Innovation bei iPhone, iPad und Mac

Apple muss liefern: Das erwarten wir im Jahr 2017

Im vergangenen Jahr 2016 ließ Apple es eher ruhig angehen. Im vor uns liegenden Jahr 2017 wird das hoffentlich ganz anders aussehen. Wir erwarten vom Anbieter aus Cupertino Innovationen für iPhone, iPad und Mac. Wie diese aussehen können, das kann man sich bei der Konkurrenz angucken, sogar aus China. Wir blicken deshalb bei unserer Analyse auch auf Produkte der Konkurrenz von Microsoft über Lenovo bis Xiaomi.

Von   Uhr

Das iPhone

Das iPhone ist rein äußerlich ziemlich in die Jahre gekommen. Nicht umsonst haben wir das iPhone 7 in unserem ausführlichen Test als „das beste iPhone 6 aller Zeiten“ bezeichnet. Menschen, die nicht zum Kreis der Apple-Fans zählen, haben Mühe, iPhone 6, iPhone 6s und iPhone 7 auseinander zu halten. Zum 10. Geburtstag des iPhone (Steve Jobs stellte das erste Modell tatsächlich bereits 2007 vor) wird Apple sich etwas besseres als die dritte Überarbeitung des Designs von 2014 einfallen lassen. Da sind wir ganz sicher. 2016 hat Samsung mit seinem explodierenden Galaxy Note 7 alles dafür getan, dass Apple weiterhin das meistverkaufte Smartphone anbietet. Im nächsten Jahr darf Apple nicht auf weitere Schützenhilfe hoffen. Wobei natürlich gesagt sein muss, dass weder iPhone 7 noch iPhone 7 Plus Flops waren oder sind. Ganz im Gegenteil. Aber dennoch: Apple muss wieder für mehr Begeisterung für das iPhone auch außerhalb der Fan-Gemeinde sagen. Und in der breiten Masse gelingt das (leider) weniger durch überragende Technik als durch Aufsehen erregendes Aussehen der Produkte.

Was die technische Seite anbelangt ist der Wunschzettel indes gar nicht so lang. Apple ist hier in den vergangenen Jahren immer mindestens am Puls der Zeit vorgegeben, wenn man nicht sogar den Takt vorgegeben hat. Im letzten Jahr konnte man sich in Cupertino sogar endlich dazu durchringen, die Standard-Speichergröße der aktuellen iPhone-Modell zu erhöhen und endlich auf das zuletzt wirklich nur noch alberne 16-Gigabyte-Modell zu verzichten.

Das größte Verbesserungspotenzial gibt es sicherlich im Bereich der Kamera. Zwar sieht sich Apple hier nicht zu Unrecht bereits in einer führenden Position. Von der Bildqualität von digitalen Spiegelreflex-Kameras oder auch spiegellosen Kameras aus dem oberen Preissegment ist man jedoch weiterhin deutlich entfernt. Das mag im Alltag nicht weiter auffallen, da praktisch „jeder“ und praktisch „ausschließlich“ mit dem Smartphone fotografiert. Foto-Enthusiasten – und davon gibt es auch in Apples Reihen so manche – wissen es aber besser und werden hier Jahr für Jahr weiter nachlegen.

Mit einem neuen Gehäuse-Design werden auch neue Wege in Sachen Display ermöglicht werden. Von der Umsetzung des Traum seines vollflächigen Bildschirms ist man zwar durch technische Limitierungen wie benötigte Öffnungen für Kamera, Lautsprecher und Helligkeitssensor abgeschnitten, aber die Marschrichtung ist klar: Weniger Gehäuse, mehr Display!

Zum Schluss bleibt das Dauerbrennerthema, die Akkulaufzeit. Die Plus-iPhones erhalten erfreulich lange durch. Aber länger ist einfach besser. Wir hoffen, dass Apple hier 2017 gehörig nachbessert.

