Apple muss mehr Steuern auf eBooks zahlen: Weniger Einnahmen für Verlage und Autoren

Apple ändert die Preise für seine digitalen Produkte, um dem neuen europäischen Mehrwertsteuerrecht zu genügen. Bisher konnte Apple Apps und eBooks EU-Weit mit 3 Prozent versteuern. Seit dem ersten Januar müssen in Deutschland verkaufte eBooks jedoch mit 19 Prozent versteuert werden. Vorerst legt Apple die Mehrkosten bei den eBooks jedoch nicht auf die Kunden, sondern auf die Verlage und die Autoren um.

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Apple überarbeitet die Preisstruktur seiner eBooks auf iTunes. Das Unternehmen will die Preise an die verschiedenen Mehrwertsteuerregeln der einzelnen europäischen Länder anpassen. Außerdem versucht Apple die schwankenden Kurse zwischen dem US-Dollar und den verschiedenen europäischen Währungen auszugleichen. Der US-Dollar hat in den letzten Monaten gegenüber dem Euro und einigen anderen Währungen zugelegt. Apple fährt deshalb weniger Gewinn ein, wenn es Produkte in Euro verkauft und die Profite in US-Dollar wechseln will.

Vorerst werden Apples Kunden für eBooks nicht mehr zahlen müssen als bisher. Stattdessen legt das Unternehmen aus Cupertino die Anpassungen auf die Verlage um. Pro verkauftem eBook erhält der Verlag – und damit vermutlich auch der Autor des Buches – etwas weniger Geld. Die Verlage haben sich zu diesen Plänen noch nicht geäußert.

Hintergrund der Anpassung ist eine Änderung des EU-Rechts, die am 1. Januar 2015 wirksam wurde. Bisher konnte Apple für alle Verkäufe in der EU auf das luxemburgische Mehrwertsteuerrecht zurückgreifen, da dort das europäische Hauptquartier von iTunes ist. Nun muss Apple jedoch bei jedem Verkauf eines Produkts das Mehrwertsteuerrecht des Landes berücksichtigen, in dem es verkauft wurde. In Luxemburg liegt die Mehrwertsteuer auf eBooks bei 3 Prozent während sie in Deutschland bei 19 Prozent liegt.

Bereits vor einigen Tagen hat Apple die Preise für Apps im iOS-App-Store aus dem gleichen Grund erhöht. Das Unternehmen hat die Kosten jedoch auf die Kunden und nicht die Entwickler der Apps umgelegt.

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eBooks kosten in D nahezu so viel wie ein gedrucktes Buch. Apple hat dem dt. Staat in der Vergangenheit die gesamte MwSt unterschlagen, nur 3% nach Luxemburg abgeführt. Insofern kann es jetzt keine Preiserhöhung (Buchpreisbindung) geben, da Apple nun auf gerechte Art Steuern zahlt und ein eBook wohgl kaum teuer sein darf als ein gedrucktes Buch (zumindest würde es dann niemand mehr kaufen).

"... erhält der Verlag – und damit vermutlich auch der Autor des Buches – etwas weniger Geld."
Ist ja nur eine Differenz von 16%!

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