James Comey verzweifelt

FBI scheitert bei Entschlüsselung von Smartphones, will neues Gesetz

FBI-Chef James Comey hat gestern vor dem US-Senat ausgesagt, dass er sich eine rechtliche Grundlage wünscht, um mit Herstellern mobiler Geräte zu „kooperieren”, damit man an die Daten von verschlüsselten Smartphones und Tablets kommen kann. Das sei derzeit nämlich nicht so einfach – die Hälfte aller Geräte, die man gerne untersucht hätte, sind zu gut gesichert. Immerhin schlägt er jetzt leisere Töne an als noch vor einem Jahr.

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Vor einem guten Jahr war in den USA eine Diskussion im vollen Gange, bei der es darum ging, dass Hersteller wie Apple gezwungen werden sollen, Strafverfolgungsbehörden beim Entsperren gesperrter Smartphones behilflich zu sein. Die Debatte ist abgeklungen, als das FBI eine externe Lösung fand, die keine Hilfe des Herstellers involvierte. Nun ist die Diskussion wieder lebendig, wenngleich in abgeschwächter Form.

Smartphones sollen entsperrt werden können

TechCrunch berichtet über eine Diskussion vor dem US-Senat, bei der James Comey, FBI-Direktor, gesprochen hat. Er klagte sein Leid, dass im laufenden Geschäftsjahr 3000 mobile Geräte nicht entsperrt werden konnten. Das sei etwa die Hälfte aller Geräte, die man im Sinne der Strafverfolgung gerne ausgelesen hätte.

Im Gegensatz zum Frühjahr 2016, als das iPhone 5c aus der Schießerei in San Bernardino entsperrt werden sollte, fordert Comey diesmal aber gar keine Backdoors in den Smartphones. Viel mehr wünscht er sich ein Gesetz, das es hergibt, dass das FBI mit Herstellern zusammenarbeiten darf, um an die Daten zu kommen, ohne grundsätzlich ein gewolltes Sicherheitsloch in die Plattform zu reißen.

Letztes Jahr forderte er von Apple eine spezielle Version von iOS, die es erlaubt, den Code per Bruteforce zu knacken. Tim Cook machte öffentlich klar, dass es eine solche Version nicht geben werde, weil er nicht garantieren könne, dass sie nur von den „Guten” eingesetzt werden wird, denn wenn sie existiere, sei es nur eine Frage der Zeit, bis sie an die Öffentlichkeit gelange, so die Argumentation.

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Der erste Hersteller, der sich auf eine solche "Kooperation" einlässt, hat verloren

Glaubst du wirklich? Irgend ein blöder Euphemismus, und die Leute schreien ja. Schau dir nur mal die letzten grossen Wahlen auf diesem Globus an.

@ viva
Na die elite hat mit Euphemismen nur so um sich geschmissen und das volk in den USA hat nein gesagt und Trump gewählt. Ist doch ein gutes Zeichen.

Ich hoffe nur, dass sich die Franzosen Morgen für ihre Zukunft entscheiden und nicht für den Globalisten Macron. Da wird ja auch von Seiten der Globalisten ganz heiss gehetzt. Am Ende kann es aber anders kommen. Es wachen ja auch immer mehr Menschen auf. Das ist ja das positive.

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