Vorbild: Xiaomi Mi Mix

Android-Smartphone Xiaomi Mi Mix
Android-Smartphone Xiaomi Mi Mix (Bild: Xiaomi)

Der chinesische Hardware-Hersteller Xiaomi galt jahrelang zu Recht als große Apple-Kopierwerkstatt. Inzwischen hat man sich aber teilweise deutlich von Apple als Blaupause emanzipiert und bringt Geräte auf den Markt, die selbst die Herzen eingefleischter Apple-Fans schneller schlagen lassen. Zumindest für ein paar Sekunden. Mit dem „Mi Mix“ ist Xiaomi designtechnisch ein großer Sprung nach vorn gelungen. Auch, weil Apple 2016 in Sachen iPhone-Gehäusedesign pausiert hat.

iOS 11: Änderungen im Detail

Auf völlig radikale Änderungen sollten wir uns für 2017 nicht vorbereiten. Das Design von iOS wird auch in Version höchstens Anpassungen erfahren. Eine völlige Überarbeitung wie zu iOS 7 ist nicht zu erwarten. Das ist allerdings auch nicht schlimm. Das aktuelle iOS funktioniert gut, wie es ist und wirkt noch lange nicht langweilig. Platz für Neuerungen gibt es freilich dennoch. Ein „Dark Mode“, der beispielsweise aus weißen Flächen schwarze macht, entweder auf Befehl oder angepasst an die Uhrzeit, wäre schön.

Genau so wie ein Fahrer-Modus für das iPhone zur Nutzung im Auto. Zwar gibt es grundsätzlich Apple CarPlay. Aber erstens verfügt kaum jemand über ein kompatibles „In-Car-Entertainment-System“ und zweitens tritt Apple auch softwareseitig mit CarPlay auf der Stelle. Praktisch wäre ein Modus mit vereinfachter Benutzeroberfläche, der sich vielleicht sogar automatisch aktiviert, wann immer sich das iPhone mit dem eigenen Autoradio via Bluetooth verbindet. Wenn schon kein Apple-Auto, dann doch bitte wenigstens mehr iPhone-Komfort im Auto!

Die MacBooks

Die Apple-Fangemeinde sorgt sich um den Mac. Das passiert zwar immer wieder mal, momentan ist das Geschrei aber besonders laut. Man habe den Mac zu weit hinten angestellt, so die Anklage. Und ein Schuldiger ist auch schnell gefunden: Tim Cook, der mehr ein Zahlen- als ein Produkt-Mensch sei.

Eine Bestandsaufnahme: Mit dem MacBook hatte Apple bereits 2015 einen würdigen Nachfolger für das MacBook Air in den Startlöchern. 2016 erfuhr das Namenszusatzlose im Frühjahr ein Update, im Spätherbst wurde das Air auch offiziell abgekündigt. Für viele schade, war es doch ein Modell, das relativ leistungsstark und zeitgleich relativ günstig war. Andererseits: Möchte man 2017 tatsächlich noch ein MacBook ohne Retina-Display kaufen? Wohl kaum. Und wenn man dem MacBook Air ein solches Display spendiert, dürfte der Preis noch deutlich dichter an das MacBook heranspringen, so dass sich Apple die Sinnfrage hinter einem Portfolio mit zwei nahezu identischen Produkten stellen müsste. Beziehungsweise: Genau das wird man in Cupertino getan haben und sich deshalb für das Ende der MacBook-Air-Reihe entschieden haben.

Bleibt das MacBook Pro. Hier hat Apple sich zwar lange genug Zeit gelassen, dass sogar gemunkelt wurde, die Produktserie müsse 2016 ohne ein Update auskommen. Dann aber kam der November und Apple hat doch noch ein neues MacBook Pro vorgestellt – „endlich“. Und trotzdem hat Apple viel Prügel bezogen. Nicht radikale genug seien die Neuerungen und Änderungen. Nicht revolutionär genug sei die Touch Bar. Nicht groß genug sei die Auswahl an Gehäusefarben. Und: Viel zu teuer sei das neue MacBook Pro.

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Und tatsächlich: zwar ist dieses MacBook Pro sicherlich das beste, das Apple bislang vorgstellt hat. Technisch ist es jedoch nicht der ganz große Wurf. Man hat nicht das Gefühl, mit diesem Gerät ein MacBook Pro zu kaufen, mit dem man auch in drei Jahren noch glücklich sein wird.

2017 wird Apple hier nachbessern und auf modernere Intel-Chips setzen (können) und sicherlich auch in Sachen Farbvarianz nachziehen. Ob man etwas am Preis ändern wird, bleibt zu hoffen. Darauf warten sollten Sie allerdings nicht.

