Apple Music & Co.: Diese 4 Apple-Dienste lehren die Konkurrenz das Fürchten

Die gestrige WWDC-Keynote stand - neben den Betriebssystemen iOS, OS X und WatchOS - ganz im Zeichen neuer Dienste und der dazugehörigen Apps. Manche sind per se nicht neu, doch haben ein Update spendiert bekommen, aufgrunddessen sich die Konkurrenz warm anziehen muss. Neue Dienst, wie Apple Music, haben schon jetzt das Potenzial nach dem Markstart die Führung zu übernehmen - kein Wunder, bietet Apple einmal mehr etwas, an das die Konkurrenz nicht gedacht hat oder nicht umsetzen konnte beziehungsweise wollte.

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Wer gestern Abend auf eine überarbeitete Version von Apple TV oder andere Hardware gewartet hat, der wurde leider enttäuscht. Dafür hat Apple eine Reihe an neuer Software und Online-Diensten vorgestellt. Einige davon gelten als alte Bekannte im neuen Funktionsgewand, darunter Notizen oder die Karten-App, andere wiederum gesellen sich als Neulinge dazu. So oder so, eines haben sie gemeinsam: Apple geht mit den Diensten und Anwendungen auf Konfrontationskurs und bietet der Konkurrenz ordentlich Paroli - vorne weg natürlich Apple Music.

Apple Music

"One more thing" - unter dieser mittlerweile als Kultansage zählenden Moderation von Tim Cook kündigte der Apple-CEO gegen Ende der Keynote den lang ersehnten und mit Spannung erwarteten Musik-Streaming-Dienst Apple Music an. Sicherlich, Apple ist bei weitem nicht der erste Anbieter eines derartigen Service, doch gleichzeitig dafür bekannt, dass es - im Vergleich zur Konkurrenz - das gewisse Extra mitliefert. In diesem Fall sind es sogar zwei Extras: Neben dem traditionellen Musik-Streaming bietet Apple eine echte Internet-Radiostation, also einen Radiosender, der nicht nur eine Playlist rausjagt, sondern international ausstrahlt und Moderationen angesagter DJs über den digitalen Äther schickt. Zudem können Künstler mit Ihren Fans über Connect direkt in Kontakt treten und besondere Momente teilen - quasi ein Soziales Netzwerk und somit eine Musik-Version von Facebook und Co.

Die Konkurrenz, allen voran der Publikumsliebling Spotify, war wohl sichtlich überrasch - genau genommen und offensichtlich so sehr, dass dem Gründer nicht mehr als ein buffes "Oh Ok" über die Lippen rutschte. Und - ganz ehrlich - die Konkurrenz hat allen Grund zum Staunen, denn für nur ebenfalls 9,99 US-Dollar pro Monat erhält der Nutzer von Apple Music gleich drei Mal so viel für sein Geld. Und Apple wäre nicht Apple, wenn es nicht noch ein Zuckerl oben drauf legen würde: Wer sich Apple Music erst einmal genauer ansehen möchte, ohne gleich dafür zu bezahlen, der kann den Dienst sage und schreibe drei Monate kostenlos ausprobieren. Das gibt es unserer Kenntnis nach so nirgendwo - in der Regel handelt es sich, wenn überhaupt, höchstens um ein Monat Probehören. Auch die Möglichkeit, bis zu fünf weitere Familienmitglieder für weniger als doppelt so viel an monatlichen Kosten ein eigenes Konto einzurichten, stellt die Konkurrenz in den Schatten.

Apple ist auf dem besten Weg die bisherigen Platzhirschen zu verdrängen und Apple Music aufgrund der Alleinstellungsmerkmale als feste Marke im Streaming-Markt zu positionieren, denn mit dem was das Unternehmen bietet, kann derzeit keiner der Konkurrenten mithalten.

News

News-Reader, also Aggregatoren, die die wichtigsten News von Lieblings-Webseiten gebündelt zusammenfassen und darstellen, gibt es en masse. Ganz vorne mit dabei ist die seit 2010 erhältliche App Flipboard, die es für alle gängigen Betriebssysteme, egal ob Desktop oder Mobilgerät, gibt. Allein 2012, also zum zweiten Geburtstag, verkündeten die Macher, Flipboard hätte rund 20 Millionen Nutzer, was einem neuen Nutzer pro Sekunde entspricht. Eine stolze Leistung.

Doch: Seit gestern müssen sich Flipboard und viele andere News-Aggregatoren warm anziehen, denn Apple schickt die App News auf den Weg. Bis sie in Deutschland angekommen ist, wird es noch etwas dauern, dafür kann man schon jetzt seinen RSS-Feed in iCloud einbinden und somit Nutzern weltweit zur Verfügung stellen. Da News Teil der iCloud ist und der Nutzer somit keinen Umweg gehen muss, hat der Dienst Potenzial den derzeitigen Platzhirschen das Fürchten zu lehren oder vielleicht sogar eines Tages den Rang abzulaufen. Die Zeit wird es zeigen.

Karten

Etwas weniger harsch fällt der Angriff auf den unumstrittenen Marktführer Google Maps aus, da Apple seiner Karten-App noch jede Menge Updates spendieren muss, bis dass es an den Funktionsumfang des Kartendienstes aus dem benachbarten Mountain View herankommt. Doch: Wenn Apple so weiter macht, verkürzt sich zunehmend Googles Vorsprung. Und man merkt, dass Apple ordentlich Gas gibt. Erst kürzlich veröffentlichte Apple auf seiner offiziellen Webseite eine Stellenausschreibung, in der das Unternehmen nach einem "Maps JavaScript Engineer", also einem JavaScript-Entwickler für Karten sucht. Das kann wiederum bedeuten, dass Karten nicht mehr länger nur über die App, sondern auch im Browser für Orientierung sorgt.

Und gestern Abend deutscher Zeit legt Apple noch einen drauf: Künftig wird Karten Entfernungen nicht nur für Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger berechnen, sondern auch Strecken des öffentlichen Nahverkehrs. Google Maps bietet diese Funktion zwar schon seit längerem, doch gleichzeitig merkt man, dass Apple massiv nachlegt und offenbar großes Interesse daran hat, seine Karten-App an die Spitze zu katapultieren. Das wird zwar noch etwas dauern, doch wenn Apple so weiter macht und die eine oder andere innovative Überraschung einbaut, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis dass Karten der Publikumsliebling wird.

Proaktive (Sprach-)Assistenz

Google Now, Cortana und Siri - die drei charmante Sprachassistentinnen haben eines gemeinsam: Sie alle unterstützen den Nutzer bei seinen tagtäglichen Aufgaben, manchmal mehr, manchmal weniger clever. Apple hat genau dieses Problem erkannt und möchte nicht, dass der Nutzer seiner Assistentin noch länger einen Sprachbefehl erteilt. Im Gegenteil. Apple hat Siri einen Intelligenzschub verpasst und erreicht, dass die Sprachassistentin schon vor der Ansage des Nutzers weiß, was dieser aufgrund seines Terminkalenders, seines Aufenthaltsortes oder der lokalen Zeit benötigt. Eben proaktiv.

Aufgrund ihrer neuen Funktion hängt Siri ihre passiven Konkurrentinnen ab, auch wenn jede (noch) an ihr Beriebssystem gebunden ist. Erst wenn Cortana für iOS erscheint, geht der Zickenalarm in die nächste Runde, doch das dauert noch bis zum Herbst - und auch dann wird sich zeigen, wer intelligenter ist.

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