Facebook muss Pseudonyme zulassen

Den echten Namen in einem Sozialen Netzwerk wie Facebook anzugeben kann problematisch sein. Allzuleicht kann man beispielsweise Opfer eines Stalkers werden oder vom Chef aufgespürt werden. Die Klarnamenpflicht Facebooks ist deshalb ein Problem. Die Hamburger Datenschutzbehörde hat nun angeordnet, dass Facebook seine Klarnamenpflicht aufheben muss und zumindest deutschen Nutzern die Verwendung von Pseudonymen erlauben muss.

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Facebook muss voraussichtlich bald Pseudonyme zulassen. Derzeit verlangt Facebook von seinen Nutzern, dass sie ihren echten Namen beim Erstellen eines Kontos als Account-Namen angeben. Diese Richtlinie ist auch unter dem Begriff Klarnamenpflicht bekannt.

Die Hamburger Datenschutzbehörde möchte nun Facebook dazu zwingen, dass Nutzer Pseudonyme verwenden dürfen. Vor kurzem hatte Facebook einen deutschen Nutzer-Account gesperrt und das Pseudonym durch den echten Namen der Anwenderin ausgetauscht, ohne die Zustimmung der Nutzerin einzuholen. Stattdessen forderte Facebook die Anwenderin dazu auf, eine Kopie ihres Ausweises einzusenden.

Die Hamburger Datenschützer haben nach einer Beschwerde der Nutzerin eingegriffen. Facebook darf nun nicht mehr den Nutzernamen eines deutschen Facebook-Accounts ändern und auch nicht mehr nach einer Ausweis-Kopie fragen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Außerdem hat die Hamburger Datenschutzbehörden angeordnet, dass deutsche Facebook-Nutzer Pseudonyme verwenden dürfen.

Facebook hat sich bisher auf irisches Datenschutz-Recht berufen und damit jede deutsche Forderung nach Pseudonymen im größten Sozialen Netzwerk der Welt abgeschmettert. Irland ist der Sitz des europäischen Hauptquartiers Facebooks. Die Hamburger Datenschutzbehörde gab jedoch gegenüber Reuters an, dass in Deutschland das deutsche Datenschutzrecht gelte und Facebook sich nicht auf irisches Recht berufen könne.

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