Vorbild: Yoga Book

Lenovo Yoga Book
Lenovo Yoga Book (Bild: Lenovo)

Flach, leicht und stylisch. Das ist das Yoga Book von Lenovo, das 2016 vollkommen zu Recht einen Red Dot Design Award gewann. Das Yoga Book ist eine attraktive Mischung aus Tablet und ultraportablem Notebook. Lenovo verzichtet dabei auf eine echte Tastatur. Im Prinzip besteht das Yoga Book aus zwei mit einem Scharnier verbundenen Displays. Der mitgelieferte „Real Pen“ kann auch mit echter Tinte schreiben. Legt man das Blatt Papier dabei auf das „Tastatur-Display“ entsteht automatisch eine digitale Kopie. Zu haben ist das Yoga Book. Definitiv ein spannender Weg, den Lenovo da geht und auf den sich auch Apple 2017 vorwagen könnte.

Software-Evolution: macOS Palm Springs

macOS Palm Springs: Wallpaper auf MacBook Pro
macOS Palm Springs: Wallpaper auf MacBook Pro (Bild: Apple)

Im vor uns liegenden Jahr wird macOS weitere Schritte in Richtung Vereinheitlichung mit iOS gehen. Nicht optisch, freilich, denn dafür müsste man bei Apple von heute auf morgen bei allen Macs auf Touch-Displays setzen, was man in Cupertino weiterhin für keine gute Idee hält. 2017 wird Apple sich betriebssystemseitig vermehrt um die Grundlagen kümmern: Siri wird dazulernen, die Menüs und Bedienflächen werden weiter entschlackt werden. Dringend kümmern sollte sich Apple um die hauseigene Zusatzsoftware über macOS hinaus: iTunes, Fotos, das gesamte iWork-Anwendungsset. Sie alle sind längst nicht so gut, dass sie Apples eigene Anforderungen wirklich erfüllen könnten. 2017 wird sich das ändern.

Der iMac

Dem iMac hat Apple viel zu verdanken. Viel mehr, als den meisten Menschen heute noch geläufig sein dürfte. Inzwischen ist man daran gewöhnt, dass Apple diese unermesslich erfolgreiche mit Milliarden von Dollar auf den Konten ist. So sehr, dass man glatt vergessen könnte, dass Apple vor rund 20 Jahren nur Zentimeter vom Abgrund entfernt war. Die Rettung brachten damals, kurz vor, beziehungswiese zur Jahrtausendwende nach zahllosen Fehlschlägen und Verzögerungen zwei Produkte: Der iPod und eben der iMac. Beide sind bis heute unverkennbare Ikonen – und das obwohl im Smartphone-Zeitalter praktisch niemand mehr einen iPod kauft. iPod und iMac haben für Apple den Wiederanfang begründet und eine ganze Ära geprägt. Eine Ära, die im Falle des iMac bis heute anhält.

Natürlich weiß man bei Apple, dass der iMac längst nicht mehr der große Wirtschaftsfaktor ist, der er einst war. Marketingtechnisch ist er dennoch von ungebrochener Bedeutung, symbolisiert er doch alles wofür Apple eigentlich steht: Eleganz, Innovation, Simplizität und technischer Fortschritt. Die allermeisten dieser Punkte erfüllt der iMac noch immer. Mit seinem alles überragenden 27-zölligem 5K-Display, dem super-schnellen Flaschspeicher und dem zwar längst nicht mehr einzigartigen aber immer noch unverwechselbaren All-in-one-Design. Gerade aber an der Innovations-Front haben andere Boden gut gemacht auf den iMac, oder ihn vielleicht sogar schon überholt. Microsoft ist so ein Kandidat. „Ausgerechnet Microsoft!“, möchte man rufen. Der einstige Erzfeind. Die Spießer vor dem Herren. Die, die Excel schon immer cooler fanden als Bildbearbeitung. Dieses Microsoft also schickt sich an cool und hip zu werden.

