Quelle: https://www.maclife.de/news/crayon-logitech-bessere-apple-pencil-wird-ihn-kaum-einer-nutzen-100101654.html

Autor: Caspar von Allwörden

Datum: 28.03.18 - 13:44 Uhr

Der Crayon von Logitech ist der bessere Apple Pencil - und doch wird ihn kaum einer nutzen


Erstmals darf ein Dritthersteller eine vollwertige Alternative zum Apple Pencil vorstellen. Der Crayon, zu deutsch „Kreide“, von Logitech bietet dabei sogar Funktionen, die der Apple Pencil nicht hat. Die meisten von uns werden ihn aber wohl nie in den Händen halten. Das ist wirklich schade. 

Ein Kommentar. Die Bildungs-Keynote von Apple hat mir in vielen Punkten gefallen. Das Unternehmen bricht dabei mit einigen Grundsätzen. So bietet das neue Einstiegs-iPad endlich einen Support für den Apple Pencil an. Nun dürfen also auch Nutzer mit dem smarten Stift schreiben und zeichnen, denen ein Pro-iPad zu teuer ist. Das ist ein guter und richtiger Schritt. Und doch hat mich ein viel kleinerer Punkt fast mehr beeindruckt. Es gibt erstmals einen Pencil eines Drittanbieters, Logitech bietet wahrscheinlich ab dem Sommer den Crayon an. Ja, es gab schon vor der Keynote eine Unzahl an Stylus-Modellen in allen Preisklassen und Größen, doch keiner mit dem tatsächlichen Funktionsumfang des Apple Pencil. 

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Der Crayon ist der bessere Apple Pencil

Über das Design lässt sich natürlich streiten. Wer nicht auf knallige Farben steht, ist beim Crayon falsch. Und auch das deutlich dickere Gehäuse ist natürlich eher für den harten Schulalltag gedacht als das Design-Objekt Apple Pencil. Nun ist der Crayon von Logitech aber nicht nur ein kleinerer und günstigerer Apple Pencil, sondern bietet sogar Funktionen, die das teure Original nicht hat. Da wäre zum einen die Möglichkeit, den Stift auch ohne Adapter aufzuladen. Man muss einfach nur die Plastikabdeckung am Ende abnehmen und kann ein handelsübliches Lightning-Kabel einstecken. Ich weiß bis heute nicht, was Apple sich beim Apple Pencil gedacht hat: Wer einmal den smarten Stift in den Lightning-Anschluss seines iPads gesteckt hat, der weiß, wie wackelig diese Verbindung ist und wie bekloppt das ganze aussieht. Wer also nicht Gefahr laufen möchte, seinen Stift oder den Anschluss des iPads zu beschädigen, muss per Lightning-Kabel aufladen. Und dann wird der Fluch eines jeden Apple-Nutzers deutlich: Ohne Adapter geht nichts. Und der ist auch noch so klein, dass es ein Wunder ist, dass ich ihn bisher noch nicht verloren habe.

Noch ein weiterer Vorteil des Crayon ist die Tatsache, dass er einen Schalter hat. Ja, der smarte Stift von Logitech lässt sich ausschalten und ist somit nicht immer leer, wenn man ihn eine Weile nicht benutzt und rumliegen lassen hat. Mir zumindest geht das bei meinem Apple Pencil immer so. Und gekoppelt werden muss der Stift von Logitech auch nicht. Er lässt sich mit mehreren Geräten verwenden und kann einfach hin- und hergewechselt werden. Und dann ist da noch der Preis. Logitech möchte den Crayon für 49 US-Dollar anbieten und dieser ist damit halb so teuer wie das Original von Apple.

Der Haken an der Geschichte

Nun klingt das alles wirklich gut. Wenn mir der Crayon so gut gefällt, dann könnte ich ihn mir doch einfach zulegen und glücklich sein. Aber Apple wäre nicht Apple, wenn es nicht Einschränkungen geben würde. So wird der Stylus ab dem Sommer scheinbar nur im Bildungsbereich verkauft und auf dem „freien Markt“ gar nicht verfügbar sein. Und er funktioniert offiziell nur mit dem neu vorgestellten Einstiegs-iPad. Mit meinem iPad Pro kann ich damit tatsächlich gar nichts anfangen. Sicherlich ist der Crayon hauptsächlich für Schulen gedacht und dafür perfekt ausgestattet. Es hätte doch aber auch niemandem weh getan, ihn auch außerhalb des Bildungs-Stores zu verkaufen und mit anderen iPads kompatibel zu machen. So muss ich also weiter kopfschüttelnd meinen Apple Pencil an mein iPad stecken und auf einen Pencil 2 hoffen.