Faraday Future Zero 1

Faraday Future Zero 1: Die Zukunft des Automobils?

Die Zukunft des Automobils. Gemischte Gefühle hat Farady Future mit der Präsentation des FF ZERO1 während der CES 2016 in Las Vegas hervorgerufen. Natürlich erzeugt der futuristische Rennbolide einen enormen Wow-Effekt. Und obwohl das Fahrzeug, das nicht in Serie gehen wird, Experten ein Stück weit zeigt, was Faraday Future zu leisten im Stande ist, ist der Zero1 letztlich vor allem eins: Marketing. Und letztlich auch irgendwie eine Kopie der Strategie von Tesla.

Von   Uhr

Auch das Unternehmen von Elon Musk war dereinst mit einem Sportwagen, dem Roadster (vorgestellt 2006, gefertigt von 2008 bis 2012), gestartet, bevor mit dem Model S (vorgestellt 2009, gefertigt seit 2012) das erste „echte“ Fahrzeug folgte. Ein solches Vorgehen ist auch durchaus sinnvoll, lässt aber all jene enttäuscht zurück, die Faraday Future bereits weiter wähnten. Die, die mit der Vorstellung eines Serienfahrzeugs mit der Möglichkeit zur sofortigen Vorbestellung und Auslieferung noch in diesem Jahr rechneten. Allerdings waren solche Erwartungen auch deutlich überhöht. Schließlich ist Faraday Future gerade erste dabei, die erste eigene Fabrik zu bauen.

Geld aus China

Die USA und China verbindet ein interessantes Wirtschaftsgeflecht, das derzeit vor allem durch gegenseitige Abhängigkeiten getragen wird. Auf der einen Seite ist China einer der beiden wichtigsten Gläubiger für die Staatsschulden der USA (in etwa gleichauf mit Japan). Die USA sitzen mit dem abgelaufenen Kalenderjahr 2015 auf einem Schuldenberg von geschätzten 19,04 Billionen US-Dollar. Das ist eine 19 gefolgt von 12 Nullen. Bei rund 321 Millionen Einwohnern kommt man auf eine Pro-Kopf-Staatsverschuldung von etwa 60.000 US-Dollar. Zum Vergleich: Mit seinen derzeit 2,2 Billionen Euro Schulden steht Deutschland mit einer Pro-Kopf-Staatsverschuldung von knapp 28.000 Euro (30.500 US-Dollar) da. Immer wieder wird spekuliert, dass China nicht länger Willens ist, die USA finanziell durchzufüttern. Auf der anderen Seite ist China auf Produktionsaufträge aus dem Westen – und hier nicht zuletzt aus den USA – angeweisen. China liefert insgesamt rund 20 Prozent aller US-amerikanischen Importe. Die USA bezahlen die chinesischen Produkte vom Smartphone bis zur Unterhose mit sagenhaften 486 Milliarden US-Dollar (Stand: 2014). Umgekehrt ist die USA auch der größte Warenabnehmer für China. Knapp 18% aller chinesischen Exporte gehen in die USA.

Richard Kim

(Bild: Richard Kim)
Bei Faraday Future trägt Richard Kim den Titel „Head of Design“ und ist spätestens mit der Präsentation des Zero1 auf der CES 2016 in Las Vegas auch zum Sprachrohr des Elektro-Autobauers geworden. Auch wenn Kim kein branchenübergreifend anerkanntes Genie wie Apples Jonathan Ive ist, ist er doch kein Unbekannter. Vor dem Wechsel zu Faraday Future arbeitete Kim bei BMW und verantwortete dort das äußere Design des i3 und des i8. Beim Zero1 konnte er seiner Fantasie freien Lauf lassen. Wir sind gespannt, was sein Team noch liefert.

Interessant im Kontext von Faraday Future ist das alles, weil die Firma zumindest auch von Jia Yueting finanziert wird. Der 42-jährige Yueting ist CEO und Chairman von LeTV, so etwas wie dem chinesischen Netflix, das aber selbst auch Geräte produziert, und soll über ein Privatvermögen von rund 8 Milliarden US-Dollar verfügen.

In den USA führte diese Nachricht zu einigen Irritationen und einer Angst vor dem Start einer chinesischen Autoinvastion. Eine Angst, die gleichermaßen irrational wie verspätet ist. Schließlich gehören schon jetzt zahlreiche Unternehmen der amerikanischen Auto-Zulieferindustrie eigentlich chinesischen Staatsfirmen. Aber auch ganze Start-ups fallen in diese Kategorie. Atieva, ein weiteres Elektroauto-Startup mit Sitz im Silicon Valley etwa gehört der Beijing Auto Industry Corporation (BAIC).

Faraday Future ist jedoch kein rein chinesisches Unternehmen mit Sitz in den USA und Yueting ist auch nicht der einzige Geldgeber. Die anderen sind bislang lediglich nicht bekannt. Deshalb kann man auch das Gerücht, Apple stünde hinter Faraday Future, nicht längst nicht zu den Akten legen.

Mehr zu diesen Themen:

Diskutiere mit!

Hier kannst du den Artikel "Faraday Future Zero 1: Die Zukunft des Automobils?" kommentieren. Melde dich einfach mit deinem maclife.de-Account an oder fülle die unten stehenden Felder aus.

so oder so. Apple muss sich neue Märkte erschließen, um von der iPhone-Abhängigkeit weg zu kommen. Ob Auto, Smart Home oder Tv ist egal. Sie werden mit Sicherheit mehrere Baustellen haben. Vernetzung, Services und KI wird überall notwendig sein. Und sie sind eine der wenigen, die Hard- und Software von Anbeginn liefern.

Ist egal, was sich die Schreiberlinge ausdenken. Die Richtung ist klar.

"Auch wenn Kim kein branchenübergreifend anerkanntes Genie wie Apples Jonathan Ive ist, ist er doch..."

Wunschdenken?
Ist Ive wirklich ein Genie oder kopiert er nicht nur, eher schlecht als Recht, schon längst bekannte und beliebte Designlinien? (Ganz heißer Tipp: Braun)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.