Auf der anderen Seite ist es Apple hoch anzurechnen, dass man dem vermeintlichen Konkurrenzdruck nicht nachgibt und nicht einfach neue Funktionen einbaut, nur weil man es kann und obwohl man von ihrem nutzen in der Realwelt nicht überzeugt ist. Und so wird der iMac mit ziemlicher Sicherheit auch 2017 in gewohnt ruhigen Gewässern weitersegeln. Schließlich ist er im Prinzip ein Selbstläufer. Mit keinem anderen Gerät bekommt man bei Apple soviel Computer für so, verhältnismäßig, wenig Geld.

Trotzdem wäre es schön, wenn Apple sich dieses Jahr etwas mehr aus dem Fenster lehnen und mal wieder einen echten „Wow“-Effekt mit dem iMac auslösen würde. Ein „Wow“-Effekt nicht nur bei Tech-Nerds, die verstehen, weshalb die Technik hinter dem neuen Display so revolutionär ist, sondern auch in der breiten Masse. 

Vorbild: Surface Studio

Surface Studio von Microsoft
Surface Studio von Microsoft (Bild: Microsoft)

Mit rund 3.000 US-Dollar liegt der Einstiegspreis deutlich über den von Apple aufgerufenen 2.1000 Euro. Dafür bekommt man aber vermeintlich auch ein bisschen mehr Zukunft geboten. Die größten Unterschiede zum iMac sind sicherlich der klappbare Fuß, der es ermöglicht, das Surface Studio fast wie ein Tablet zu benutzen. Damit das wirklich gut funktionieren kann, ist natürlich der ganze Bildschirm ein einziger, großer Touchscreen. Mit Eingabestift und dem frei auf der Oberfläche platzierbaren „Surface Dial“, beispielsweise für die Farbauswahl, gibt es außerdem überzeugendes Zubehör. Allerdings zielt Microsoft anders als Apple auch nicht auf den Massenmarkt…

Und der Mac Pro?

Moderner HP Pavilion ähnelt in der Struktur Apples Mac Pro
Moderner HP Pavilion ähnelt in der Struktur Apples Mac Pro (Bild: HP)

Erinnern Sie sich an WALL-E? Den zurückgelassenen und eigentlich auch vergessenen Aufräumroboter aus dem gleichnamigen Pixar-Film? So oder so ähnlich dürfte sich auch der Mac Pro fühlen, könnte er denn überhaupt etwas fühlen. Als Rechenpower-Monster angekündigt und ausgeliefert tut er klaglos seine Dienste auf und unter zahlreichen Schreibtischen von Grafikern und Video-Künstlern. Ohne, dass auch nur irgendjemand in den vergangenen über drei Jahren im Hause Apple an ihn gedacht hätte, so scheint es. Weit über 1.000 Tage ist das letzte Update her. 2017 muss Apple endlich nachlegen – oder sich vom Mac Pro trennen.

Das iPad

Nur ein großes iPhone sei das iPad, unkten die Kritiker damals bei der Produktvorstellung 2010. Und damit hatten sie auch fast Recht. Hätten sie nur das verächtlich klingende Wörtchen „nur“ dabei weggelassen. Denn wie wir Rückblickend wissen, ist das iPad eine Erfolgsgeschichte für sich. Natürlich steht auch das Tablet deutlich im Schatten des iPhones, aber das gilt letztlich für jedes Apple-Produkt.

Auch die Tatsache, dass es für das iPad zuletzt kein Absatzwachstum mehr gab, ist kein echtes Argument für ein herbeifabuliertes Scheitern des iPad. Tim Cook musste zwar eingestehen, dass man sich bei den Upgrade-Intervallen verschätzt hatte. Das hat man aber mittlerweile korrigiert, indem man offensichtlich nicht mehr jedes Jahr das komplette iPad-Lineup aktualiseren möchte. iPad Air, iPad mini und auch das große iPad Pro haben dieses Jahr kein Update erfahren. Es gab lediglich das kleinere iPad Pro zusätzlich.

Für die meisten Anwender spielt das aber keine Rolle. Der Couch-Surfer benötigt nicht deutlich mehr Power als das iPad Air 2 schon heute bietet. Die meisten geschäftlichen Anwender dürften mit Mail. Excel, Textverarbeitung und Co. ebenfalls spätestens mit dem iPad Pro auskommen.

