Apple-Mitarbeiter gegen entwürdigende Taschendurchsuchungen in den Stores

Nicht nur Kunden sondern auch Mitarbeiter stehlen - doch was Apple nach Angaben einiger Beschäftigter und einen Medienbericht macht, ist mehr als unangenehm für die Angestellten der Apple Stores. Die haben sich nun bei Tim Cook höchstpersönlich über Taschenkontrollen vor den Augen der Kundschaft beschwert, die das Sicherheitspersonal offenbar in einigen Läden im Ausland durchgeführt hat. Bezahlt wird die Zeit, die in der Kontrolle verbracht wird, angeblich nicht.

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Angestellte aus Apples Ladengeschäften in den USA und China hatten sich in einer E-Mail an Apple-Chef Tim Cook persönlich gewendet, weil sie sich von dem Sicherheitspersonal drangsaliert fühlen. Es sei zu Taschenkontrollen vor den Augen der Kundschaft gekommen, heißt es. Selbst beim Verlassen der Läden für die Mittagspause sei es zu Durchsuchungen gekommen.

Die Vorfälle reichen allerdings weit zurück und auch die Beschwerde an Tim Cook ist alt, wurde aber erst jetzt bekannt, weil das Gericht, dass den Fall verhandelt, nun entsprechende Unterlagen veröffentlichen ließ. Die Klage wurde bereits 2013 eingereicht, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Mitarbeiter aus Peking schrieb gar, dass Apple seine Angestellten wie Diebe behandle - und dass ein Notausgang mit Apple-Produkten verstellt wurde.

Als Tim Cook die E-Mails aus den USA mit den Beschwerden erhielt, leitete er sie mit einem kurzen aber deutlichen Kommentar an die entsprechenden leitenden Mitarbeiter im Unternehmen mit den Worten "ist das wahr?" weiter. Wie die Antworten ausgefallen sind, geht aus den Gerichtsunterlagen nicht hervor.

Die Kläger sind nicht generell gegen Taschenkontrollen, wie sie überall im Einzelhandel - auch in Deutschland - stichprobenartig möglich sind, wenn es konkrete Verdachtsmomente gibt. Die Taschenkontrollen hätten bei Apple außerhalb der eigentlichen, bezahlten Arbeitszeit stattgefunden und teilweise auch vor den Augen der sicherlich überraschten Kunden.

Der Prozess zieht sich weiter hin - der nächste Verhandlungstag soll Anfang Juli stattfinden. Der Plan der Kläger, eine Sammelklage anzustrengen, ist allerdings nicht aufgegangen. Interessanterweise gab es laut Reuters schon einmal einen ähnlichen Fall bei Amazon. Der Oberste Gerichtshof der USA habe damals entschieden, dass Sicherheitsüberprüfungen nicht zur bezahlten Arbeitszeit gehören. Ob man allerdings in aller Öffentlichkeit kontrollieren muss, wurde damals nicht entschieden.

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Sorry, aber das ist auch in jedem Saturn, Media Markt ein ganz normales Vorgehen.

Vor den Kunden. No Go. Fairerweise auch bezahlt. Ein verärgerter Mitarbeiter dürfte am ehesten nach einer Sicherheitslücke suchen - und meist auch eine finden.

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