EU-Recht: Apple könnte 10 Prozent seiner jährlichen Gewinne einbüßen

Apple büßt in Zukunft möglicherweise knapp 10 Prozent seiner weltweiten Gewinne ein. Das Unternehmen leitet mehr als die Hälfte seines Umsatzes durch sein europäisches Hauptquartier in Irland. Derzeit muss des Unternehmen dort aufgrund einer Abmachung mit dem Staat so gut wie keine Steuern zahlen. Dies könnte sich jedoch bald ändern: Die EU möchte Apple und Irland dazu zwingen, dass das Unternehmen den vollen Steuersatz von 12,5 Prozent zahlen muss.

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Die Europäische Union untersucht derzeit die Steuersysteme von Irland, Luxemburg und den Niederlanden. Alle drei Länder bieten internationalen Unternehmen Sonderkonditionen bei den Steuern an. Apples europäischer Sitz befindet sich unter anderem aus diesem Grund in Irland. Dort musste das wertvollste Unternehmen der Welt bisher so gut wie keine Steuern auf seine Einnahmen zahlen. Die EU betrachtet dies jedoch als illegale staatliche Unterstützung von Unternehmen.

In der letzten Dekade soll Apple auf Einnahmen in der Höhe von rund 153 Milliarden US-Dollar in Irland so gut wie keine Steuern gezahlt haben. Rod Hall, ein Analyst der Bank JPMorgan Chase, hat errechnet, dass Apple auf diese Einnahmen beim vollen irischen Steuersatz für Unternehmen von 12,5 Prozent wohl rund 19 Milliarden US-Dollar an Steuern nachzahlen müsse.

Außerdem schätzt Hall, dass rund 59 Prozent des gesamten Jahresumsatzes des Unternehmens durch Irland laufen. In absoluten Zahlen wären dies circa 42 Milliarden US-Dollar. Sollte Irland, das derzeit zusammen mit Apple gegen die Forderung der EU nach voller Versteuerung kämpft, den vollen Steuersatz von 12,5 Prozent auf den Umsatz von Apple Irland anwenden, würden sich Apples gesamte jährliche Gewinne im Extremfall um knapp 10 Prozent reduzieren.

Zum 1. Januar 2015 hat die EU bereits die Umsatzsteuerregelung auf elektronische Dienstleistungen in der EU neu geregelt. Unternehmen müssen nun den Mehrwertsteuersatz des Landes entrichten, in dem sie den Umsatz erwirtschaftet haben, unabhängig vom Sitz des Hauptquartiers. Apple hat Anfang des Jahres deshalb die Preise für Apps und Medien im deutschen Online Store des Unternehmens angepasst.

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