2017 bedeutet das für Apple zweierlei: Natürlich wird man mit der iPad-Pro-Serie weiter auf die sprichwörtliche Pauke hauen und erneut ein „höher, schneller, weiter“ verkünden müssen.

Im Konsumenten-Bereich, als iPad Air und iPad mini, sind 2017 keine allzu großen Sprünge zu erwarten. Hier werden Technologien aus der iPad-Pro-Welt, wie die moderneren Displays und vielleicht sogar die die Kompatibilität zu Apples Eingabewerkzeug, dem Apple Pencil, Einzug halten.

Vielleicht sollte sich Apple aber auch stärker den Office-Kunden zuwenden.

Vorbild: Surface Pro

Surface Pro
Surface Pro (Bild: Microsoft)

Das Surface Pro ist gemacht, um einen Laptop zu ersetzen. Vom iPad behauptet Apple das zwar auch, hinkt in der Realität aber etwas hinterher. Beispielsweise mit der hauseigenen, nicht beleuchteten Tastatur ohne Funktionstasten. Microsoft kennt die Business-Kunden aus der eigenen Historie einfach besser.

Apple Watch

Was die Uhr denn könnte und wofür man das denn bitte brauchen würde, sind bis heute die Fragen, die einem Apple-Watch-Träger in der freien Wildbahn und von nicht sonderlich technikaffinen Menschen am häufigsten gestellt werden. Und zugegeben: Neben den durchaus wertvollen Funktionen von Zeit- und Terminanzeige, über Benachrichtigung und bis hin zum Fitness-Tracking, ist vieles, was auf der Apple Watch stattfindet Spielkram. Vieles lässt sich auf dem iPhone nach wie vor schneller, besser erledigen. Aber das werden die App-Entwickler mit der Zeit ändern, sowie sie gelernt haben, wie die Apple-Watch-Käufer die Uhr wirklich nutzen und wie sie diese benutzen wollen.

Während noch fleißig gelächelt wird, lacht sich Apple ins eigene Fäustchen. Denn im September verkündete Tim Cook, dass Apple in der Liste der Uhrenhersteller auf Platz zwei hinter Rolex und vor Fossil stünde. Und zwar gemessen an weltweit verkauften Uhren. Wenn Tim Cook das nächste Mal, vermutlich im Frühjahr 2017, öffentlich über die Apple Watch spricht, wird er aktuellen Schätzungen nach sogar noch eins draufsetzen können: Die Neue Zürcher Zeitung geht davon aus, dass Apple 2016 der weltweit größte Uhrenhersteller war.

Alles in Allem ist Apple mit der Smartwatch also auf einem sehr guten Weg. Genug Raum für Verbesserungen gibt es dennoch. So ist eine Uhr, die alle ein bis maximal zwei Tage geladen werden muss immer noch gewöhnungsbedürftig – auch wenn wir alle dieses „Drama“ schon von den Smartphones kennen. Ferner wird Apple 2017 das Gehäuse der Apple Watch überarbeiten. Wenn es überhaupt ein Produkt von Apple gibt, dem eine Schlankheitskur wirklich gut zu Gesicht stünde, dann ist es die Apple Watch, die doch ein ziemlicher Klotz am Handgelenk ist. Praktisch für die Nutzer (und die Verkaufszahlen) wäre es, wenn man die Apple Watch tatsächlich losgelöst von einem iPhone benutzen könnte. Diesen Schritt wird Apple aber mit Sicherheit auch weiterhin vermeiden.

Vorbild: Garmin Fenix 3

Garmin Fenix 3 Smartwatch
Garmin Fenix 3 Smartwatch (Bild: Garmin)

Apples Nike-Plus-Modell ist lediglich eine reguläre Apple Watch mit exklusivem Armband und anderem, virtuellen Ziffernblatt. Wie wäre es aber im nächsten Jahr zum Beispiel mal mit einem voll und ganz auf Sport getrimmtem Modell, das bislang von Sportlern bevorzugten Uhren wie der Garmin Fenix 3 die Stirn bietet?

