Quelle: https://www.maclife.de/news/apple-store-mitarbeiter-bekommen-todesdrohungen-10078485.html

Autor: Andreas Donath

Datum: 29.05.16 - 11:25 Uhr

Apple Store: Mitarbeiter bekommen Todesdrohungen

Niedrige Stundenlöhne, keine Verkaufsprovision und wütende Kunden: Das ist die Kurzbilanz einer ehemaligen Apple-Store-Mitarbeiterin in Großbritannien, die von Business Insider im Interview befragt wurde. Doch es gibt auch Positives zu berichten.

Wenn ehemalige Mitarbeiter sich über ihren Ex-Arbeitgeber auslassen, ist Vorsicht angebracht: Allzuoft wird schmutzige Wäsche gewaschen und natürlich werden besonders krasse Einzelfälle hervorgehoben. So wirkt auch das Interview, das Business Insider mit einer britischen Ex-Angestellten eines Apple Stores führte.

Die Arbeitsumstände in dem Apple Store sind wie oft im Einzelhandel üblich nicht gerade rosig, doch es gibt auch einiges, was durchaus bemerkenswert und im Sinne der Kunden ist. So erhalten die Mitarbeiter zwar keine Verkaufsprovisionen, doch das hat Methode. So sollen Kunden keine überflüssigen und überteuerten Geräte aufgeschwatzt bekommen, die sie gar nicht benötigen. Sie sollen vielmehr gerne wiederkommen und Apple bei ihren Freunden und Bekannten weiterempfehlen. Auch für große Firmenkundenabschlüsse sollen die Apple-Mitarbeiter dem Interview nach keine Provisionen erhalten, selbst wenn es dabei um hunderttausende von britischen Pfund geht.
 

Mehr Geld als im Einzelhandel üblich

Die anonym gebliebene Ex-Mitarbeiterin bekam von Apple anfänglich 8 britische Pfund (etwa 10,5 Euro) pro Stunde. Das sei allerdings eine gute Bezahlung im Vergleich zu anderen Einzelhandelsjobs, betonte die Ehemalige. Dennoch können sich die Apple-Mitarbeiter oftmals die Geräte, die sie verkaufen, nicht selbst leisten. Was sollte da aber ein Autoverkäufer sagen, der bei einem Luxusautohersteller arbeitet?

Dennoch bekommen die Angestellten massive Rabatte auf die Produkte im Apple Store. Bei der Apple Watch waren es beispielsweise zu Beginn 50 Prozent.

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Unbegreiflich ist der Inhalt ihrer Aussagen hinsichtlich der internen Aufstiegschancen. Sie habe niemanden kennengelernt, der vom Angestellten zum Manager eines Apple Stores wurde, auch wenn es durchaus motivierte und langgediente Kollegen gegeben habe. Die Marktleiter seien meist von außerhalb rekrutiert worden.

Die Ex-Verkäuferin fand es hingegen nicht in Ordnung, dass sich Kollegen untereinander bewerten müssen. Die Bewertungen wurde an das Management weitergeleitet und dienten zusammen mit dessen Beurteilung dazu, den jeweiligen Mitarbeiter in eine von drei Kategorien einzuteilen, die darüber entschieden, ob es Gehaltserhöhungen oder Nachschulungen geben wird.

Genius-Bar: Hier gibt's oft Ärger

An der Genius-Bar stehen hingegen keine Verkäufer sondern Angestellte, die sich besonders gut mit den Produkten auskennen, was aber nicht jeder Kunde respektiere. Es sei hier oft zu sehr wütenden Kundenäußerungen gekommen, was aber kein Wunder ist - denn schließlich wenden sich die meisten Kunden an die Genius-Bar, wenn sie Probleme haben. Dass sie nicht alle lösbar sind beziehungsweise Apple auch keine Drittanbieter-Hardware reparieren oder dafür die Verantwortung übernehmen kann, verstehen viele offenbar nicht.

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Teilweise sei es von Kunden zu Morddrohungen oder Tätlichkeiten gekommen, was gelegentlich dazu führte, dass die Polizei gerufen oder der Mitarbeiter den Rest des Tages im Backoffice arbeiten musste, damit er sicher ist. Wie so oft wurden solche Probleme intern aber nicht besprochen.