500 Millionen Facebook-Messenger-Nutzer: Und wieder eine Nachrichten-App, die installiert werden muss – ein Kommentar

Der Facebook Messenger ist offenbar ein voller Erfolg. Mehr als 500 Millionen Menschen nutzen ihn bereits. Das sind nur rund 100 Millionen weniger als WhatsApp, eine App, die bereits seit Jahren auf dem Markt ist. Und das alles nur, weil der Facebook Messenger eine Sache besser kann als die anderen Nachrichten-Apps. Der Erfolg beweist, dass die nächste Spezial-Nachrichten-App bestimmt kommen wird – und wir uns noch mehr verzetteln und noch mehr Apps brauchen, um Kontakte problemlos aufrecht erhalten zu können.

Von   Uhr

Peter Martinazzi, Facebooks Direktor für Product Management, hat am vergangenen Montag eine beeindruckende neue Zahl verkündet: Angeblich nutzen derzeit mehr als 500 Millionen Menschen weltweit die App Facebook Messenger. Zum Vergleich: WhatsApp hat rund 600 Millionen Nutzer, hat für diese Zahl jedoch Jahre gebraucht, während der Facebook Messenger nach nur wenigen Monaten aufgeschlossen hat. Die Zahl ist nicht nach Betriebssystemen aufgeschlüsselt. Es gibt den Messenger für iOS, Android und Windows Phone.

Nun könnte man sagen, dass es der Facebook Messenger deutlich leichter hatte. Schließlich wurde er vom Milliarden-Unternehmen Facebook in jeder Hinsicht tatkräftig gepusht. Facebook hat sogar die Nachrichten-Funktion in seiner Haupt-App abgeschaltet, um die Nutzer zum Wechsel auf den Messenger zu bewegen und damit große Verärgerung bei seinen Nutzern riskiert. Die App ist in der Folge auch nur sehr zäh gestartet. Facebooks Plan, eine schlanke Nachrichten-App aufzubauen, schien nicht sehr gut zu laufen.

Für Facebook war der schlechte Start nicht wirklich ein Problem. Zwar wollte man eine eigene, schlanke Nachrichten-App, mit der man neue Sachen ausprobieren konnte, wie Facebooks Boss Mark Zuckerberg die Tage verriet. Jedoch besitzt Facebook auch WhatsApp, das im Wesentlichen die gleiche Funktion erledigt.

Warum hat es der Facebook Messenger dann nun doch geschafft, mehr als eine halbe Milliarde Nutzer in einem sehr kurzen Zeitraum zu gewinnen, wenn es neben WhatsApp bereits unzählige Apps gibt, die genau dieselbe Aufgabe hervorragend erledigen?

Dafür gibt es eine Antwort: Der Facebook Messenger kann genau eine Sache mehr, die WhatsApp nicht kann: Nachrichten empfangen, die Facebook-Nutzer via Facebook vom Desktop-Rechner aus verschicken. Und so verhält es sich mit all den anderen Nachrichten-Apps, die sich auf unseren Smartphones tummeln, zum Beispiel WhatsApp, Hangouts, Facebook Messenger, Skype, FireChat, Threema, TextSecure, die klassische SMS-App, E-Mails – und auch Instagram, Snapchat, die Facebook-App und Twitter gehören hier mit Abstrichen dazu. Sie alle haben sich auf genau eine Aufgabe spezialisiert, die sie ein bisschen besser können als die anderen Nachrichten-Apps. Gleichzeitig kann man nur WhatsApp-Nachrichten empfangen, wenn man selbst WhatsApp besitzt. Das gleiche gilt für Skype und Co.

Um Kontakt mit all unseren Freunden halten zu können, benötigt deshalb jeder einzelne von uns mindestens drei verschiedene Nachrichten-Apps und drei verschiedenen Accounts zu den entsprechenden Netzwerken. Das ist ein Overkill. Ich persönlich wünsche mir mittlerweile eine einzige Nachrichten-App in der ich die Accounts aller anderen Apps einfach einbauen kann. So kanns nicht mehr weitergehen. Bald habe ich mehr Nachrichten-Apps auf meinem Smartphone als alle anderen Apps zusammengenommen. Schließlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Nachrichten-App mit einer einzigen Extra-Funktion um die Ecke kommt.

Diskutiere mit!

Hier kannst du den Artikel "500 Millionen Facebook-Messenger-Nutzer: Und wieder eine Nachrichten-App, die installiert werden muss – ein Kommentar" kommentieren. Melde dich einfach mit deinem maclife.de-Account an oder fülle die unten stehenden Felder aus.

Herr Autor also mein Skype und Hangouts kann vom PC verschicken um am Mobilgerät empfangen.... also ich halte den Artikel für nicht ganz richtig.

UND es ist ein Alptraum mit den ganzen Messengermüll. FB ist eh großer MIST und ich versuche so wenig wie möglich Messenger zu verwenden und gehe immer öfter wieder auf SMS. DAS KANN WENIGSTENS JEDER. Diese Vollpfosten von Firmengründer sollten sich mal alle auf einen brauchbaren Standard besinnen.

Also offene Standards gab (und gibt) es ja. Das Problem ist da eher das man die Nutzerdaten Separat austauschen muss und nicht so komfortabel seine Kontakte findet.

Auf meinem Rechner hatte ich glaube ich einmal "Pidgen" das konnte eine ganze Hand voll an unterschiedlichen Messenger bedienen. Aber halt nicht Skype oder Whatsapp und damit ist es in meinem Bekanntenkreis langsam aber sicher immer weniger genutzt worden.

Aber ein offener Standard den alle unterstützen währe toll wird aber vor dem dritten Weltkrieg nicht kommen.

Als erfolg würde ich das nicht bezeichnen....klar ist es ein erfolg, wenn man alle dazu zwingt, die app zu nutzen, wenn einen die alternative genommen wird. Ich hab die App nicht und werd sie auch nie haben, also nachrichten können erst beantwortet werden wenn ich den rechner einschalte, so 3x woche....FB hat damit einige leute in die zeit der festnetztelefonie zurück katapultiert

ich denke die wichtige Frage wäre, wieviele nutzer haben sie a) freiwillig (wie wohl bei whatsapp) und b) nutzen sie tatsächlich zum kommunizieren (wie whatsapp) und nicht nur um unterwegs nachrichten lesen und kurz und knapp bentwortn zu können!?!?!

500 Millionen Nutzer. -> Aber wieviel davon sind aktiv?
Ich nutze Whatsapp täglich, wenn nicht sogar stündlich für 90% meiner Nachrichten. Für die wenigen die kein WhatsApp haben nutzte ich FB Messenger. Und für den Rest SMS. Somit nutze ich den Messenger ca. 1x die Woche.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.