Das Apple Car

Der Traum zahlreicher Apple-Fans ist das Apple-Auto. Und so ganz auszuschließen ist das nach wie vor nicht. Der Auto-Markt ist längst schon sturmreif für einen neuen Player wie Apple. Ein Markt, auf dem sich verhältnismäßig wenig sichtbares tut. Ein Markt, in dem es zwar viele Fans der Produkte gibt, in dem die Produkte aber schon lange nicht mehr wirklich begeistern – mal abgesehen von den Jahr für Jahr vorgestellten Super-Autos der Luxusmarken, die man zwar bejubeln, die man sich aber nie wird leisten können. Damit steht der Auto-Markt nur marginal besser da als der Smartphone-Markt vor Apples Markteintritt. Der Hauptunterschied: Nichtmal für mehr Geld konnte man damals ein wirklich geniales Smartphone kaufen. Das erinnert neben dem Smartphonemarkt stark an die Märkte für portable Musik-Player, Tablet-Computer und Smart Uhren, die Apple allesamt mit iPhone, iPod, iPad und Apple Watch im Sturm eroberte.

Im Auto-Bereich wird stets Tesla als das neue Apple tituliert. Bislang zu Unrecht. Denn Apples Produkte waren zwar hochpreisig, zielten aber dennoch auf den Massenmarkt. Trotz des relativ hohen Preises kannte innerhalb kürzester Zeit jeder jemanden, der einen iPod besaß. Und heute hat wohl jeder gleich mehrere Freunde und Familienmitglieder, die ein iPhone besitzen. Das ist mit den Tesla-Autos bei weitem nicht so. Die wenigsten Menschen kennen auch nur eine einzige Person, die einen Tesla besitzt persönlich. Natürlich ist der Vergleich nicht fair. Autos sind per Definition deutlich teurer als Smartphones und Co. – und sie werden deutlich seltener ersetzt. Außerdem sind die Premium-Modelle noch weit weniger erschwinglich als sie es im Smartphone-Markt sind. Den dreistelligen Betrag für ein Top-Smartphone hat man einfach schneller zusammengespart als den sechsstelligen Betrag für einen fahrbaren Untersatz der Elite-Klasse.

Neben den zahlreichen technischen Hürden, die es zu meistern gilt, ist gerade das auch eins der größten Probleme für Apple. Momentan stellt Apple Jahr für Jahr Produkte vor, die dann sofort auch von einer relevanten Anzahl an Menschen gekauft werden. Das Apple-Auto wäre ein gänzlich anderes Produkt. Es würde nur von sehr wenigen Menschen gekauft werden. Und wer einmal eins hat, wird auf Jahr hinweg nicht wieder eins kaufen, weil selbst bei einem Wiederverkauf nach nur einem Jahr, also pünktlich zum nächsten Modell, bliebe Apple im Smartphone-Zyklus, der Wertverlust zu hoch wäre.

Wahrscheinlicher ist, dass Apple mit eigenem Zubehör auf den Markt kommt und so bereits bestehende Autos smart(er) macht. Ein Autoradio, respektive „In-Car Entertainment System“ von Apple würde sich zumindest im Kreis der autofahrenden Apple-Fans vermutlich so gut verkaufen wie das sprichwörtliche geschnittene Brot. 

Vorbild: Tesla

Elektroauto aus dem Hause Tesla
Elektroauto aus dem Hause Tesla (Bild: Tesla)

Es geht eben doch! Während alle anderen weiter fleißig Autos, die mit flüssigen Dinosaurieren angetrieben werden, verkauften, zeigte Tesla der Welt, dass es sehr wohl möglich ist, rein elektrische Fahrzeuge mit ansprechender Reichweite und tollem Design auf den Markt zu bringen. Mit dem 2017 kommenden Model 3 dann erstmals auch zu Preisen der gehobenen Mittelklasse. Ein Auto von Apple bleibt wohl Wunschdenken, ist aber ein durchaus schöner Traum.

Und CarPlay?

