Banken gegen Apple Pay

Apple Pay: Begräbt ein neues EU-Gesetz die Hoffnung?

Apple Pay läuft außerhalb der USA nur zäh an. Erst sechs Monate nach der Einführung kam der neue Mobile-Payment-Dienst über den großen Teich nach Europa - genauer gesagt nach Großbritannien. In den vergangenen Wochen erfolgte dann auch die Einführung in Kanada und Australien. Der chinesische Marktstart ist bereits für Anfang 2016 vorgesehen. Doch woran liegt es, dass die Einführung in weitere Länder so lange dauert?

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Erst kürzlich startet Apple Pay auch in Australien, aber unter starken Einschränkungen. Denn dort, sowie in Kanada, können nur American Express-Kunden von Apples neuem mobilem Bezahldienst Gebrauch machen. Dies ist für potenzielle Kunden besonders ärgerlich. Wie sich in einem Bericht des Sydney Morning Herald entnehmen lässt, ist wohl nicht Apple Schuld an der Miesere, sondern man schiebt den Banken den "schwarzen Peter" zu.

Während sich Apple bei den Verhandlungen mit den Banken bemüht, könnte die Ablehnung auf wettbewerbsbehinderndes Verhalten hindeuten, so Ed Husic, Sprecher der Labor Party. Husic schrieb dazu auch:

Ohne Zweifel werden einige dies als einen wettbewerbsbehindernden Schritt der Banken deuten - Ich bin darum besorgt, dass es Kunden den Zugriff auf eine sichere, effiziente Bezahlmethode verweigert.

Diese scheinbare Verschwörung der Banken gegen Apple Pay könnte für die weltweite Verzögerung sorgen. Besonders in Europa könnte mit Eintreten des Gesetzes zur Deckelung von Kreditkartengebühren für Apple Pay schwer werden. Während in den USA durchschnittlich eine Gebühr von einem Prozent erhoben wird, sind es in Europa ab dem 9. Dezember 2015 maximal noch 0,3 Prozent bei Kreditkarten und 0,2 Prozent bei Debitkarten. Ähnlich verhält es sich auch in Australien. Dort liegt die Gebühr etwa bei 0,5 Prozent des Kaufpreises. Was heißt das konkret?

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Kauft ein US-Bürger mit seiner Kreditkarte über Apple Pay ein, wird bei einem Wert von 100 US-Dollar ein US-Dollar für die Bank fällig. Davon erhält wiederum Apple 15 Cent. Von der australischen Bank erhält Apple eben auch diese 15 Cent, bekommt aber selbst nur noch 35 Cent anstatt 85 Cent. Europäische Banken trifft es noch härter. Diese müssten theoretisch die Hälfte oder mehr (bei Debitkarten) an Apple abführen, sollten sie Apple Pay-Partner werden. Apple verlangt in jedem Fall 0,15 Prozent des Kaufpreises als Gebühr. Das schreckt natürlich viele Banken ab und führt klar zur Ablehnung von Apple Pay.

Apple sollte daher nochmal den eigenen Gebührensatz überdenken, um sich die langfristige Unterstützung der Banken zu sichern

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Hallo Apple. Macht einfach eine weltweit agierende Bank auf.
Das sollte für Euch kein Problem sein.
Vielleicht für die Banken.
Aber ein Wahnsinnsvorteil für alle Kunden und Käufer.

Würde diese Apple Bank in Europa agieren, unterläge sie aber auch den (immer mehr zunehmenden) europ. Bankenregulierungen.

Wie kann es denn auch sein … da kommt ein SmartPhone Hersteller daher, und mischt sich einfach mal in das Geldgeschäft ein. Die Banken wollen natürlich nicht, das sich jemand an ihren Einnahmen vergreift, also blockieren sie es einfach mal.
In dem Falle sollte Apple vielleicht doch eine weltumspannende Bank auf machen … ich vermute mal, viele Apple Kunden würden auf Grund der höheren Sicherheit sofort zu der Bank wechseln und die anderen janken links liegen lassen.
Verwunderlich nur, das die Banken nicht auf Apple zugehen und verhandeln, was man machen kann … schließlich ist die Bezahl-Methode die Apple da bietet, eine der sichersten. Und Sicherheit sollte den janken doch sehr entgegen kommen.

rechnet sich weniger als 0,15% überhaupt?

Rechnet sich schon, wenn man nur die Technologie zur Verfügung stellt und zur Übertragung bereits bestehende Systeme verwendet, bleibt nur der Aufwand, die Provision zu errechnen und das kann man sicherlich in die vertrauensvollen Hände der Kreditkartenbereiter legen.
Anders gesagt, wenn sich das nicht lohnen würde, würde Apple es sicherlich nicht machen. Weiteres Zugpferd wäre wohl, das die Tatsache, das man sicher und anonym mit den iPhone zahlen kann, die Leute sicherlich dazu animiert, doch ein iPhone zu kaufen, gerade wo die Kriminalitätsrate in manchen Ländern sehr hoch ist.

Was ist an Apple Pay anonym? Da wird eine vorhandene Debit-/Kreditkarte einer Bank (mit kompletter Kundenindentifizierung nach Geldwäscheregeln) nur tokenisiert und für NFC Nutzung im Gerät abgelegt.
Meinst Du, irgendwelche Bankaufseher lassen anonyme Zahlungsmethoden in Zeiten der Terrorjagd neu auf den Markt?

Die Banken konnten bisher schon nicht die komplette Gebühr für sich vereinnahmen. Die Kreditkartenbetreiber VISA, Mastercard und Amex bekommen auch ihren Anteil an jedem Zahlvorgang. Apple sollte seine Gebühr vielleicht nicht bezüglich des Kaufpreises, sondern bezüglich der Bankenprovison berechnen, also z.B. nicht 0,15% vom Kaufpreis verlangen, sondern 15% der Bankenprovison. Bei einem 100€ Kauf wären das also 100 x 0,3% x 15% = 4,5 Cent.

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