Nach Milliardenstrafe für Drosslung

Apple soll iOS-Sicherheitsfunktion für Frankreich deaktivieren

Noch im März verhängte Frankreich gegen Apple eine Milliardenstrafe wegen der iPhone-Drossel. Nun soll das Unternehmen einen Sicherheitsmechanismus deaktivieren.

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Knapp einem Monat nach dem Frankreich noch eine Strafzahlung von 1,1 Milliarden Euro gegen Apple verhängte, weil das Unternehmen iPhones per Software drosselte, um die Batterielaufzeiten zu verlängern, fordert das Land nun eine Lockerung einer Sicherheitsmaßnahme im Betriebssystem. 

COVID-19-Tracking-Apps: Jedes Land kocht eigene Suppe

Nicht nur Deutschland arbeitet an einer App, um die Ansteckungswegs von COVID-19 zu verfolgen. Auch Frankreich und andere Länder werkeln an einer solchen Lösung für die spätere Nachverfolgung. Im Falle unserer französischen Nachbarn gestaltet sich dies als schwierig, da man dafür eine Funktion verwenden möchte, die Apple Entwicklern aus Sicherheitsgründen nicht bereitstellt beziehungsweise verbietet.

Unter iOS lassen sich zwar Daten via Bluetooth teilen, aber dies muss aktiv geschehen und darf nicht im Hintergrund weiterlaufen. Dadurch will Apple unbefugte Datenübertragungen verhindern. Eine Öffnung könnte ein großes Sicherheitsrisiko freisetzen. 

Wieso benötigt die Tracking-App Bluetooth-Zugriff?

Für ein lückenloses Tracking muss die App natürlich stets im Hintergrund laufen. GPS ist ebenfalls notwendig, aber ist für eine solche Anwendung zu ungenau. Daher möchte man auf Bluetooth setzen, um quasi die letzten Meter zwischen den Nutzern besser einschätzen zu können, indem die Geräte miteinander kommunizieren. 

Apple und Google arbeiten an eigener Lösung

Allerdings gab Apple bereits zu verstehen, dass man daran nicht interessiert sei und gemeinsam mit dem Google ein Kontakt-Tracking-System entwickelt, um die Interaktionen zwischen infizierten Personen über einen festgelegten Zeitraum besser nachverfolgen zu können. 

Das System beider Unternehmen soll ebenfalls auf Bluetooth setzen und die Daten anonym lokal sichern. Diese Sicherung soll nach dem rollenden Prinzip 14 Tage vorhanden sein und dann gelöscht werden. Wird ein Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet, dann kann er die Daten der letzten Kontaktstellen auf einen zentralen Server hochladen. Von dort aus wird die Identifikation regelmäßig mit den Teilnehmern abgeglichen und bei einer Verbindung erhält man eine entsprechende Benachrichtigung mit weiterführenden Links.

Beide Unternehmen planen diese Schnittstelle bereits in Kürze für Entwickler bereitstellen zu können und wollen diese auch tief in die Betriebssysteme integrieren. Man merkt jedoch an, dass man sie nur offiziellen Stellen, wie Gesundheitsorganisationen, bereitstellen möchte. 

Was haltet ihr von den COVID-19-Apps? Sollte jeder Staat eine eigene Lösung entwickeln oder macht es mehr Sinn, wenn die Plattformhalter Apple und Google entsprechende Schnittstellen mit der notwendigen Sicherheit bereitstellen?

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Erst mal Finger weg lassen von allen Updates oder einer RKI App. Der Zweck heiligt auf keinen Fall die Mittel.
KEINE Öffnung von irgendwas auf den Devices OHNE absolute Transparenz für die Anwender und jederzeit KOMPLETT deaktivierbar. Dinge die NUR von Behörden evtl. auch noch Remote gestoppt, gestartet und gelesen werden können, gehören definitiv nicht auf smart devices. Virus hin oder her eine App bringt keine Impfung oder verhindert Ansteckung. Solch ein Mechanismus kann später auch locker für eine automatisierte Dauerüberwachung genutzt werden. Danke nein. In aktuellen Überlegungen möchte ich nicht von einem BRD Staatsbürger zu einer chinesischen Variante davon im Namen der Gesundheit gemacht werden. Sofern nicht verhinderbar, bleiben dann Devices unterwegs eben aus!

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