Vielleicht sollte Apple sich aber auch zunächst einmal um die Baustelle „CarPlay“ widmen. Ich gehöre zu denjenigen, die direkt am ersten Tag ein entsprechendes In-Car-Entertainment-System gekauft haben und bin bis heute nur mäßig begeistert. CarPlay erfährt praktisch keine Updates. Vor allem alternative Navigationslösungen, die Apple Maps oft deutlich überlegen sind (beispielsweise die Lösung von Navigon mit jahrelanger Erfahrung und zahlreichen Zusatzfunktionen) lässt Apple nach wie vor nicht in CarPlay zu. Ja, CarPlay ist ein Nischen-Produkt. Aber dennoch, Apple, macht das gefälligst anständig, oder bekennt euch zu einem Fehler und lass tes sterben!
Sebastian Schack


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Ein ziemlich guter, ja fast emotionsloser Artikel, der nichts übertreibt. Manche Vergleiche mit dem Rest der Welt hinken allerdings ziemlich. Das Surface Studio z.B. ist für den Massenmarkt absolut nicht gemacht. Auch deutlich teurer und nicht immer zukunftssicher, betrachtet man beispielsweise die fehlenden USB-3-Anschlüsse.

Und ob ein Surface Pro nun wirklich deutlich effizienter als die Gegenstücke von Apple ist wäre auch eher eine Glaubensfrage. Es ist eher ein Versuch von MS nicht als Kopierer dazustehen.

Aber immerhin wurde der Blick über den Tellerrand gewagt, um letztlich Alternativen für Apple aufzuzeigen, denn niemand weiß, was sich Cupertino tatsächlich ausdenken wird. Das Studium dieses Textes hatte jedenfalls Vergnügen bereitet.

Das beste Beispiel, wie fälschlich meist Produkte von Apple zunächst eingeschätzt werden, ist wirklich die AppleWatch. Gefühlt ein Flop, macht es Apple zum 2.größten Uhrenhersteller der Welt. Von Null auf Hundert! Nicht übel! Klar hofft jeder auf einen Paukenschlag wie die Einführung des iPhone. Aber Apple jedes Jahr daran zu messen ist Irrsinn.

Seh es hier an der Uni wie immer mehr ein Surface Tablet haben. Auch meine Freundin, die ursprünglich unbedingt nen MacBook wollte kauft jetzt wahrscheinlich ein Surface Book weil sie unbedingt den Stift für die Uni haben möchte.

Apple befindet sich extrem im Zugzwang. Selbst ich, als jemand der Windows komplett meidet (vor Apple 3 Jahre Linux) überlegt sich un Zukunft auf ein Surface Book zu setzen, einfach weil die Dinger echt klasse sind und preislich (vor allem was Upgrades angeht) fairer gestaltet ist.

Ich will mein Laptop auch net unbedingt anfassen, ein Touchscreen ohne Stift ist für mich vollkommen unnötig, aber die Leute wollen es. Deswegen zünden die Surface Tablets grad ungemein. MS hat natürlich den Vorteil, dass die Leute Windows schon kennen und nicht umsteigen müssen, das senkt die Hürde nochmal.

Jemand der noch "klar im Kopf" ist und nicht auf OS X angewiesen ist, sondern die Freiheit hat zu entscheiden, wird im Moment einfach nicht auf ein MacBook wechseln, warum auch? Man kennt OS X und seine Vorteile nicht. Windows kennt man und die Surface Teile sind Top, wieso sollte man also wechseln?

Vielleicht sollte Apple einfach wieder Computerhersteller werden statt Lifestyleproduzent? Ordentliche Rechner mit ordentlichem OS produzieren ist immer zukunftssicher, Lifestyle nicht. Der kann sich viel zu schnell ändern und in Zeiten des Crowdfunding und preiswert alle nötigen Komponenten produzierender Asiatischer Hersteller hat man ratz fatz einen Konkurrenten im Lifestylebereich an der Backe, der einem Marktanteile wegnimmt. Hat man zuvor wegen Dämlichkeit große Marktanteile im Desktopbereich verloren passiert was? Genau das!

Hm ist alles recht plausiebel was mir aber fehlt ist was mit dem Mac Mini pasiert. Als wenn es nicht mehr existent wäre hört man nichts . Schade warte nur genau darauf das es ein neues gibt.Tja bleibe ich halt weiter bei Windoof.

