbeiter berichteten, dass in den Fluren der Apple-Zentrale in Cupertino vermehrt Kolleginnen und Kollegen gegen Scheiben gerannt sind. Als sich diese plötzlich mit den Tücken ihres neuen gläsernen Arbeitsalltags konfrontiert sahen, gab es für viele ein böses Erwachen. Die Architektur des Gebäudes, die darauf ausgelegt ist, Grenzen verschwinden zu lassen und daher vornehmlich aus Glas besteht, lässt ein wesentliches Detail vollkommen außer Acht: Glas ist zwar ebenso durchsichtig wie Luft, weist aber eine erheblich höhere Dichte auf.

Zahlreiche Apple-Mitarbeiter, die dennoch der Versuchung erlagen, ihre neue grenzenlose Arbeitswelt leichtsinnig zu erkunden und sich diesem Naturgesetz nicht beugen wollten, hatten arg mit den Folgen zu kämpfen. Immer wieder soll es zu teils schmerzhaften Kollisionen gekommen sein. Erschwerend kam hinzu, dass sich diese Kollisionen nicht aufs Innere der neuen Firmenzentrale beschränkten. Auch außerhalb der Glasfassade stieg die Zahl der Unfallopfer weiter an. Wobei zu erwähnen ist, dass die Betroffenen dort in erster Linie die kalifornische Gelbschnabelelster und die schwarz-weiß gefiederte Schleiereule waren. Zwischenfälle mit Menschen, die gegen das Gebäude liefen, lagen im unteren zweistelligen Bereich und sind statistisch betrachtet nicht weiter von Belang.

Gläserner Campus führt zu Folgeschäden

Dennoch belegen diese Zahlen eindrücklich, dass Apple mit dem Entschluss, das firmeninterne Gesundheitssystem auch auf die Behandlung von Folgeschäden auszuweiten, goldrichtig lag. Es zeugt aber auch von der innovativen Voraussicht und dem großem Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens. Offensichtlich hat man hier rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt. Sollten sich darüber hinaus auch die Gerüchte verdichten, dass sich Apple nicht nur beim Bau von Krankenhäusern engagiert, sondern auch konkrete Pläne entwickelt, um Vogelauffangstationen für die verletzten Gelbschnabelelsterne und vereinzelten Schleiereulen zu bauen, so ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass nachhaltiges Wirtschaften und gesamtgesellschaftliches Engagement hier wieder einmal großgeschrieben werden.

Frank Krug…

ist freier Autor, lebt in Berlin und schreibt regelmäßig für die Mac Life (f.krug@maclife.de).

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Hört sich gut an. Krankenhäuser helfen.

Sehr gut geschriebener Artikel!
Ich musste sehr oft schmunzeln :D
Auch wenn man bei der ganzen Geschichte nicht vergessen sollte, dass Apple damit zur Daten-Krake werden könnte, wenn das Konzept Anklang findet und ausgeweitet werden sollte.
Auch wenn dies der Gesundheit der Nutzer dienlich sein wird!
Siehe Apple Watch, Früherkennung von Herzinfarkten, Diabetes etc.

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