Surface? Vergesst es, nach 3 Tagen ging es bei mir wieder zurück! Stift? Nettes Spielzeug, mehr nicht. Jetzt das neue (viel gescholtene) MBP gekauft. Wenn man von einem guten OS sprechen will, dann mit Sicherheit nicht von Windows. MacOS ist unschlagbar. Zusammenspiel OS und Hardware bei Apple perfekt. Klar, das Surface kann mittlerweile vom Design mithalten (schön von Apple gelernt). Aber ansonsten ziemlicher Windows-Müll. Leider. Nach 5 Tagen hatte das neue MBP die Verkauszahlen aller anderen Notebook inkl. Surface in der Tasche. Dieses ewige Apple steht vor dem Abrund Gelaber! Alternative Fakten vermutlich.

Ich bin deiner Meinung AchGottchen!

bin 2015 von Windows weg weil mein Gamer Rechner mit richtig viel Leistung nach dem Update auf windows 10 total enttäuschend war, mein Rechner wird so langsam wie noch nie.

weil ich Apple PC noch nich kannte 2015 hab ich mir erst mal den Mac mini Einsteiger Model gekauft, es hat nur 3 Monate gedauert bin ich mir ein Teurer iMac gekauft habe. Und ich bin bis heute absolut davon überzeugt von der Leistung und Technik . Bei mir kommt kein andere Marke mehr in die Tüte als Apple Produkt.

Apple ist einfach Top und hat weniger Fehler als MS und nach über ein Jahr betrieb vom iMac habe ich immer noch die Leistung und Schnelligkeit!

Klar ich find Windows auch furchtbar und Mac klasse, stimme dir da zu.

Aber jemand der noch nie OS X benutzt hat, weiß das net. Und beim bekannten bleiben ist immer leichter. Gibt Leute die finden Windows gut weil sie noch nie was besseres hatten. Und jetzt bekommen sie das mit nem genialen Laptop der auch noch Touchscreen und Stift hat.

Meine Freundin hat sich mittlerweile fürn Surface Book entschieden, weil sie unbedingt für die Uni ein Stift will. Von MacBook plus iPad Pro konnte ich sie nich überzeugen, weil es eben zwei Geräte sind und Windows ist für sie eben "gut genug".

Es wird noch mehr Leuten so gehen. An der Uni sieht man mitlerweile Haufenweise Surface und ich Treff immer mehr, die von Mac zum Surface sind (teils auch wegen den neuen). Das neue MacBook Pro hab ich allerdings erst 2 mal gesehen.

Da muss ich (nach 30 Jahren Apple) widersprechen. Windows 10 ist deutlich besser, handlicher und sinnvoller als OSX Sierra. Ohne wenn und aber. Apple hat dieses Spiel verkackt. Vielleicht gehen sie deshalb auf Lifestyle-Produkte, weil sie technisch und preislich überholt sind und nur noch von den Hipster-Hysterikern Geld rausleiern können. Ich hab zwar noch nen iMac aufm Schreibtisch, aber mein Blade Pro ist mir lieber. Und an die, die glauben, hip zu sein: Apple ist nicht mehr hip und nicht mehr cool, sondern langweilig, stressig und restriktiv. Da kann man ja bei etlichen Geräten noch nicht einmal mehr den Speicher vernünftig erweitern ... Und dann das blöde Theater mit irgendwelchen Adaptern ... Nein danke.

Also ich weiß ja nicht was du für ein Surface hattest, aber das neuste Pro ist einwandfrei was die Erkennung von Handschrift mit dem Stift betrifft. Hier spreche ich nicht von dämlicher Druckschrift sondern von richtiger Schreibschrift. Das hat mich vollkommen überzeugt und Apple at dagegen nicht zu setzten (soweit ich weis, lasse mich aber Geren eines besseren belehren. Bei Laptops muss ich jedoch zu gestehen das Macs einfach die besseren Begleiter sind obwohl sowohl Windows als auch MacOS seine Daseinsberechtigung haben.

jede simple Fritz Box kann es, jeder alte PC kann es. Aber man kann keinen älteren Mini als Medienserver einsetzen weil es nichts gibt oder weil nichts verfügbares läuft. Da kann man nur abkotzen.

Ja, so ist es leider. Hat schon mal jemand versucht, einen iMac als externen Monitor für einen anderen Computer zu verwenden? Ein lächerliches Theater! Und dann immer dieses Gequatsche von wegen "Design" .... ein bißchen krampfhaft, hä?

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